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Die "grosse Vorgängerin" ist tot. Wer bekennt sich zu Mary Daly? (9-1-2010)

Mary Daly

Was ist ein Terminator? Das ist - wörtlich übersetzt - ein Beender oder Begrenzer; im übertragenen Sinne jemand, der mit einem Übel Schluß macht oder ihm zumindest enge Grenzen zieht, so zum Beispiel in Anbetracht einer Rasse oder einem Geschlecht. Der Feminismus hat derartige Terminatoren zwar (noch) nicht hervorgebracht, wohl aber entsprechende Vordenkerinnen.

Eine von ihnen ist Mary Daly. In einem Interview (deutsch) antwortete sie auf die Frage, was sie von der Forderung ihrer Kollegin S.M.Gearhart halte, daß "der Anteil der Männer [...] reduziert und festgeschrieben werden [muß] auf etwa zehn Prozent der menschlichen Rasse", wie folgt:

Ich denke, es ist überhaupt keine schlechte Idee . Wenn Leben heißt, auf diesem Planeten zu überleben, dann bedarf es einer Entseuchung dieser Erde. Ich meine, dies wird begleitet werden durch einen evolutionären Prozeß, der zu einer drastischen Reduktion der männlichen Bevölkerung führen wird.

Wie und durch wen oder was dieser "evolutionäre Prozeß" eingeleitet und gesteuert würde, erklärte Daly zwar nicht; aber natürlich wäre es naiv, anzunehmen, daß die Zeit der großen Terminatoren beendet sei.


Wen aber dürfen wir zur Gefolgschaft einer Mary Daly rechnen?

Ina Praetorius

Auf der Webseite der Theologin Ina Praetorius, Unterseite: "Der besondere Text", steht in der Kopfzeile ein Bibelzitat:

"Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden" (1 Joh 3,2)

In einer geläufigeren Übersetzung lese ich: Meine Lieben, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar, was wir zukünftig sein werden. Woran mag eine feministischen Theologin da wohl denken? Offenbar an eine Welt nach dem großen Androzid; an eine Menschheit nach dem Urbild einer Göttin!

Aus dem Text, der nun folgt, wird das klar. "Der besondere Text" ist nämlich überschrieben mit: "Von der Gleichberechtigung zur Weltgestaltung - 40 Jahre Feministische Theologie"; und sein Untertitel lautet:

Für die grosse Vorgängerin Mary Daly, die am 3. Januar 2010 gestorben ist, in Dankbarkeit

Der Text selbst referiert ganz überwiegend Praetorius' eigene Gedankenwelt. Interessant in vorliegendem Zusammenhang sind jedoch die letzten Sätze:

Am besten geht es den Frauen und Männern, die sich einerseits eingestehen, [...] dass mit der patriarchalen Ordnung keineswegs die Welt untergeht. Nein, sofern nicht gerade die Erde bebt, haben wir weiterhin festen Boden unter den Füssen. [...] Sie ist nicht untergegangen, als Kopernikus den Leuten erzählte, die Erde sei nicht der Mittelpunkt des Alls, sondern drehe sich um die Sonne. Den Leuten wurde vielleicht schwindlig, aber die Erde unter ihren Füssen blieb doch ein weitgehend sicherer Boden, auf dem sie Schritte hin zu einem besseren Leben machen konnten. Wie wir heute auch.

Auf diesem Weg in eine offene postpatriarchale Zukunft begleiten uns unsere symbolischen Mütter: [...] und die Feministischen Denkerinnen, Forscherinnen und Aktivistinnen unserer Zeit, von denen Mary Daly eine der radikalsten war. Ihr reichhaltiges Denken ist noch längst nicht ausgeschöpft. Wir werden diese Vorgängerin nicht nur dankbar in Erinnerung behalten, sondern uns weiterhin von ihr mahnen lassen, uns nicht mit zu wenig zufrieden zu geben.

"uns nicht mit zu wenig zufrieden zu geben": Das klingt in Anbetracht dessen, was Mary Daly in o.g. Interview geäußert hat, wie eine Drohung. Und überhaupt: Inwiefern haben wir heute ein "besseres Leben"?

Ideologische Wahnideen haben im vergangenen Jahrhundert Tribute an Menschenleben gefordert wie niemals zuvor, und auch für die Gegenwart gilt: Wir leben in apokalyptischer Zeit. In einer Zeit der Polarisierung, in denen relativ wenige Menschen privilegiert leben, eine immer größere Zahl von Menschen aber in Mangel, Verunsicherung und begründeter Zukunftsangst. Ina Praetorius gehört offensichtlich zu den Privilegierten - um nicht zu sagen zu den Profiteusen. Sie ist keine "ganz große" des Feminismus, aber zumindest, so wie unzählige Frauen, eine Trittbrettfahrerin.

Im Übrigen wird die Welt (bzw. die Erde) möglicherweise selbst dann nicht "untergehen", wenn die ganze Menschheit (oder, wie gefordert, 90% der Mannheit) ausgelöscht würde. Zerstört würde zuerst immer das höchst Entwickelte und folglich am meisten Empfindliche. Das wären, in absteigender Reihenfolge: Männer (die schon jetzt kürzer leben), Frauen, höhere Tiere, zuletzt wohl die Insekten.


Wie aber komme ich dazu - so könnten Sie fragen -, Frau Praetorius wegen ihres Nachrufes anzuprangern? Mit Recht könnten Sie einwenden: Beide, Daly wie Praetorius, haben doch auch vernünftige Gedanken geäußert und sind bzw. waren überzeugt, sich für das Gute oder für eine bessere Welt einzusetzen.

Sicher, Daly sowie wohl alle ihrer Befürworter habe auch Gutes und Richtiges gedacht, zumindest in bester Überzeugung gehandelt. Aber Dasselbe gilt für Hitler, Stalin, Mao usw. und ihre Befürworter auch. Viele ihrer Aussagen würden wir als "goldene Worte" bezeichnen und als solche zitieren, wenn wir nicht wüßten, welchen Urheber sie haben. Außerdem weiß niemand von uns mit Sicherheit, wie er in entsprechender Situation reagieren würde. Was etwa Hitler betrifft, so haben sich selbst hoch intelligente Menschen - wie etwa Martin Heidegger - in ihrer anfänglichen Einschätzung geirrt. Soll man ihnen das auf immer nachtragen?

Ich halte dafür, möglichst gar nicht die Nazikeule (und genauso wenig die Mittelalter- oder Steinzeit-Keule) zu schwingen. Ich bitte Sie aber, in jedem Falle konsequent zu sein.

Wenn Sie es für richtig halten, daß Ina Praetorius für ihre "grosse Vorgängerin" Mary Daly einen Nachruf "in Dankbarkeit" schreibt, dann gestatten Sie bitte auch sogenannten "Rechtsextremisten", auf andere Leute, die mit weniger Großem sympathisiert haben als mit der Beinahe-Ausrottung einer Hälfte der Menschheit, entsprechend dankbare Nachrufe zu schreiben.


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