MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Sexismus als Steigerung von Rassismus. (7-8-2009)

Dadurch, daß Männer gleichverteilt überall auf der Erde existieren, ist Sexismus entschieden destruktiver und absurder als jeder Rassismus. Wir alle haben Väter; viele von uns haben Brüder und Söhne. Erfahrungen mit dem Männlichen sind darum so vielfältig wie Menschen, die Erfahrungen machen können, vielfältig sind. Wer Männer bekämpft, bekämpft folglich immer auch einen Teil seiner selbst, handelt irgendwie suizidal.

Für Völker und Rassen (sofern man diese Begriffe verwenden möchte) gilt diese Universalität nicht. Viele von ihnen lernen wir nie näher kennen. Manche von ihnen, etwa die Juden, spielen sogar ausgesprochene Sonderrollen. Daß es über sie sehr geteilte Meinungen gibt, ist insofern nicht verwunderlich.

Wenn Feministinnen über Männer urteilen, dann urteilen sie in einer sehr ähnlichen Weise, wie Rassisten es über die Vertreter anderer Bevölkerungsgruppen tun. Was hat etwa Hitler den Juden, teilweise auch den "Negern", vorgeworfen? Man könnte es auflisten wie folgt: Sie seien...

  1. biologisch und geistig-moralisch minderwertig,
  2. bestrebt, ihre Wirtsvölker auszubeuten,
  3. gewohnt, zu lügen und zu betrügen,
  4. gewillt, sich hemmungslos auszubreiten,
  5. in der Lage, den Niedergang höherer Rassen herbeizuführen.

Vergleichen wir damit z.B. den ersten Satz aus "Natürlich weiblich" von Christa Mulack:

Das männliche Geschlecht hat sich auf diesem Planeten so breit gemacht, daß weibliche Heimatlosigkeit die unausweichliche Folge ist.

Was sie weiterhin über Männer schreibt - ich habe einiges davon u.a. hier und hier behandelt -, läßt sich alles den oben aufgeführten Punkten zuordnen. Männer sind demnach

  1. biologisch (auch genetisch) minderwertig,
  2. überleben nur durch Ausbeutung weiblicher Lebens- und Liebeskräfte,
  3. kommen mit dem Geburtsfehler der Lebenslüge zur Welt,
  4. haben sich auf der ganzen Erde in destruktivem Maße "breitgemacht" (s.o.)
  5. säen Zwietracht innerhalb der Frauheit und zerstören dadurch deren anti-virilen Abwehrkräfte.

Mulack ist aber in ihrem Sexismus kein Einzelfall. Nicht wenige andere Sexistinnen und Sexisten vertreten derartige Ansichten in gleicher Schärfe (siehe meinen Sexistinnen-Pranger); manche von ihnen fordern darüber hinaus auch noch praktische Konsequenzen, d.h. eine "Reduzierung" der Mannheit global auf z.B. 10 %. Angesichts derartiger Dimensionen ist das Rasseprogramm der Nationalsozialisten beinahe als harmlos zu bezeichnen.

Zudem wäre es naiv zu glauben, der Sexismus sei nicht besonders verbreitet. Er dürfte - im Gegenteil - erheblich weiter verbreitet sein als der Rechtsextremismus. Ein Vergleich des Schrifttums und der Internetpräsenzen läßt dies klar erkennen. Zudem ist der Sexismus, anders als der Rechtsextremismus, weitgehend verstaatlicht und institutionalisiert. Zahlreiche Frauenhäuser und vergleichbare, oft hoch ideologisierte "Hilfe"-Einrichtungen, denen keine männlichen Entsprechungen gegenüberstehen, machen dies deutlich. Die Plakat-Kampagne eines dieser Frauenhäuser und ihr Rückgriff auf Symbole des Nationalsozialismus habe ich hier und hier beschrieben.


Was aber steckt motivierend hinter dem Sexismus?

Es ist - im Prinzip ähnlich wie beim Rassismus - der Macht- und Herrschafts-Wille einer Gruppe, und damit zugleich ihr Wille nach einer Hierarchie. Dies erscheint zunächst paradox, weil gerade im sexistischen Schrifttum der (männliche) Wille nach Macht, Herrschaft und Hierarchie uferlos angeprangert und geradezu zum Prinzip des Bösen erhoben wird.

Eine Besinnung auf Nietzsches Lehre vom Ressentiment in der Moral, wie er sie im ersten Teil seiner "Genealogie der Moral" (1887) gegeben hat (vgl. z.B. hier), läßt jedoch erkennen, daß Macht und Herrschaft nur dann als böse gelten, wenn und solange man sie nicht selber hat. Das gilt anscheinend sogar inbezug auf das Testosteron. So lesen wir in "Der Mann - ein Fehlgriff der Natur" des inzwischen emeritierten Rainer Knußmann:

Beide [Aggression und Rangstruktur des Mannes, Anm. durch mich] sind das teuflische Werk des Testosteron, und beide treten gemeinsam auf. (S.98)

Interessant ist in diesem Zusammenhang Knußmanns selbstkritische Bemerkung zu Beginn seines Buches:

Sollte ich mit meinen Aussagen über den Mann zu sehr mich selbst beschrieben haben, so möge man es mir verzeihen. (S.9)

Er bekennt sich damit zum wissenschaftlichen Ideal der inneren Distanz zum Gegenstand. In Anbetracht seines Alters, d.h. in der Aussicht auf gesicherte Pensionsbezüge - und spätestens jetzt nicht mehr geplagt von einem Testosteron-Überschuß -, dürfte ihm die Distanzierung wohl auch nicht schwer gefallen sein. Was in dieser Phase zum Ausdruck kommt, ist der unkämpferische, vielmehr laszive und zynische Sexismus eine Mannes, der Rivalität nicht mehr zu fürchten hat. Was übrigens auch sympathisch wirken kann.


Knußmanns Schritt vom Rassismus zum Sexismus.

Schädelreihe

Es ist naheliegend, anzunehmen, daß der Sexismus außer dem Macht- und Herrschaftswillen auch die anderen Kriterien erfüllt, die er, gemäß obiger zweimaligerAufzählung, seinem Feind zuordnet. Also etwa die Neigung zur Lüge bzw. "Lebenslüge". Um nur eine der unzähligen Tatsachen zu erwähnen, welche diese Annahme bestätigen, thematisiere ich zunächst das schon erwähnte Buch von Knußmann, genauer sein letztes Kapitel, das überschrieben ist: "Der Mensch der Zukunft". Mit diesem zukünftigen (Ideal-)Menschen - oder "Übermenschen"? - ist die Frau gemeint.

Knußmann stützt seine These auf die Entwicklungsreihe der Schädelformen von Gorilla, Vormensch und Mensch. Ein Vergleich mit der jeweils kindlichen Schädelform zeigt, daß das Kind die Erscheinungsform der jeweils späteren Stufe vorwegnimmt. Das illustriert er mit folgendem Bild (oben rechts):

Zurecht stellt Knußmann fest, daß das Kind in zweifacher Hinsicht die Zukunft darstellt: Ontogenetisch; und, in Hinblick auf die Erscheinungsform, auch phylogenetisch.

Mann und Frau im Vergleich

Knußmann geht aber noch weiter. Er stellt fest, daß die aufgezeigte Unterschiedlichkeit der Schädelformen eine Parallele hat in der unterschiedlichen Erscheinung von Mann und Frau. Das illustriert er anhand folgender Zeichnung in karikaturhafter Übersteigerung (rechts):

Sie zeigt, daß der Mann in seiner physischen Erscheinung etwas mehr als die Frau dem Vormenschen, ja dem Affen ähnelt. Dies entspricht durchaus den Tatsachen. Die Folgerungen,die Knußmann daraus zieht, sind allerdings abstrus.

Ausgehend von den zwei unanfechtbaren Sätzen

Es ähnelt das Kind des Menschenaffen dem erwachsenen Vormenschen und dessen Kind dem erwachsenen heutigen Menschen. Und somit weist das weibliche Bild mit seinen kindhaften Merkmalen in die Zukunft der Art (S.131)

folgert er einige Zeilen später nämlich:

Der Mann blieb immer Affenpascha, immer Affe. Die Frau dagegen ist der wahre Mensch, und sie bietet auch das Bild des künftigen Menschen.

Damit wird die Frau, an sich ein Geschlechtswesen, zu einem Artwesen erhoben, und zwar zum Artwesen der Gegenwart wie auch der Zukunft. Vom Mann redet Knußmann in der Vergangenheitsform. Demnach ist der Mann

  1. ein Affe,
  2. und, als insofern uneigentlicher Mensch, ein Atavismus, also die ordnungswidrige Wiederkehr eines überwundenen Zustandes, gleichsam ein "Untoter".

Demgegenüber ist die Frau

  1. der wahre (eigentliche) Mensch,
  2. und daher, wenn man es genau nimmt, einziger Inhaber der Menschenwürde und der Menschenrechte. Denn inwiefern sollte ein uneigentlicher Mensch (Mann) dieser Attribute teilhaftig sein, zumal er, seiner Unreife und seiner Tötungslust wegen, mit dem eigentlichen Menschen (Frau) in Konflikt gerät?

Genau dies aber: "Unreife", bescheinigt Knußmann dem Mann, wenn er schreibt:

Während sie zu einer ausgeglichenen Persönlichkeit findet, bleibt er in der Pubertät, dem zweiten Trotzalter stecken - unausgegoren, rüpelhaft und voll Widerspruchsgeist. Er kommt gewissermaßen nicht über den Entwicklungsstand des Jugendlichen, genauer: des männlichen Jugendlichen hinaus.

Damit wird der Frau die Rolle einer Aufsichtspflichtigen und dem Mann die Rolle des Unmündigen zugewiesen, womit sich dann die (bereits bestehende) Gynokratie rechtfertigen ließe.

Hier tut sich ein Widerspruch, zumindest eine Schwierigkeit auf: Einerseits soll die Frau kindlich geblieben sein - körperlich -, anderseits aber - seelisch - ausreift sein; beim Manne verhielte es sich entsprechend umgekehrt. Jedoch zeigt uns die Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen vielmehr, daß körperliche und seelische Entwicklung zusammenfallen.

Offenbar werden hier Ontogenese und Phylogenese vermengt: Phylogenetisch ist zwar der Mensch seiner Erscheinung nach "jünger" als der Vormensch und erst recht "jünger" als der Affe; seiner geistigen Entwicklung nach aber ist er fortgeschrittener. Diese Divergenz wird nun - über den Umweg der Erscheinungs-Ähnlichkeit von Kind und Frau - auf die Ontogenese des Menschen übertragen, und zwar in dem Maße, als es der sexistischen Aufwertung der Frau und der Ent-Menschung des Mannes dienlich ist.

Warum übertragen wir Knußmanns Argumentationsschema nicht auch auf die verschiedenen Menschenrassen, vornehmer: auf die Vertreter verschiedener Völker? Schwarze z.B. ähneln im Aussehen eher dem von Knußmann karikierten Mann, übrigens auch dem Affen: Sie haben lange Unterkiefer; im Profil sind ihre Köpfer daher weniger rund als die von Weißen. Somit sehen sie älter, archaischer aus. Im Sinne obigen Denkmusters müßten sie also auch unreifer, pubertierender sein - aber auch begabter zu Logik und zu technisch-mathematischem Denken. Denn diese Fähigkeit spricht Knußmann den Männern zumindest nicht ausdrücklich ab. Den Vertretern schwarzer Völker aber schon! An anderer Stelle (Lehrbuch der Anthropologie und Humangenetik, Stuttgart/New York 1980, S. 342) schreibt er nämlich, daß

Negride über relativ gute verbale und Gedächnisleistungen sowie über relativ geringe Leistungen im logischen und abstrakten Denken

verfügten. Nur "greift" die obige Argumentation hier nicht. Es ist einfach abstrus, Geschlechtswesen zu Artwesen zu machen, um daraus dann ihre Höherwertigkeit bzw. Minderwertigkeit abzuleiten. Man beachte auch, daß in Knußmanns Zeichnung der männliche Hirnschädel deutlich kleiner dargestellt ist als der weibliche. Das suggeriert eine Nähe zum Affen, die tatsächlich nicht besteht. Denn der Mann hat ein größeres Gehirn sowohl als die Frau als auch der Affe.


Wie dem sei: Knußmann schreibt nicht nur den Geschlechtern, sondern auch den Menschenrassen angeborene seelische Eigenschaften zu. In diesem Falle spricht man von häufig von "Rassismus". Ich persönlich möchte so weit nicht gehen, denn selbst eine biologische Vorprägung der Persönlichkeit macht den Menschen nicht notwendig unfrei, sowenig wie Erziehung und Milieu es tun. Rassismus ist in meinem Verständnis erst dann gegeben, wenn - bewiesene oder unbewiesene - Zuschreibungen in den Dienst von Interessen gestellt werden, vor Allem von politischen Interessen. Das Gleiche gilt für den Sexismus.

Gerade hier aber, in der Geschlechterdebatte, sind gegenwärtig massivste politische Interessen im Spiel. Sie zeigen, daß nicht der Rassismus, auch nicht der Rechtsextremismus heute ein Problem darstellt, sondern vielmehr der Sexismus.


Gerda Weilers Umdeutung der Frau als Übermensch.

Schädelreihe

In ihrem Buch "Der aufrechte Gang der Menschenfrau" (1994, Bd. 2 ihrer "Feministischen Anthropologie") greift Gerda Weiler die Gedanken Knußmanns auf und treibt sie noch weiter in die sexistische Richtung. Sie übernimmt auch die Schädelformen aus Knußmanns Zeichnung, gruppiert und bezeichnet sie aber neu - und erweitert sie um einen siebenten Schädel, siehe rechts:

Bei näherem Hinsehen erkennt man, daß es sich bei dem siebenten Schädel - benannt "Moderne Menschenfrau" - lediglich um eine Vergrößerung desjenigen Schädels handelt, den sie mit "Modernes Menschenkind" unterschrieben hat. Die Gruppierung vermittelt nun den Eindruck einer vierten Entwicklungsstufe, die aber nur noch aus "Frau" besteht - gewissermaßen der Übermensch, der keinen "alten Befruchtungsspezialisten" (Knußmann a.a.O. S.127) mehr nötig hat.

Eigentlich nämlich müßte es noch einen Schädel geben, der mit "Moderner Menschenmann" unterschrieben ist. Das ist aber nicht der Fall: Er ist lediglich mit "Moderner Mann" bezeichnet. Dennoch kommt der Ausdruck "Menschenmänner" bei ihr vor, allerdings nur, um ihn gegen Affenmännchen abzugrenzen.

Menschenmänner sind eher als Schimpansenmännchen bereit, genuin weibliches Verhalten nachzuahmen. Aber Männer neigen dazu, ihre Fürsorge und "Liebe" zu Machtpositionen auszubauen. Ob sie Frauen wohlwollend überheblich bevatern, ob sie Gelderwerb zur Unterdrückung ihrer Familie mißbrauchen oder Schutz gegen alltägliche Gewalt anbieten - überall lauert hinter der Fassade männlicher Fürsorge das Gespenst männlicher Macht über die Frau. (S.64f.)

Dies ist der sexistische Tenor, der das ganze Buch durchzieht. Für Gerda Weiler beantwortet sich die Frage nach der Natur von Mann und Frau relativ einfach:

Sie will die Liebe, er will den Tod. (S.304)

Es läßt sich nicht übersehen, daß die Lust am Töten das patriarchale Denken beherrscht. (S.325)

Tatsache ist demgegenüber, daß durch "Abtreibung" (ein verharmlosender Ausdruck, welcher der Parasitologie entnommen ist) weitaus mehr Menschen getötet wurden und werden als durch Aktivitäten, welche Männer zu verantworten haben. Wie Gerda Weiler über das Töten durch Mütter denkt, gibt sie u.a. mit folgendem Satz zu verstehen:

Wir Frauen hätten keinen Ärger mit der Bevormundung durch männliche Gesetzgeber zur Abtreibungsfrage, hätten wir unter den Armen ein paar Drüsen mit männlichen Keimzellen, die wir uns auf Wunsch zufächeln könnten, wie einige Fische es tun. (S.303)

Dies erinnert an den Rassismus vieler, vielleicht der meisten afrikanischen Völker, in deren Sprachen die Angehörigen des eigenen Volkes als Menschen bezeichnet werden, die Angehörigen benachbarter Völker jedoch nicht. Nur sind diese Rassismen relativ harmlos, weil örtlich begrenzt.

Der moderne Sexismus hingegen, welcher Männer vom Menschsein ausschließt, birgt ein ungeheures destruktives Potential in sich, welches das des Nationalsozialismus, des Stalinismus sowie anderer Ideologien weit in den Schatten stellt.

Angefügt sei, daß Josefine Schreier bereits in einem Buch, das 1965 erschien, Rassismus zum Sexismus steigerte. Sie tat es allerdings, anders als Gerda Weiler, mit Blick auf die Vergangenheit: "So dürfen wir schließen, daß überlegene, herrschende Frauen einer anderen Rasse angehörten als die Männer, die ihnen untertan waren."


MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.