MannPassAuf! Wider die Gräuel
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Details zu Sally Miller Gearhart (18-11-08)

Von den drei mir bekannten Befürworterinnen eines weltweiten Massenmords an Männern - eines Androzides - ist Valerie Solanas die (bei uns) bekanntere; gefährlicher ist aber vielleicht Sally Miller Gearhart.

Sally Miller Gearhart wurde am 15-4-1931 in den USA geboren. Sie schlug eine akademische Laufbahn ein, engagierte sich für die Lesben- und Schwulenbewegung und beteiligte sich an der Einrichtung der ersten Lehrstellen für Genderstudien. Daneben schrieb sie Science-fictions-Literatur, u.a. den Roman "The Wanderground" (deutsch: Das Wanderland - Erzählungen von den Hügelfrauen).

Dieser Roman handelt von einer ländlich verborgenen Gemeinschaft von Frauen, die untereinander und zur Natur magische Beziehungen unterhalten und sich durch Eiverschmelzung fortpflanzen. Sie konzentrieren ihre Kräfte auf die Heilung der Erde, d.h. auf die Zusammenballung der globalen weiblichen Energie, welche sie gegen das gewalttätige und zerstörerische Patriarchat einsetzen wollen. Männer und technische Apparate sind durch eine Revolte der Großen Mutter eingegrenzt worden auf dicht besiedelte Städte. Daneben existieren männliche Separatisten, "Besser-Männer" sozusagen, welche sich nicht in das dualistische Schema fügen.

Es kommt hier also eine sexistisch-heidnische Religiosität zum Ausdruck, in welcher ein Gut-Böse-Dualismus sich nahezu vollkommen deckt mit der Geschlechter-Dichotomie: Frauen verkörpern das gute und heilende Prinzip; Männer das böse und zerstörerische Prinzip.

Diese Einstellung steht in einem äußerst krassen und merkwürdigen Widerspruch insbesondere zu dem Schlußsatz der autobiografischen Notiz auf ihrer Homepage. Sie schreibt dort:

"Immer häufiger preise ich die Menschen, welche durch Andere als "mein Feind", "unakzeptabel" oder "verrückt" bezeichnet werden. Diese Menschen haben meinen Hunger nach Mannigfaltigkeit verstärkt und mich zur Erkenntnis geführt, daß, am Ende und am Anfang, die Liebe die universale Wirklichkeit im Herzen der Schöpfung ist."

Merkwürdig ist zudem, daß Gearhart bemüht war, ihre sexistisch-heidnischen Religiosität mit der Lehre der (protestantischen) Kirche in Einklang zu bringen.

Jedoch nicht nur in o.g. Roman, nein, in einem Essay von 1982 hat sie folgende Forderungen erhoben:

  1. Jede Kultur muß jetzt Schritte unternehmen, damit die Zukunft weiblich wird.

  2. Die Verantwortung für den Fortbestand der menschlichen Gattung muß in allen Kulturen wieder in die Hände der Frauen gelegt werden.

  3. Der Anteil der Männer muß auf ungefähr 10 % der menschlichen Rasse reduziert und festgeschrieben werden. (Zitiert nach Claudia Heyne: Täterinnen, 1993)

Man kann diese Frau nicht so leicht abtun wie die Solanas, welche erkennbar verrückt oder zumindest borderline war. Vielmehr handelt es sich hier um eine Professorin, die viel Anerkennung genießt, und um eine Aktivistin von großer Tatkraft.

Das Frappierende an ihr ist, daß sie sich gleichzeitig zu einer nicht eigentlich christlichen, immerhin aber universalen Liebe bekennt - und gleichzeitig zur Vernichtung fast der Hälfte der Menschheit. Entsprechend kommentiert auch Claudia Heyne in ihrem Buch "Täterinnen":

"Es ist eine bittere Ironie, daß ausgerechnet eine Frau, die apodiktisch von der größeren Friedfertigkeit des weiblichen Geschlechts ausgeht, uns im Namen der Schaffung einer weniger gewalttätigen Welt ein Zeugnis unerbittlicher Aggressivität liefert."

Wer von uns möchte ihr da nicht beipflichten?

Auf ihrer Webseite erwähnt die Autorin ihren sonderbaren Essay "Die Zukunft - wenn es eine gibt - ist weiblich" (darin die Forderung vom Androzid) nicht. Der ist gegenwärtig nicht einmal mehr im Handel. Ich vermute, daß Gearhart dafür stark angegriffen worden ist und die Konsequenz gezogen hat.

Interessant ist übrigens, daß Claudia Heyne ("Täterinnen", 1993) den Namen der Androzid-Befürworterin falsch geschrieben hat - nämlich Gaerhart statt Gearhart - und diese Falschschreibung in einer Veröffentlichung zur Mathematik - "Spaß mit Statistik" - anscheinend übernommen worden ist. Da ist der Satz "Der Anteil der Männer muß auf etwa 10 % der menschlichen Rasse reduziert und festgeschrieben werden" aufgeführt als Lehrbeispiel.

Das erwähnte Buch "Das Wanderland - Geschichten von den Hügelfrauen" ist übrigens im englischen Original online aufrufbar und abladbar. Deutsche Übersetzungen sind bei Amazon noch billig zu bestellen.

Und nochmals der Hinweis, daß die Konsequenz aus diesem sehr anspruchsvollen Konzept zumindest teilweise die gleiche ist, wie sie im SCUM-Manifest gezogen wird. Nur eben viel besser begründet und insofern überzeugender. Kritische Vernunft ist geboten!

Quelle: Biografie und Bibliografie (englisch).

Nachtrag 6-5-2012: Eine deutsche Übersetzung ihres Essays habe ich vor über einem Jahr bereits hier veröffentlicht.

Vgl. dazu auch: S.M.Gearharts globales Entmannungs-Plädoyer - JETZT AUF DEUTSCH !

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