MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Denken Engel feministisch? Über Alexa Kriele. (27-7-09)

Erzengel Michael im Kölner Dom

Das Buch, auf das ich mich im Folgenden beziehe, ist nicht ganz aktuell. Seine Veröffentlichung liegt fünf Jahre zurück. Das heißt, meine Kritik kommt nicht überstürzt. Ich habe mir Zeit gelassen. Und um es vorwegzunehmen: Ich glaube an Gott, an den Auferstandenen, an die Heiligen und an die Engel. Nicht, weil ich dazu erzogen worden wäre, sondern weil ich mich zum Glauben an sie entschlossen habe. Das war in meiner Lebensmitte; ich wußte also, was ich tat.

Alexa Kriele ist durch Bücher, Seminare, aber auch z.B. durch Fernseh-Auftritte bekannt als "Engel-Dolmetscherin". Die Redaktion dessen, was ihr die Engel und Heiligen mitteilen, übernimmt ihr Mann, der emeritierte Rechts-Professor und zeitweiliger Landes-Verfassungsrichter Martin Kriele. Dieser war schon vor ihrer Begegnung, über die Anthroposophie, zum esoterisch vertieften Glauben gekommen. Auch er weiß also, was er tut.

In ihrem Buch "Mit den Engeln über die Schwelle zum Jenseits. Bernard Jakoby fragt, die Engel geben Antwort" (2004) findet sich ein Abschnitt mit der Überschrift: Kinderselbstmord - und wie Kinder aufwachsen sollen. Darin lesen wir:

Auch hier sollte für euch gelten: "Wie im Himmel, so auf Erden." (S.244)

Dieser Satz ist so fundamental, daß es nicht darauf ankommt, worauf er sich oben bezieht. Gegenstand meiner Kritik ist vielmehr, daß seine allgemeine Gültigkeit mehrfach, wie mir scheint, mißachtet wird.

Im Himmel ist nämlich der Vater die "Nr.1". Die Mutter (Maria Sophia) und der erwachsene Sohn (Jesus Christus) kommen jeweils gleichrangig an zweiter Stelle. In Zusammenhang mit der Kinder-Erziehung auf Erden, also in dem o.g. Abschnitt, wird aber auf nur 4 Seiten nicht weniger als sechs (6) Male der Primat der Mutter betont, also ein Matriarchat befürwortet. Nur zwei Beispiele:

Alternative Lebensmodelle sind natürlich möglich, bleiben aber Notlösungen. Dann sollte wenigstens ein Elternteil präsent sein, nach Möglichkeit die Mutter. (S.243)

Ist der leibliche oder soziale Vater sehr mütterlich, vermag er manchmal diese Mutterrolle zu übernehmen, aber dann fehlt dem Kind die eigentliche Rolle des Vaters: die Repräsentation der gesellschaftlichen Außenwelt in der Familie. Die braucht das Kind auch. Aber in erster Linie braucht es die Mutter. (S.244)

Ansonsten ist von der Notwendigkeit von Großmutter, Tanten und Schwestern die Rede. Hingegen sind Großvater, Onkel und Brüder nicht die Rede wert. Läßt sich dies begründen allein mit der Tatsache, daß Jesus keinen leiblichen Vater hatte? Ich bin zu geneigt zu sagen: nein, denn

  1. Valentin Tomberg, welcher als der "Hohelehrer" vom Himmel aus die Mitteilungen von A.Kriele angeblich mitverantwortet, schrieb als verkörperter Mensch in seinem Hauptwerk (Martin Kriele ist sein Herausgeber) durchaus anders über die Rolle von Vater und Mutter in der menschlichen Erziehung. Bei ihm sind beide gleichwertig.

  2. Alexa Kriele vertritt demgegenüber Ansichten, in der sie sich eindeutig als Feministin zu erkennen gibt.

Und zwar als Differenz-Feministin. Nach Kriele hat die Frau

Stärken, die der Mann nicht in gleichem Maße hat: Sie ist Vermittlerin der gelebten Kultur. [...]

Das Heilige, das Gute, das Schöne, das Wahre pflegen heißt, die Seele nähren und kräftigen. Das können Frauen besser als Männer. (S.245)

Armer Jesus! Armer Johannes, armer Raffael, armer Goethe...

Ohne diese Seelenpflege durch Frauen gibt es Zivilisation, aber keine Kultur, die Gesellschaft wird seelenlos. Die heranwachsende Generation ist dann zwar ausgebildet, aber nicht kultiviert worden.

Armer Schiller, Shakespeare, Pestalozzi, Päpste, Heilige, große Dichter und Erzieher...

Es ist angenehm und schön auf der Welt, wo ein seelenvoller Zustand herrscht, wie er nur durch die Frauen lebendig gemacht werden kann.

Also demnach gewiß nicht in Männerklöstern. Doch gerade dort ist es für Männer so angenehm und schön, daß sie viel länger leben, als wenn sie unter Frauen sind (Klosterstudie).

In einer neuen Welle der Emanzipation wird es nicht mehr darum gehen, dass sich die Frauen in Rollen begeben, in denen sie durch Männer jederzeit ersetzbar sind. Vielmehr werden sie leisten wollen, was nur sie leisten können und worin Männer sie nicht ersetzen können. (S.245)

Ja Himmel hilf! An welchen Tätigkeiten, die nur sie leisten können, hat man sie bisher gehindert?


Eine Bitte im Vaterunser lautet: Unser tägliches Brot gib uns heute. Dabei können wir auch an die fast eine Milliarde Menschen denken, die keineswegs genug zu essen haben. Jeder sechste Mensch hungert.

Alexa Kriele hat wohl ganz andere Sorgen. Jedenfalls hat sie sich ausgiebig mit dem Gegenteil beschäftigt. Eine ihrer Veröffentlichungen lautet: Spielend abnehmen. Und dies - mit Hilfe der Engel!

Man ist geneigt, sich zu fragen: Was sind das für Engel? Das wäre die eine Frage. Die andere: Wovon eigentlich müssen mitteleuropäische Feministinnen sich emanzipieren - von der Armut, den Armen, ihren armen Mitmenschen überhaupt ? - Geht doch dahin, wo ihr auch ohne Engelhilfe schlank werdet! Macht es wie Sankt Martin: Teilt mit den Bedürftigen das, was ihr habt!

Nun, ich meine: Gegen die Engel spricht das alles nicht. Vielmehr bin ich geneigt zu glauben, was Alexa Kriele über sie sagt - unter Anderem nämlich, daß die Engel sehr tolerant seien, sehr geduldig, und zudem humorvoll. Dann wären sie es, falls erwünscht, wahrscheinlich auch gegenüber Männern. Wie wäre es mit einem Engelbuch zum Thema: "Spielend Muskeln aufbauen" ? Andere Themen will ich gar nicht erwähnen!


Nochmals: Ich glaube an die Existenz von Engeln. Ich habe auch volles Vertrauen zu dem, was Rudolf Steiner und Valentin Tomberg über sie zu sagen hatten. Vor Allem sind sie mir viel wichtiger als es z.B. die Elementarteilchen sind, von denen uns die Physiker erzählen. Diese Elementarteilchen, was gehen sie mich an, was haben sie mir zu sagen? Könnten sie nicht Erfindungen sein? Da glaube ich doch lieber an das, was man sehen kann. Und Engel kann man sehen - prinzipiell jedenfalls. Für Elektronen und Protonen gilt das nicht, denn dafür sind sie viel zu klein. Wer sagt, er hätte welche gesehen, der spinnt notwendigerweise.

Doch auch Menschen, welche die Wahrheit sagen, sind immer nur insoweit ernstzunehmen, wie ihr Horizont es ist, innerhalb dessen sie ihre Fragen stellen. Alexa Kriele, eine feministische Wellness-Esoterikerin, befragt geduldige Engel aus ihrem Horizont heraus, und sie bekommt insoweit wahre Antworten - zum Beispiel, wie Frauen, denen es zu gut geht, wieder schlank werden. Ich zweifle nicht, daß die Anweisungen wirken, wenn sie beachtet werden. Aber ist es das, worauf die Welt gewartet hat?

Erzengel Michael, Hamburg

Der Gerechtigkeit halber muß ich anfügen, daß keineswegs alle Mitteilungen von Alexa Kriele einer derartigen Begrenztheit entspringen. Insgesamt sind ihre Bücher lesenswert. Nur ist eben die feministische Färbung bisweilen unverkennbar.

Die Folgerung kann, wie immer, eigentlich nur so lauten: Männer, überlaßt die Welt nicht den Frauen!


Foto rechts: Erzengel Michael. Plastik über dem Hauptportal von St.Michaelis in Hamburg (Quelle).


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