MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Queer versus Quote. (24-8-2010)

Semenya

Als mein Sohn, damals noch Grundschüler, in einem Wettkampf als Sieger durchs Ziel lief, hatte er trotzdem verloren - jedenfalls nach Punkten. Wie das? Die Mädchen bekamen geschlechts-typisch ein paar Punkte gutgeschrieben, damit sie die Jungen, wenn nicht grundsätzlich "überholen", so zumindest doch "mit ihnen gleichziehen".

Diesen Trick können wir aber aushebeln. Caster Semenya, die südafrikanische Läuferin, hat uns das vorgemacht.

Moment mal, sagte ich "die Läuferin"? Das ist nur Gewohnheit, denn alle sagen "die". Doch man sehe sich diese "Frau" einmal an, das schmerzt geradezu. Nicht, daß sie an und für sich häßlich wäre. Aber um in ihr - als Mann - eine Frau zu sehen, kann man sich auf sein Instinktarium nicht stützen. Zumindest um sich von ihrem Anblick erregen zu lassen, müßte man schwul, zumindest bisexuell sein. Sagen wir es doch klipp und klar: Semenya ist ein Mann. Nicht, weil die Labor-Ergebnisse das vielleicht noch bestätigen werden, sondern weil die gesunde, die durchschnittliche Intuition einem das versichert. Diese breiten Schultern und die Baßstimme; diese massigen Muskeln und die fehlenden Brüste; dieses zwar bartlose und dennoch unweibliche Gesicht !

Semenya hat Furore gemacht. Nicht, weil er seine Mitläuferinnen um eine Buslänge abgehängt hat. Das wäre einfach nur sensationell gewesen, und ein Grund zum Jubeln für Semenya und vor Allem für Südafrika. Aber wir wissen ja: Statt Jubel gab es Beklemmung. Und bald wurde es zunehmend peinlich. Die Untersuchung nämlich, ob Semenya nun Mann oder Frau ist, schleppten sich hin. Offiziell ist Semenya zwar wieder als Frau zugelassen, aber die Intuition sagt uns allen: Da stimmt etwas nicht. Bekanntlich hat das Gremium unter erheblichem Druck gestanden, nicht nur seitens der südafrikanischen Nation, welche das Schreckbild eines "Dritten Weltkrieges" herraufbeschwor und damit diffus das kollektive Schuldgefühl der Weißen aktualisierte. Nein, das Gremium sah sich auch global dem Vorwurf ausgesetzt, Menschen durch Bloßlegung ihrer Pivatsphäre zu verletzen.

Dieser Vorwurf aber ist neu; und zugleich ist er paradox, wenn man ihn vor dem Hintergrund der zunehmenden Politisierung des Privaten sieht. Denn der Gesetzgeber mischt sich immer tiefer in die Privatsphäre ein: Er ahndet die häusliche Gewalt und bestraft die Vergewaltigung in der Ehe; zugleich legalisiert er, was früher geleugnet werden mußte, nämlich die gleichgeschlechtliche Partnerschaft. Damit nicht genug, entblößen selbst Politikerinnen ihre schwangeren Bäuche. Sie wollen "ehrlich" sein gerade da, wo es keiner verlangt. Und jetzt kann einem Caster Semenya nicht zugemutet werden, öffentlich, zumindest aber vor einem Gremium, die Hose runterzulassen? Warum wird ausgerechnet hier, wo an einem unausgeräumten Verdacht angeblich der Dritte Weltkrieg hängt, die Privatsphäre heiliggesprochen?

Dabei geht es nur vordergründig um die Frage, ob Semenya Mann oder Frau ist. Dann wäre nämlich zu entscheiden, ob er den Siegestitel verdient hat oder nicht. Im Grunde ist das eine Formalität, wenn auch das Ergebnis peinlich sein könnte.

Doch dahinter tut sich sofort eine andere Frage auf: Ist das Geschlecht in vorliegendem Falle überhaupt definiert? Und falls nein, gilt das vielleicht auch für einen großen Teil der Leistungssportlerinnen überhaupt? Es ist doch auffällig, daß Semenyas Mitläuferinnen nicht von Betrug sprachen, sondern ihren Verliererstatus ganz klaglos geschluckt haben! Soll oder darf man also im Leistungssport künftig überhaupt noch "diskriminieren", wörtlich: unterscheiden?

Falls nein, dann könnten "richtige" Frauen an sportlichen Wettkämpfen nicht mehr teilnehmen - ganz einfach, weil sie, ebenso wie Kinder, Alte oder Behinderte, verlieren würden. Gewinnen kann ja nur, wer der Beste ist, der Beste zumindest in seiner Klasse. Wenn aber die Klassen hier aufgehoben werden, also ein klassenloser, weil geschlechtsloser Sport eingeführt würde, dann wären die Frauen schlicht nicht mehr dabei.

Eine wirkliche Alternative gibt es nicht. Sie sähe, wenn man sie zuließe, so aus, daß relativ schwache oder untrainierte Männer sich als Frauen deklarieren würden, auch wenn es ihnen keiner glaubt. Aber dies zu überprüfen, bedeutete ja Verletzung der Privatsphäre, eine "Demütigung", wie wir im Falle Semenyas gesehen haben. Ebenso würden sich extrem sportliche Frauen als Männer deklarieren, um wenigstens in den unteren Rängen Siege zu erringen. Auch das dürfte nicht mehr überprüft werden, selbst wenn die Falschangabe noch so offensichtlich ist. Es wäre ja zu demütigend !

Was dann aber auch nicht mehr ginge - ich stelle es mit persönlicher Befriedigung fest -, wäre die Frauen- bzw. Mädchen-Quote, die meinen Sohn zum Verlierer gemacht hat (und mit ihm natürlich andere Jungen auch). Die Quote ist ja nur möglich aufgrund einer Unterscheidung zweier Klassen, hier: Geschlechter, also, wörtlich übersetzt, einer "Diskriminierung". Damit ist es dann zuende, wenn es (unzählige) "Zwischen-Geschlechter", also irgendwie undefinierte oder undefinierbare Geschlechter gibt. Wie nennt man das?

Queer ! Ja, Queer ist der Gegner der (Frauen-)Quote. Das Wort Queer (gesprochen "Kwier") bezeichnet in diesem Zusammenhang alle Menschen, die ihre sexuale Abnormität als ihre persönliche Norm erklären; die sich von der humanen Norm emanzipiert und sich selbst zu jeweils ihrem eigenen Normgeber gemacht haben. Diese Menschen wollen sich noch nicht einmal in ihrer Abnormität einer bestimmten Klasse zuordnen (z.B. den Homosexuellen), sondern sie bilden auch in der Abnormität eine klassenlose Gesellschaft. Darüber hinaus können sie ihre sexuale Identität auch dynamisch verstehen, das heißt, sich selbst ständig neu definieren. Das Konzept entspricht in etwa dem der a-tonalen Musik, in der es keine Tonleitern mehr gibt und jeder Ton "gleichberechtigt" ist.

Mit dem Queer-Konzept sind wir dem Semenya-Skandal, so scheint mir, auf den Grund gekommen. Vordergründig geht es ja nur um die mögliche Aberkennung eines Siegerpreises. Zwar ist allein das schon skandalös, und es ist belastend für den Entehrten und eventuell für seine Nation. Aber der tiefere Grund dafür, daß vom offiziellen Südafrika in derart theatralischer Weise gleich vom drohenden "Dritten Weltkrieg" gesprochen wurde, genauer: die Gewißheit, sich damit nicht sofort lächerlich zu machen, liegt doch wohl eher im Bewußtsein, daß sich weltweit eine Queer-Bewegung ausgebreitet hat, von der die Atonalität in der Musik ein Vorläufer, und die sexuale "Atonalität" der Mainstream ist. Das heißt, daß Menschen in ihrer fortgeschrittenen Gottlosigkeit, in ihrer zunehmenden Emanzipation vom Typenschild ihres Herstellers, gegen den sexualen Feststellungszwang prostestieren.

Die Rechtfertigung dieses Protestes durch Umbenennung in "Verletzung der Privatsphäre" ist wohl eher Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit. Worum geht es wirklich? Es geht um die allgemeine Umverteilung des Heiligkeits- oder Intimitäts-Anspruchs von oben nach unten ! Dies ist die konsequente Fortsetzung des Weges, den wir mit der "Aufklärung", also mit der Emanzipation von unserem kosmischem Vater, eingeschlagen haben. Darum müssen die Gottgläubigen sich jetzt als Fundamentalisten oder als Realitätsleugner und die sexuell Normalen als Heterosexisten und Homophobe beschimpfen lassen. Toleranz wird heute nur gegenüber Menschen geübt, die bisher als pervers galten, während diejenigen, welche sich bisher für normal, im Idealfalle für vorbildlich und gottgeliebt halten durften, jetzt verhöhnt, ja zunehmend verfolgt werden. Diese Umverteilung oder Perversion wird dann noch ethisch maskiert.

Werden also Frauen an sportlichen Wettkämpfen bald nicht mehr teilnehmen? Das ist eine spannende Frage, denn jede Antidiskriminierung erzeugt eine andere Diskriminierung. Es werden nur die Ebenen verschoben, und bisher hat jeder Kampf für die klassenlose Gesellschaft eine neue herrschende Klasse hervorgebracht oder einfach nur das bisherige Verhältnis auf den Kopf gestellt. Insbesondere ist die Gleichberechtigung oft nur Durchgangsphase für eine neue Bevorrechtigung, welche die bisherigen Verhältnisse auf den Kopf stellt.

Sollte der Geschlechterkampf aber doch ein Ende finden, so könnte er - das liegt zumindest in der geschichtlichen Konsequenz - einem noch fundamentaleren Klassenkampf weichen, in welcher der Mensch seine Herrschaft über die Umwelt preisgibt und sich der Herrschaft des Tieres unterwirft. Die Öko-Debatte läßt Anzeichen hierfür erkennen. Bis dahin werden wir uns noch eine Weile an Irrungen und Wirrungen obiger Art delektieren können.


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