MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

"Warum noch Mann und Frau? Anthroposophische Geschlechterforschung" - Eine Kritik. 24-2-2011

Kürzlich schrieb ein Männerrechtler in einem einschlägigen Forum, daß es keiner tieferen (oder höheren) Gründe bedürfe, um die Ideologien des Feminismus und Genderismus zu erklären. Die Dummheit würde als Erklärung genügen. Mir genügt sie nicht. Ich unterstelle geistige Mächte, welche den Menschen inspirieren, sowie Gesetzmäßigkeiten, unter denen diese Wesen handeln. Menschliche Dummheit mag hinzukommen, aber damit müssen wir uns nicht abfinden.

Was liegt also näher, ein Buch wie das oben genannte zu Rate zu ziehen? Im Folgenden gebe ich eine Kritik des Beitrages der Herausgeberin Birgit Grube-Kerstin, der den anspruchsvollen Titel trägt: "Geschlechterforschung als spirituelle Wissenschaft."

Um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis hat mich enttäuscht. Mit Wissenschaft hat der 26 Seiten lange Beitrag fast nichts zu tun, und mit Anthroposophie eigentlich noch weniger - es sei denn, man bezeichnet einen Text, in dem Rudolf Steiner in der Absicht der Stützung eigener Vorstellungen zitiert wird, als anthroposophisch.

Gleich auf der ersten Seite lesen wir, daß bisherige Denker

Wesensunterschiede zwischen Mann und Frau weitgehend als naturgegeben und nicht in Frage zu stellen interpretiert [hätten], um damit Rollenfestschreibungen und männliche Herrschaftsansprüche zu legitimieren.

In der Neuzeit wäre dann versucht worden,

die patriarchalen Strukturen zu leugnen und sie so einer Kritik zu entziehen.

Mit derartigen Behauptungen, die in allen "Gender Studies" ständig wiederholt werden, verstößt die Autorin gleich gegen eines der ersten Prinzipien nicht nur jeder wissenschaftlichen Arbeit, sondern insbesondere auch der anthroposophischen Forschung: Vorurteilslosigkeit. (Wer anthroposophisch arbeitet, muß noch ein Stück vorurteilsloser vorgehen als gewöhnlich, weil er durch keine sinnliche Wahrnehmung korrigiert wird.)

Auf der nächsten Seite stellt die Autorin fest, daß es der Genderforschung - für die sie offenbar vorbehaltlos eintritt - darum geht,

Strukturen zu erkennen und aufzulösen, was die Voraussetzung dafür ist, sie sinnvoll neu konstruieren zu können.

Es geht letztlich also gar nicht um Forschung, sondern um ein Programm zur Veränderung der Gesellschaft. Auf den folgenden Seiten gibt Frau Grube-Kerstin dann Beispiele für matriarchales Um-Denken, besser gesagt für die Umschreibung unserer Kulturgeschichte. In diesem Sinne bespricht sie etwa Christa Wolfs Roman "Medea" und erklärt zustimmend:

Christa Wolf erzählt die alte Geschichte also neu in einer feministischen Wendung [...] Bevor man das ablehnt und einseitig findet, sollte man sich allerdings fragen, ob es nicht ebenso einseitig und fragwürdig ist, wie Euripides und andere Dichter die Dinge im Sinne des Patriarchats darstellen."

Das ist ein krasser Widerspruch zur anthroposophischen Sichtweise Rudolf Steiners, demzufolge es darauf ankommt, eine Kulturepoche aus sich selbst heraus zu verstehen, anstatt sie dem Urteil einer späteren Epoche oder gar dem eigenen persönlichen Urteil zu unterwerfen.

Der folgende Abschnitt im Text ist überschrieben mit "Matriarchatsforschung als Ausgleich". Hier zitiert die Autorin Frau Göttner-Abendroth anhand von deren Umdeutung u.a. der biblischen Geschichte von Lot. Die Bibel wird dabei gar nicht ernstgenommen, vielmehr als ein Summe "frauenverachtender" Darstellungen bezeichnet, die - jetzt folgt wiederum ein "Knaller"! -

durch die entsprechende Aufdeckung und Ablehnung korrigiert werden muss. Das ist eine der Aufgaben der Geschlechterforschung in Verbindung mit feministischer Anthropologie, Geschichtsforschung und Theologie.

Aus dem Abschnitt "Blutige Kulte und der Untergang matriarchaler Strukturen" zitiere ich nur den folgenden Absatz:

Verzicht auf Gewalt und Blutopfer nur auf der weiblichen Seite kann eine ethische Höherentwicklung nicht bewerkstelligen, wenn dann ein weltweites Patriarchat entsteht, das ungeniert den Krieg zum Vater aller Dinge erklärt und das Recht des Stärkeren zum Ausdruck göttlichen Willens!

Wie kann angesichts von millionenfacher "Abtreibung" ungeborener Menschen, die rechtlich in ausschließlich weiblicher Willenserklärung gründet, von Verzicht auf Gewalt und Blutopfer die Rede sein? Es ist doch das gegenwärtig auf Gesetzesgrundlage real existierende Matriarchat, welches nicht nur millionenfach tötet (was der Steuerzahler zwangsweise mit jährlich 40 Millionen Euro bezuschußt), sondern ingestalt von "Gender-Studies", insbesondere ingestalt der Matriarchats-"Forschung", immer wieder die muttergöttliche Legitimation dieses Handelns zu erbringen sucht.

Es wäre unergiebig, auch noch die weiteren Abschnitte im einzelnen zu besprechen. Die Autorin tut nämlich nicht anderes, als alte matriarchale Zustände zu beschwören und sie von Jahrtausende alten Fehldeutungen zu "befreien". Mit Wissenschaft oder gar Anthroposophie (die nochmals erhöhte methodische Anforderungen verlangt) hat das, wie schon eingangs gesagt, nichts mehr zu tun. Es ist reine differenz-feministische Agitation.

Daran ändert auch der Schluß-Abschnitt nichts, in dem von "sozialer Intelligenz" die Rede ist und überdies Rudolf Steiner beschworen wird. Der gesamte Beitrag setzt also ein mit klassenkämpferischen Paukenschlägen und klingt aus mit versöhnlichen, aber eigentlich nichtssagenden Worten. Es ist die übliche Rhetorik der ideologischen Agitatoren: Erst drohen (hier durch pauschale Schuldzuweisung an "das Patriarchat"), dann dem Gegner die "Chance" geben, den Diskurs zu verlassen, ohne sein Gesicht zu verlieren. Er muß nur versprechen: Keine Herrschaft mehr, sondern von jetzt an Partnerschaft - an deren Definition er freilich nicht beteiligt wird.


Was könnte Anthroposophie denn nun zur Frage der Geschlechter und zur Beurteilung von Feminismus bzw. Genderismus beitragen? Ich will eine Antwort versuchen und mich dabei auf die Gesichtspunkte beschränken, die sich u.a. aus der Lektüre von Steiners Schriften ergeben.

Es war die Französische Revolution, welche in großem Stile die Forderung nach Gleichberechtigung auch der Geschlechter erhob. Bezeichnend hierfür ist die Déclaration des droits de la Femme et de la Citoyenne der Olympe de Gouges, welche es sich darin - bezeichnenderweise - nicht verkneifen konnte, den Mann zu verhöhnen:

Von Paris bis Peru, von Japan bis nach Rom, das dümmste Tier, meiner Meinung nach, ist der Mann.

Was Christus der Menschheit versprach, nämlich die Gleichheit aller Menschen vor Gott angesichts der Erlösung durch Christus - natürlich sind Menschen frei, dieses anzunehmen oder auch abzulehnen -, das wird in Klassenkämpfen auf irdische Ebene herabgezogen und mit Zwang "verwirklicht". Dem Klassenkampf - zuerst der sozialen Schichten, dann der Rassen, zuletzt der Geschlechter - wurde bzw. wird ein moralisches bzw. mutter-religiöses Etikett von gerechtem Ausgleich aufgeklebt, um damit grausamste, perverseste Orgien zu rechtfertigen, wie sie schon im Verlaufe der Revolution selbst auftraten.

Nun aber ist die Französische Revolution ein dämonisches Gegenstück zum Pfingstereignis. Valentin Tomberg schreibt in seinen "Anthroposophischen Betrachtungen zum Neuen Testament und der Apokalypse" (1935-1938) die folgenden Sätze:

Die Wirklichkeit des Pfingstereignisses stand in der Geschichte hinter der Idee der Kirche: sie war die Wirklichkeit, deren Eindruck - allmählich verblassend - später zur Idee der alle Völker umfassenden Gemeinschaft der Christen wurde. Auch war das Pfingstfest die wirkliche weltgeschichtliche Erfahrung der Freiheit, verbunden mit Brüderlichkeit in der demutvollen Gleichheit angesichts der Größe des umfassenden Christusmysteriums. Jene weltgeschichtliche Erfahrung wurde aber später - diesmal nicht mehr zu einer Idee, sondern zu ihrem verzerrten Gegenbild in der Gestalt jenes ungeheuren Unglücks der Menschheit, welches die französische Revolution war.

Denn jene Revolution war das genaue Gegenbild des Pfingstereignisses: es bildete sich da eine Gemeinschaft von Menschen im Bewußtsein ihres Rechts ("le droit humain") um die Gestalt der Gloire herum. Was Maria-Sophia beim Pfingstereignis war, das wurde die imaginäre Gestalt der Gloire - und was damals das vollkommene Schweigen der durch die Leere und Einsamkeit gegangenen Seelen der Jünger war, das wurde nun zum lauten Fordern der Rechte.

[S.238 der Ausgabe von 1991. Hervorhebungen und Absatzgliederung durch mich.]

Dieses "laute Fordern der Rechte" einer jeweils sich unterdrückt glaubenden Klasse, einer Klasse von fordernden "Opfern", ist heute ingestalt des Feminismus virulent. In dieser Ideologie ist, deutlicher noch als es im Kommunismus und im Nationalsozialismus war, jedes Element des Pfingstereignisses auf den Kopf gestellt:

o An die Stelle einer Theologie bzw. Anthroposophie tritt die Matriarchats-"Forschung". (Schon Marxismus und Nationalsozialismus liebten die Pseudowissenschaftlichkeit.)

o An die Stelle der Sophia-Maria, der geduldigen "mater dolorosa", tritt die kämpferische Frau, welche, wie im Bild von Delacroix dargerstellt, "die Freiheit zum Siege führt".

o An die Stelle des menschheitlich zentralen Liebes-Opfers Jesu Christi tritt das fordernde Anspruchs-Opfer, vervielfältigt als gesichtslose globalisierte Masse.

o An die Stelle von Vergebung tritt Schuldzuweisung.

o An die Stelle der Freiheit tritt die zwangsweise Kollektivierung (bzw. staatlichen "Implementierung" von GM-Ideen) in der Zielsetzung einer "besseren Welt" und eines "neuen (klassenlosen, heute: geschlechtslosen) Menschen".

o An die Stelle der Brüderlichkeit tritt die staatlich geregelte Umverteilung.

o An die Stelle der Gleichheit vor Gott tritt die irdische "Gleichberechtigung" bis hin zur "Gleichstellung" per Quote und "positiver Diskriminierung."

Diese Aufzählung ließe sich fortführen. Natürlich läßt sich einwenden, daß die Französische Revolution nicht hätte erfolgen müssen, wenn die Kirche ihrer Bestimmung uneingeschränkt gefolgt wäre. So zu argumentieren heißt aber nur, die Schuldzuweisung von dem Mann bzw. dem Patrarchat auf die Christenheit als ganze, und letztlich auf den sündigen Menschen selbst zu verlagern, also alle anzuklagen. Daran aber zeigt sich: Wir stehen vor der Wahl, entweder die Nachfolge Christi anzutreten, also unseren Mitmenschen zu vergeben - was nur möglich ist, indem wir uns mit Christus verbinden -, oder aber weiterhin Schuldzuweisungen und "gerechte Forderungen" auszusprechen.


Wie aber ist nun das Verhältnis der Geschlechter in Wahrheit beschaffen? Es läßt sich nicht übersehen, daß Jesus Christus, wenn er auch Frauen eine bedeutende Rolle zugewiesen hat, ausschließlich Männer ausgesandt und daß er einen Mann, nämlich Petrus beauftragt hat, seine "Lämmer zu weiden". Was irdische Verhältnisse betrifft, so werden hierarchische Verhältnisse wie die von Herr und Knecht oder von Mann und Frau im ganzen Neuen Testament nirgendwo angefochten.

Darüber hinaus lehrt uns schon der unvoreingenommene Blick auf die Tatsachen, daß der Mann im eigentlichen Sinne der Mensch ist, die Frau aber eher ein Teil des Menschen. Zunächst gilt das räumlich: Die Frau paßt sozusagen in den Mann hinein, weil sie kleiner ist. Auf den Ebenen von Kultur und Zivilisation gilt aber das Entsprechende. Natürlich kann man den zweiten Sachverhalt oder sogar beide Sachverhalte als Folge von Unterdrückung interpretieren, aber das sollte man dann auch als Interpretation bezeichnen, und nicht als Tatsache.

Die neuere Biologie hat uns ferner zu der verbreiteten Annahme geführt, daß der Mann zwei verschiedene Geschlechts-Chromosome hat, die Frau aber nicht. (Ich sage bewußt "Annahme", weil die meisten von uns die Mitteilungen der Biologen nicht überprüfen können.) Eine Genom-Untersuchung des Mannes erlaubt ihm daher, sowohl seine männliche als auch seine weibliche Ahnenreihe zu erforschen; der Frau ist nur die Erforschung ihrer mütterlichen Erblinie möglich.

Bildlich gesprochen, hat also der Mann einen linken und einen rechten Schuh, die Frau aber nur einen linken, den aber zur Reserve doppelt. Auch dies bestätigt die Aussage: Der Mann ist der eigentliche Mensch, er enthält ihn ganz; die Frau ist ein Teil davon. Der Mann enthält sowohl männliche als auch weibliche Anteile und kann auch in weiblichen Berufen Hervorragendes leisten. Für Frauen gilt das Entsprechende in unbestreitbar geringerem Maße. Dazu trägt schon ihre geringere Abweichung von statistischen Mittelmaßen bei.

Nimmt man aber Erkenntnisse hinzu, die nur auf höhersinnliche Weise zu gewinnen sind, so ändert sich das Bild. Jeder Mensch verkörpert sich nämlich (in der Regel) abwechselnd als Mann und als Frau. Im Maße nun, als hiervon ein Bewußtsein, oder gar ein Erinnerungsvermögen zunimmt - seit einiger Zeit ist dies der Fall -, wird sich der Mensch also auch seiner gegengeschlechtlichen Anteile bewußt, die auf Erfahrungen in früheren Leben beruhen. So besehen ist die Unterscheidung von biologischem und einem nicht biologischen Geschlecht ("gender") durchaus sinnvoll. Jedenfalls bietet die Idee der Wiederverkörperung einen Erklärungsansatz dafür, warum anscheinend immer mehr Menschen überzeugt sind, in einem "falschen" Körper zu stecken, und eine Korrektur vornehmen lassen.

Nun teilt sich, wie auch Frau Grube-Kersten richtig feststellt, der Feminismus in zwei gegensätzliche, ja zunächst einander ausschließende Strömungen auf:

o "Matriarchats-Forschung" (Differenzfeminismus) einerseits, und

o "Queer" (Identitätsfeminismus, Genderismus) anderseits.

Der anthroposophisch Vorgebildete - oder "Vorbelastete" - wird sie leicht dem luziferischen und dem ahrimanischen Einfluß zuordnen. Luzifer ist der Geist, der sich u.a. zur Vergangenheit, d.h. zu vergangener Größe hinsehnt; Ahriman ist der Geist, der mit unmenschlicher Willenskraft und kalter Intellektualität eine künftige mechanisierte Welt schaffen will, in der die Menschen zu tierhaften Automaten reduziert sein werden.

Wie aber Mann und Frau nicht in einer Polarität aufgehen, sondern in einer hierarchischen Beziehung stehen, so gilt das vergleichsweise auch für Ahriman und Luzifer: Ersterer ist der ältere, mächtigere Geist, und letztlich immer der "Gewinner". In diesem Zusammenhang bedeutet das, daß der Differenz-Feminismus, bei aller Gegensätzlichkeit zum Genderismus, von diesem letztlich vereinnahmt werden wird. Frauen werden vereinnahmt, indem ihnen das illusionäre Bewußtsein des Anspruchsopfers eingepflanzt und ihnen ein "Ausgleich für die bisherige Jahrtausende währende Unterdrückung" versprochen wird. Es ist luziferischer Stolz, der sie blind macht und sie in ihrer Entwicklung behindern wird.

Letztlich werden folglich auch sie zu geschlechtlich beliebig manipulierbaren Wesen geformt, so wie das der Genderismus anzielt. Damit hätten wir das genaue Gegenteil des bereinigten Menschen, wie ihn das Erlösungswerk Christi zum Ziel hat. Wir hätten das, was zwangläufig erfolgen müßte, wenn Christus den drei Versuchungen in der Wüste, insbesondere der dritten Versuchung - Steine in Brot zu verwandeln - nachgegeben hätte. So aber kommen diese apokalyptischen Zustände nicht zwangsläufig, sondern sie kommen, wenn Menschen das zulassen, weil sie die Ideologien nicht durchschauen und in Christus nicht ihren Erlöser erkennen.


Das führt mich zu der Frage, wie anthroposophische Autoren, hier Frau Grube-Kersten, dermaßen auf Abwege geraten können. Anscheinend habe ich inbezug auf die Anthroposophie zu hohe Erwartungen gehabt, so wie ich sie früher auch gegenüber der Kirche hatte. Es ist dann Sache der zunehmenden eigenen Reifung, daß man Erwartungen preisgibt und selber sich selber bemüht, den Idealen einer Bewegung gerecht zu werden.

Anthroposophen unterstellen die Existenz eines sogenannten luziferischen Lügengürtels, durch den alle hindurchmüssen, die eine spirituelle Entwicklung verfolgen. Man gerät in eine geistige Welt, die einen glauben läßt, im Besitz höherer Erkenntnisse zu sein, und die einen hochmütig macht. Es ist nicht verwunderlich, daß manch ein Strebender dort "hängenbleibt". Das muß aber nicht sein. Wer Anthroposophie ernstnimmt, hat auch die Mittel, um derartige Illusionen zu vermeiden.

Es ist nun genau dieser Gürtel, der mit dem Pfingstereignis erstmals durchbrochen wurde. Vorausetzung war das Lebenstableau des Auferstandenen, das ingestalt von Imaginationen in dieser Sphäre verblieb. Das Lebenstableau gewöhnlicher Verstorbener (d.h. ihre Rückschau auf das vergangene Leben) verflüchtigt sich wieder, da mit der Auflösung des Ätherleibes nach etwa drei Tagen der "zweite Tod" eintritt. Während dieser Zeit schützt das Tableau aber den Menschen vor einen Blick in die "Hölle", d.h. in die satanische Welt Ahrimans.

Wenn das Glaubensbekenntnis die Worte "niedergefahren zur Hölle" sprechen läßt, so ist damit der Umstand bezeichnet, daß der Auferstandene die Grenze zu Ahrimans Reich, das Reich des "Höllenfürsten" oder des Todes, überschritt und ihn dort überwand. In der Folge konnte ihn auch der "zweite Tod" nicht ereilen. (Übrigens ereignete sich eine Spiegelung der Grenzüberschreitung "nach unten", als gleichzeitig, wie es in der Bibel heißt, der Vorhang zum Allerheiligsten im Tempel zerriß, womit auch ein neuer Zugang "nach oben" geschaffen wurde.)

Entscheidend in vorliegendem Zusammnhang ist jedenfalls, daß mit dem Lebenstableau Christi Imaginationen in den Bereich Luzifers traten (d.h. dort, wo sich der Lügengürtel befindet) die zwar im Irdischen verwurzelt sind, durch Luzifer aber unberührt blieben und seinem Einfluß auch nicht zugänglich sind. Dies veranlaßte Luzifer seinerseits zur Preisgabe seiner illusionären Welt, die aus geraubten Imaginationen besteht - geraubt von der Sophia. Was das Evangelium nach Johannes als den Paraklet, den Tröster bezeichnet, ist somit ein einmaliges Zusammenwirken von Sophia und Luzifer mit der Folge einer begeisternden, befeuernden Wirkung auf die Jünger. Erst hiermit konnte das Christentum in die Welt getragen werden. Wo es nicht "angekommen" ist oder wieder verloren wurde, ist Klassenkämpfen und Revolutionen der Boden bereitet.

Da die tieferen Zusammenhänge nur für christliche Esoteriker mit den nötigen Kenntnissen verständlich sind, bzw. eine sehr umfangreiche Darlegung erzwingen würde (früher verstanden viele Menschen diese Zusammenhänge allerdings aus einem gesunden Gefühl heraus), sei Näheres hier nicht ausgeführt. Abschließend möchte ich meiner Hoffnung Ausdruck geben, daß Anthroposophen sich mit der Geschlechterfrage doch noch gründlich befassen mögen und dies nicht länger den staatlich finanzierten und gelenkten "Gender studies" überlassen.


MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.