MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Mary Daly ist kein Mensch. Sondern eine Frau. (25-11-08)

Eines wissen wir dank theologischer Denkbemühungen: Jesus Christus war ganz Mensch und ganz Gott. Daß er auch ein Mann war, steht außer Zweifel, aber darauf kommt es nicht an. Und als Mensch hat er sich keine Privilegien angemaßt. Im Gegenteil, er hat klaglos den größte Makel auf sich genommen, der damals möglich war: die Hinrichtung durch öffentliche Kreuzigung. Und das Kreuz blieb an ihm hängen; besser gesagt, er an dem Kreuz.

Mary Daly, feministische Theologie-Professorin und wohl bedeutendste radikale Feministin des 20. Jahrhunderts, hat sich ein anderes Symbol zueigen gemacht: Die Doppelaxt. Mit diesem archaischen Gerät, wie geschaffen für Rundumschläge, läßt sie sich gerne abbilden, auch z.B. auf ihrer Webseite. Und sie würde, Theologin hin oder her, Jesus nicht in die Hörsäle lassen. Einfach, weil sie überhaupt keine Männer hereinläßt.

Diese Männerdiskriminierung wollte sich das jesuitische Boston College nicht bieten lassen. Es kam zum Streit, den Daly letztlich gewann: Die Axt des Weibes siegte über das Kreuz des Mannes. Wenigstens wurde Daly, ich weiß jetzt nicht wann, durch die katholische Kirche exkommuniziert.

Es wird sie nicht beeindruckt haben, denn Jesus wollte ja nur - Menschen erlösen. Ich zitiere aus einem Interview (deutsche Übersetzung):

Sehen Sie, "Mensch" sagt mir wirklich nicht viel. Ich weiß nicht, ob ich es Ihnen vermitteln kann oder nicht, aber ich bin keine Angehörige einer Klasse, die "Mensch" genannt wird. Es gibt eine ungeheure Einzigartigkeit, aber diese Einzigartigkeit taucht nur auf, wenn man eine vorherrschend weibliche Seinsart hat [...] Daher, nein, ich empfinde mich gar nicht als ein Mensch. Ich hasse die "menschliche Spezies"!

Und übrigens, die Kräfte des Guten und Bösen müssen wir keineswegs an den Himmel bzw. auf Himmel und Hölle projizieren. Es gibt sie ja verkörpert mitten unter uns.

Worauf ich hinaus will ist der Krieg zwischen Biophilie und Nekrophilie. Es handelt sich um Liebe zum Leben gegen Haß auf das Leben. Nekrophilie heißt, wörtlich übersetzt, Liebe zum Tod, oder den Toten lieben - gegenwärtig Leichname f-[ick]en. Und verallgemeinert ist patriarchale Kultur nekrophil, festgelegt auf Haß auf das Leben und Liebe zum Tod.

Anders gesagt: Es gibt Frauen; und es gibt "diesen Teufel", die Hölle der Phallokratie oder des Patriarchats. Die Lösung des Problems ist unschwer zu erraten; sie stellt eine echte - allerdings nicht Jedermann befriedigende - Alternative zum christlichen Erlösungsweg dar. Auf die Frage, was sie von der (ernstgemeinten) Empfehlung Sally Miller Gearharts halte, den männlichen Anteil der Weltbevölkerung auf 10 % zu reduzieren und festzuschreiben, antwortete Mary Daly:

Ich denke, es ist überhaupt keine schlechte Idee. Wenn Leben heißt, auf diesem Planeten zu überleben, dann bedarf es einer Entseuchung dieser Erde. Ich meine, dies wird begleitet werden durch einen evolutionären Prozeß, der zu einer drastischen Reduktion der männlichen Bevölkerung führen wird.
Mary Daly

Gab es da nicht so einen Österreicher, der in Deutschland an die Macht kam und eine irgendwie ähnliche Idee in die Tat umgesetzt hat? Nun, das könnte ja noch kommen. Jedenfalls hat Mary Daly ihre Doppelaxt noch nicht aus der Hand gelegt.


Nachtrag 5-1-2010

Vorgestern hat Mary Daly ihre Doppelaxt nun doch aus der Hand gelegt. Sie starb im Alter von 81 Jahren.


Kommentare:
25.11.2008 um 23:15 Uhr
Unbreakable
Liebling, mach mal halblang.
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