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Zwangsmaßnahmen für Männer, die "Frauenwissen" ignorieren? (12-10-2009)

Jüngst veröffentlichte die feministische Theologin Ina Praetorius einen Artikel mit folgendem Titel: Warum lesen Männer kaum feministische Bücher? Der vorletzte Absatz endet wie folgt:

Politisch interessant scheint mir die Frage, ob es sinnvoll ist, auf Zwangsmassnahmen hinzuarbeiten, die Männern die Freiheit, Frauenwissen zu ignorieren, aus der Hand nehmen: Pflichtseminare? Obligatorische Prüfungen?

Das ist keineswegs witzig gemeint. Und angenommen, diese Frage beschäftigt auch andere Feministinnen, die es nur nicht so laut sagen, so wäre es ernstzunehmen. Denn was Frauen gegenwärtig durchzusetzen in der Lage sind, ersehen wir an den kostenaufwändigen, aber völlig ineffektiven, unsinnigen Frauen-Studiengängen, und an den Frauen-Quotenregelungen überhaupt.

Welche Zwangsmaßnahmen aber sind bei Männern anzuordnen, die zwar feministische Literatur lesen, aber sich dann eigene Urteile bilden und pauschale und verhetzende Zerrbilder des Feminismus zeichnen? Genau das hat mir die Redakteurin der oben genannten Plattform, Antje Schrupp, nämlich vorgeworfen, nachdem ich gewagt hatte, in einem Kommentar auf meine Seiten hinzuweisen, die Rezensionen enthalten. Und unter diesen Rezensionen findet man auch welche zu Beiträgen von Antje Schrupp und von Ina Prätorius.

Frau Schrupp schrieb mir also, daß sie meinen Kommentar nicht freischalten werde, und zwar mit der oben zitierten Begründung. Vorweg aber drohte sie mir mit rechtlichen Konsequenzen für den Fall, daß ich nicht umgehend ein bestimmtes Foto aus meinem Artikel Warum homosexuelle Frauen gefährlich sind, homosexuelle Männer aber nicht herausnehme, dessen Urheberrecht Frau Schrupp innehat. Was hat dieses Foto mit dem Artikel und meinem Kommentar zu tun? Sachlich überhaupt nichts.

Diese Reaktion steht in merkwürdigem Gegensatz zu dem, was die Autorin Praetorius im Anschluß an ihre Erwägung von Zwangsmaßnahmen schreibt:

In jedem Fall ist im Umgang mit begriffsstutzigen Helden heitere Souveränität angebracht. Denn letztlich sind wir Frauen nicht darauf angewiesen, dass Männer unser Wissen zur Kenntnis nehmen. Wut haben wir nicht mehr nötig.

Das sah mit der Reaktion von Antje Schrupp aber anders aus. Doch schon im Beitrag der Autorin stehen beide zitierten Passagen, die unmittelbar aufeinander folgen, in einem merkwürdigen Widerspruch: Einerseits dürfen "begriffsstutzige Helden" belächelt werden. Anderseits werden Zwangsmaßnahmen erwogen. Natürlich können auch Zwangsmaßnahmen in aller Heiterkeit erwogen werden, wenn man sich dem renitenten Objekt weit überlegen glaubt. Aber das setzt dann doch schon eine bedenkliche Realitätsferne voraus.

Überhaupt lädt der Beitrag nicht gerade zum einem Dialog der freundlichen Art ein, zu dem er anderseits auffordert. Betrachten wir das Foto am Anfang. Es zeigt die obere Gesichtshälfte eines Mannes, dessen Nase irgendwie in das auseinandergebrochene Buch hineinrutscht. Fast glaubt man, einen Nasenaffen vor sich zu haben. Jedenfalls erinnert es an sexistische und rassistische Karikaturen, die Männer auf die Stufe von Tieren stellen.

Befremdlich dann, wie Praetorius einerseits ihrem Kollegen Hans Küng vorwirft, im Anmerkungsteil eines seiner Bücher nur eine einzige Frau erwähnt zu haben (hat er damit gar eine Quote mißachtet?), dann aber fortfährt, daß er inzwischen viele weitere Bücher verfaßt habe, eines sogar nur über Frauen ("Die Frau im Christentum"), und dann dieses Thema so abschließt:

Diese Bücher habe ich aber nicht mehr gelesen, und auch die Anmerkungsapparate nicht mehr analysiert. Wundert das jemanden?

Ja, das muß jeden vernünftigen Leser wundern und in Erstaunen versetzen! Sie scheint ja sagen zu wollen: "Solange der Frauenanteil von 50% unter den zitierten Büchern nicht beachtet wird, lese ich die Bücher männlicher Autoren nicht mehr!"

Im Anschluß schreibt Praetorius, daß es zwar viele Männer gibt, die sich frauen-freundlich geben, es dann aber doch an "wissenschaftlicher Objektivität" missen ließen, insoweit sie weibgemachte Bücher nicht gebührend berücksichtigten. Die an sich wohlwollende Antwort eines Staatsrechtlers, der sich dennoch dagegen verwahrt, für sein Mannsein sich entschuldigen zu müssen, bezeichnet sie als wehleidig-beleidigt.

Schließlich sucht sie nach Gründen für das männliche Desinteresse und findet unter anderen diesen:

Drittens: Männer sind von den Attacken der revoltierenden Frauen traumatisiert. Sie fürchten sozusagen um ihr Leben, wenn sie eines der Bücher aufschlagen, in denen die zweigeteilte symbolische Ordnung, in der sie sich bequem eingerichtet haben, zunichte gemacht wird.

Ist das nicht eine ausgezeichnete Selbstbeschreibung? Mich wundert es jedenfalls nicht, daß Frau Praetorius auf meine Rezension nicht öffentlich antwortet, und warum Frau Schrupp meinen Kommentar nicht veröffentlicht sehen möchte.

Dabei möchte ich mich als relativ harmlos einzuschätzen, verglichen mit denjenigen Männerrechtlern, die inbezug auf die feministischen Verbrechen ein Äquivalent der Nürnberger Prozesse fordern, oder noch mehr mit denjenigen, die sich an der Vision eines kollektiven Aufstandes chancenloser, aber gewalttätig-antifeministischer Männer delektieren.


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