MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Elisabeth Selbert und die Abschaffung der Frauenpflichten. 5-10-2011

1. Der alte und der neue Gesetzeswortlaut.

Elisabeth Selbert
Foto links: Elisabeth Selbert

Unter der Weimarer Verfassung waren Frauen gleichberechtigt und gleichverpflichtet. Heute sind sie nur noch gleichberechtigt.

Dieser Verlust, der von der "besseren Hälfte" der Deutschen selbstverständlich nicht bedauert wird, geht zurück auf die sogenannten "vier Mütter des Grundgesetzes", insbesondere auf Elisabeth Selbert (1896-1986).

Der Artikel 109 der Weimarer Verfassung, zweiter Satz, lautete wie folgt:

Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.

So lautete auch der Artikel 3 unseres heutigen Grundgesetzes in der Fassung vom November 1948 - abzüglich des Wortes "grundsätzlich". Diese Formulierung war also bereits eindeutiger. Aber dann kam Elisabeth Selbert, und ihr verdanken wir die Verkürzung auf folgenden Wortlaut:

Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Jetzt ist es noch eindeutiger. Aber es fehlt etwas, und das sind die Pflichten. Man könnte einwenden, daß das inbezug auf die Gleichbehandlung kein Nachteil sei, weil nun auch von Pflichten der Männer keine Rede mehr ist.

Doch, es ist ein Nachteil! Denn nun gibt es keinen grundgesetzlich verankerten Schutz mehr gegen die Mehrverpflichtung eines der beiden Geschlechter. Und es ist offensichtlich, daß die Mehrverpflichtung, wie schon früher, auch jetzt wieder die Männer trifft. Man glaube doch nicht, daß eine Partei, von welcher Art auch immer, etwas zu ihrem eigenen Nachteil durchsetzen würde!

Halten wir also fest: Männer und Frauen haben weiterhin gleiche Rechte. Ihre Gleichverpflichtung hingegen ist formell abgeschafft.

2. Wie Elisabeth Selbert vorging.

Einem Artikel von Cornelia Filter, veröffentlicht in der "Emma", Ausgabe 3/2009, verdanken wir eine erfrischend freimütige Beschreibung dessen, was Selbert letztlich beabsichtigte. Es heißt dort:

Der Selbert'sche Satz sehe zwar "ziemlich harmlos" aus, aber er hätte "unabsehbare sozialpolitische Folgen", rechtfertigt ein paar Tage später der Christdemokrat Albert Finck die negative Entscheidung seiner Fraktion: "Fast alle Bestimmungen über Ehe- und Familienrecht würden dadurch über den Haufen geworfen und außer Kraft gesetzt." Und genau das hat Selbert vor.

Welcher Art waren nun diese Bestimmungen, die Selbert außer Kraft zu setzen vorhatte? Es waren Bestimmungen, welche die Frau dem Manne unterordneten. Von den Feministen wurden und werden diese als ungerecht empfunden. Fairerweise läßt die Autorin des zitierten Artikels aber auch einen Verfechter der Tradition zu Wort kommen. So etwa den "feinsinnigen, kultivierten Carlo Schmid":

"Es ist klar", schwadronierte er am 1. Dezember 1948 im Hauptausschuss des Parlamentarischen Rats, "dass [...] die Bestimmungen, die die Frau in ihren Rechtshandlungen an gewisse Genehmigungen binden, nicht getroffen worden sind, um die Frau zu benachteiligen. Diese Bestimmungen sind getroffen worden, um die Frau zu schützen (...) und stellen eine Begünstigung dar; so wie es eine Begünstigung des Minderjährigen ist, dass das Gesetz verbietet, ihn an einer rechtsgeschäftlichen Willenserklärung festzuhalten, solange der Vater oder Vormund nicht zugestimmt hat."

Ihm, Carlo Schmid, war offenbar klar, was damals eigentlich allen klar war, mit Ausnahme von Selbert und den Feministen: Daß Frauen auf natürliche Weise "behindert" sind und ihre traditionell untergeordnete Stellung keineswegs auf einem Machtkampf beruhte, den die Männer aus unerfindlichen Gründen einst gewonnen hätten. Denn wäre Letzteres der Fall, dann wären die vier "Mütter des Grundgesetzes" gar nicht erst in ihre Positionen gekommen. Es war ja nicht so, daß sie ihre Positionen erkämpft hätten. Sie waren einfach nur begabter als fast alle anderen Frauen. Anders gesagt: sie waren untypische Frauen.

Was war nun der Grund, daß Selbert gegen alle Vernunft sich durchsetzen konnte? Es war der Krieg und das Blutopfer der Männer. Cornelia Filter spricht es unverhohlen aus:

1946 kommen auf 1.000 Männer 1.263 Frauen; 3,6 Millionen deutsche Soldaten sind gefallen oder werden vermisst; im Mai 1945 sind 11,6 Millionen Männer in Gefangenschaft, und ein Jahr später sind es immer noch zwei Millionen.

Kein Wunder, dass es Elisabeth Selbert leicht fällt, ihre Drohung wahr zu machen.

Sie selbst hat ihren Anspruch, stellvertretend für alle Frauen zu sprechen, so begründet:

Die Frau, die während der Kriegsjahre auf Trümmern gestanden und den Mann an der Arbeitsstelle ersetzt hat, hat heute einen moralischen Anspruch darauf, so wie der Mann bewertet zu werden.

Sie führt also weibliche Verdienste ins Feld, die sie aus der Bewältigung einer vorübergehenden Notsituation ableitet. Doch abgesehen davon, daß den Frauen zu ihrem eigenen Überleben auch gar nichts Anderes übrigblieb und ihr Anteil sich bei näherem Hinsehen als keinesfalls so überragend erweist, wie es immer noch behauptet wird (siehe bezüglich der "Trümmerfrauen" den Zusatz am Ende dieses Artikels), so handelt es sich bei dem von Selbert erhobenem weiblichen Anspruch schlichtweg um das, was wir in anderen Zusammenhängen als Putsch bezeichnen würden: Der Herr rückt aus zur Landesverteidigung, um nach seiner Rückkehr das Haus besetzt vorzufinden - von den eigenen Untergebenen!

Wiederum sehr offen klärt die Autorin uns auf. Der Satz: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt"

ist die "einzige Aussage des Grundgesetzes", so die Historikerin Antje Späth, "die nur durch einen öffentlichen Druck von 'unten' getroffen worden ist". Noch 30 Jahre nach ihrem Triumph sagt Selbert schlicht: "Es war die Sternstunde meines Lebens."

Man beachte: Durch Druck von unten! Das klingt nach Volksherrschaft, also Demokratie. Aber spricht das wirklich zugunsten der betreffenden Aussage? Wenn der Staat dem "öffentlichen Druck von unten" stattgäbe, dann müßte er z.B. auch Folter und Todesstrafe in Gesetze gießen und würde somit noch einige weitere "Sternstunden" erleben. Zuletzt stellt sich gar noch die Frage, ob nicht all die anderen Artikel des Grundgesetzes, die ja von wenigen Fachleuten, also "von oben" beschlossen wurden, als weniger legitim oder gar als illegitim zu gelten hätten.

Wie dem nun sei, die vollständige Umsetzung des Selbert'schen Wunschtraumes verzögerte sich insgesamt noch um viele Jahre, da das "Nachkriegs-Matriarchat" ein natürliches Ende fand und die Vernunftkräfte vorübergehend sich wieder behaupten konnten.

3. Ein tragischer Erfolg: Die Zerstörung der Familie in Deutschland.

Damit war das väterliche Familienoberhaupt formell abgeschafft - und zwar, was seine Rechte, nicht, was seine Pflichten angeht. Insgesamt haben wir also folgendes Ergebnis:

Einer weiteren Zerstörung der Familie waren nunmehr Tür und Tor geöffnet.

So wurde am 14. Juni 1976 das erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts beschlossen; am 1. Juli 1977 trat es in Kraft. In Scheidungssachen wurde nun das bisher geltende Verschuldensprinzip abgelöst durch das Zerrüttungsprinzip. Auch dieses geht auf ein persönliches Anliegen von Selbert zurück: Bereits im Jahre 1930 hatte sie über das "Zerrüttungsprinzip bei der Scheidung" promoviert.

Für Frauen ist die Scheidung seitdem ein lohnendes Geschäft, während sie für Männer oft genug den totalen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Ruin bedeutet.

Ferner haben unzählige Kinder auf diese Weise ihre Väter verloren - sicher weitaus mehr als im Zweiten Weltkrieg. Zudem enthält das Gesetz eine Regelung, wonach Kinder nicht mehr automatisch den Zunamen des Vaters tragen. Auch damit wird der Verlust väterlicher Führung bekräftigt. Die Psychotherapie-Bedürftigkeit unserer Kinder ist massiv gestiegen, die Zeugungswilligkeit der Männer - und damit die Geburtenzahl - rapide gesunken.

Ob das "Gesetz zur Änderung des Unterhaltsrechts" von 2008 die Lage für unsere Kinder verbessert hat, ist fraglich, denn das Statistische Bundesamt bescheinigt für 2010 eine Zunahme der Sorgerechts-Entziehungen um 4 Prozent, bezogen auf das Vorjahr.

Dem Ansehen von Selbert hat all das nicht geschadet - im Gegenteil. Im Wikipedia-Artikel "Elisabeth Selbert" lesen wir:

Für ihre Leistungen wurde Elisabeth Selbert 1956 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 1969 erhielt sie den Wappenring der Stadt Kassel und 1978 wurde ihr die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen verliehen. 1984 wurde Elisabeth Selbert Ehrenbürgerin der Stadt Kassel.

In zahlreichen Städten wurden Straßen nach ihr benannt. Seit dem Wiedereinzug des Bundessozialgerichts in das modernisierte Dienstgebäude im Dezember 2009 trägt der im Innenhof des Gebäudes im Zuge der Modernisierung neu erbaute Sitzungssaal den Namen Elisabeth-Selbert-Saal. Mehrere Schulen in Deutschland tragen ihren Namen.

Wie wir wissen, werden selbst massive Statuen gestürzt, wenn die Zeit hierfür reif ist. Tragen wir dazu bei, daß ein entsprechender Bewußtseinswandel stattfinden möge!


Inbezug auf die durch Selbert mitverursachte Scheidungspraxis ist nach wie vor die Lektüre der 1985 erschienenen Schrift "Vom Rechtsstaat zum Faustrechts-Staat" von Prof.Dr. Joachim Wiesner sehr zu empfehlen.

4. Die Lüge im Prinzip Gleichberechtigung.

Nicht für alle Fehlentwicklungen in der Politik, die das Verhältnis von Mann und Frau betreffen, ist Selbert unmittelbar verantwortlich zu machen. Die Zahl der Mitläuferinnen und Trittbrettfahrerinnen, ja der Mittäterinnen ist Legion. Aber es bleibt die Tatsache, daß entscheidende Weichenstellungen auf Selbert zurückgehen.

In einem Flugblatt der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg mit dem Titel "Ein Glücksfall für die Demokratie - Die vier Mütter des Grundgesetzes" lesen wir folgende Schlußsätze:

1994 folgte das zweite Gleichberechtigungsgesetz und die Ergänzung des Gleichberechtigungsartikels im Grundgesetz. Schrittweise fand so eine Bewegung in Richtung Gleichberechtigung von Frauen und Männern statt. Rechtlich ist die Gleichberechtigung weitgehend erreicht.

Mit der "Ergänzung" - in Wirklichkeit Perversion - ist folgender Passus in Artikel 3 GG gemeint:

Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Dieses Hinwirken "auf die Beseitigung bestehender Nachteile" ist ein ganz hoffnungsloses, aber in seiner perversen Energie höchst zerstörerisches Unterfangen. Denn die "bestehenden Nachteile" sind rein natürlich begründet.

Die Unterstellung, daß Frauen nur aufgrund von männlicher Mißgunst weniger Führungspositionen einnehmen, ist nichts Anderes als die weitreichendste jemals erfundene Verschwörungstheorie - noch weitreichender als Lenins und Hitlers Theorien von der Ausbeuterklasse bzw. der jüdischen Weltverschwörung.

Allerdings kann kaum ein Zweifel bestehen, daß auch Selbert an die feministische Verschwörungstheorie glaubte. Und ebensowenig kann ausgeschlossen werden, daß sie sämtliche Bemühungen der Verstaatlichung dieser Ideologie mitgetragen hätte, wenn ihr die Lebenszeit das erlaubt hätte:

Nach wie vor existiert in unserer Gesellschaft ein Demokratiedefizit, wenn es um die Chancengleichheit der Geschlechter geht. Gefragt ist deshalb immer noch eine aktive Gleichstellungspolitik. Nur so kann das von den 'Müttern des Grundgesetzes' und anderen engagierten Frauen erkämpfte Grundrecht mit Leben gefüllt - und der Verfassungsauftrag Gleichberechtigung verwirklicht werden.

Eine von diesen vier Müttern des Grundgesetzes, und zweifellos die erfolgreichste, war Elisabeth Selbert.

Es wird Zeit, derartige "Vorbilder" neu einzuordnen und bewußtseinsbildende Maßnahmen einzuleiten.


Nachträge:

Samstag, den 20. Dezember 2014 um 11.15 Uhr
T.R.E.Lentze
Vergleiche dazu auch den "Welt"-Artikel vom 20-11-2014
Heerscharen von Trümmerfrauen waren ein Mythos.

Dort - mit Hinweis auf die Denkmal-Verhüllung durch zwei Abgeordnete der Grünen - weitere Verlinkungen.
Sonntag, den 30. November 2014 um 00.30 Uhr
T.R.E.Lentze
Am 28. November 2014 erschien in der "Süddeutschen" ein Artikel mit dem Titel: Trümmerfrauen nach Zweitem Weltkrieg - Ein arrangierter deutscher Mythos.

Es handelt sich um eine Rezension des Buches von Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Klartext-Verlag, 2014. 483 S., 29,95 Euro.

Zitat: "Es heißt, die Trümmerfrauen hätten Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeräumt. Das ist ein Irrtum - belegt eine faktengesättigte Monografie, die vielen Shitstormern nicht gefallen wird."
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