MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Olympe de Gouges und Hannelore Schröder - zum Vorbild oder zur Abschreckung? (24-7-09)

Hätte der frühreife Mozart eine "Erklärung der Kinderrechte" geschrieben und diese mit derart unverschämten Äußerungen gegen die Erwachsenen versehen wie Olympe de Gouges ihre "Erklärung der Frauenrechte" gegen die Männer, so wäre er zwar nicht, wie diese, geköpft worden. Wahrscheinlich aber hätte er sich in eine Auseinandersetzung hineinmanövriert, die ihn gehindert hätte, zu werden, was er geworden ist: Ein allseits geliebter, bewunderter und geförderter Künstler.

Doch nun zu Olympe de Gouges (1748-1793), der vielleicht ersten Frauenrechtlerin. Lassen wir ihre Widmung an die Königin außer Betracht, so fängt ihre "Erklärung der Frauenrechte" - in der Übersetzung von Viktoria Frysak - mit folgenden Worten an:

Mann, bist du fähig, gerecht zu sein? Es ist eine Frau, die dir diese Frage stellt, und zumindest dieses Recht nimmst du ihr nicht. Sag mir, wer hat dir die unumschränkte Herrschaft verliehen, mein Geschlecht zu unterdrücken? Deine Kraft? Deine Begabungen? Beobachte den Schöpfer in seiner Weisheit, durchwandere die Natur in ihrer ganzen Größe, mit der du dich vergleichen zu wollen scheinst, und gib mir, wenn du es wagst, ein Beispiel für diese Tyrannenherrschaft.

Im Originaltext der Französischen Nationalbibliothek folgt ein Sternchen, das zu einer Fußnote verweist, und diese lautet übersetzt so:

Von Paris bis Peru, von Japan bis nach Rom, das dümmste Tier, meiner Meinung nach, ist der Mann.

(Text-Abbildung siehe im Sexistinnen-Pranger unter Olympe de Gouges.) Im Französischen reimt sich "Japon" (Japan) annähernd auf "Rome" (Rom), was O. de Gouges, offensichtlich in sexistisch provozierender Absicht, für ein Wortspiel nutzte. - Die beiden nächsten Absätze lauten wie folgt:

Forsche bei den Tieren nach, befrage die Elemente, untersuche die Pflanzen und wirf schließlich einen Blick auf alle Veränderungen in der organisierten Materie und stelle dich dem Offenkundigen, wenn ich dir schon die Mittel dazu anbiete; forsche, suche und erkenne, wenn du es kannst, die Geschlechter in den Abläufen der Natur. Überall findest du sie vereint, überall tragen sie als harmonisches Ganzes zu diesem unsterblichen Meisterwerk bei.

Nur der Mann hat sich einen Grundsatz aus dem Sonderfall geschustert. Absonderlich, verblendet, von Wissenschaft aufgeblasen und degeneriert möchte er in diesem Jahrhundert der Aufklärung und Scharfsichtigkeit mit der unerhörtesten Ignoranz als Despot über ein Geschlecht herrschen, das alle intellektuellen Fähigkeiten besitzt; er beansprucht einen Gewinn aus der Revolution und fordert seine Gleichheitsrechte ein, um darüber hinaus nichts zu verlauten.

Wir sehen also: Von Anfang an war der Feminismus mehr als nur eine Befreiungsbewegung. Denn bereits im Jahre 1791, in der "Erklärung der Frauenrechte" von Olympe de Gouge, finden wir Sexismen, die sich in der heutigen Parole Der Mann, ein Unfall der Natur zusammenfassen lassen.

Bezeichnend ist auch die paradoxe Bemerkung: Nur der Mann hat sich einen Grundsatz aus dem Sonderfall geschustert. Tatsache ist ja vielmehr, daß die Autorin ihren eigenen Sonderfall (an Initiative und intellektueller Begabung), zum Grundsatz gemacht hat. Hätte nicht Mozart - mit Blick auf seine kindlichen Fähigkeiten - ebenfalls seinen Sonderfall zum Grundsatz, und kindliche Kleinheit als Ergebnis tyrannischer Unterdrückung erklären und daraus allgemeine Kinderrechte ableiten können?

Daß Olympe de Gouges unter der Guillotine starb, lag aber nicht allein an dieser Anmaßung. Sie provozierte auch auf anderen Feldern, und sie wußte oder hätte wissen können, was damit auf sie zukam. Und auch aus anderen Gründen vermag ich nicht viel Heldenhaftes in ihr zu sehen. Betrachten wir nur folgende zwei Aphorismen (wiedergegeben auf der bereits verlinkten Seite von Viktoria Frysak):

«Das Schlechte, das bezahlt wird, ist immer noch gut. Das Gute, das man verschenkt, ist niemals etwas wert» Ich habe gelernt, eine Lebensregel aus dieser Erfahrung zu machen.

- ein Ausdruck des reinsten Zynismus, sowie -

Ja, wenn das Massaker stattfindet, werde ich vielleicht eine der ersten geopferten Leidtragenden sein. Aber meine Mörder mögen zittern: Alles wird aufgerechnet werden, wenn ich nicht mehr sein werde.

Letzteres zeugt mehr von Rachsucht als von Idealismus. Auch ihr Verhalten vor ihrer Hinrichtung war nicht gerade heldenhaft. Denn Olympe de Gouges, die Männern alles Schändliche vorwarf, versuchte mit einem typisch weiblichen Trick, ihrem selbstverschuldeten Los zu entkommen: Sie gab an, schwanger zu sein. Davon war aber wohl (noch) nichts zu erkennen gewesen.


Wie der Herr, so's Gescherr.

Hannelore Schröder nimmt für sich in Anspruch, O. de Gouges wiederentdeckt und erstmals in Deutsche übersetzt zu haben. Zudem ist sie dabei, eine "Olympe de Gouges Stiftung" zu gründen. Auf ihrer Webseite hat sie ihr eigenes Leben recht ausführlich beschrieben. Und welche Ähnlichkeiten weisen die Charaktere, teilweise auch Schicksale, beider Frauen auf!

In einem Offenen (!) Brief vom Jahre 2000 an "TERRES DES FEMMES" schreibt die promovierte Feministin u.a. das Folgende:

Meinen Artikel zu diesen brennenden Problemen haben Sie unterschlagen, nicht veröffentlicht. Damit schänden Sie auch mein Menschenrecht auf Meinungsfreiheit und Freiheit der Wissenschaft! -

[...]

Aus diesen Gründen will ich nichts mehr mit Ihnen zu tun haben!

Daran wird sofort klar: Diese Frau hat eine sehr hohe, ja völlig überzogene Anspruchshaltung. Und im Falle der Verweigerung, der Bedürfnis-Versagung wird sie frech und ausfallend: typisch weiblich - oder "infantil" im schlechten Sinne. Dergleichen Versagungen erfuhr sie aber, wenn wir ihrer Autobiographie glauben dürfen, ihr ganzes Leben lang.

Über ihren Vater schreibt sie nur einen Satz:

Er zahlte nie Unterhalt.

Um das Übel voll zu machen, hatte sie später auch noch

einen bösen Stiefvater, der mich als dumm, faul und gefrässig beschimpfte und schlug.

Sie berichtet von weiteren Schicksalsschlägen, und zwischendurch heißt es lapidar:

Ich heiratete, hatte ein Kind und liess mich 1967 scheiden.

Ich zitiere diesen Satz, weil er mir geschlechtstypisch formuliert zu sein scheint. Wie hätte ein Mann zu dieser Zeit sich ausgedrückt? Vielleicht so:

Ich heiratete eine vermögende Frau, gründete eine Firma und ließ mich später scheiden,

was wir natürlich als kaltblütig bewerten würden.

Infolge Berufsverbot und Zensur (sie fand binnen dreier Jahre keine Anstellung und für ihre Dissertation keinen Verleger) war sie dann gezwungen ins Exil zu gehen. Sie wählte die Niederlande.

Das schlimmste war und blieb der Verlust meiner Muttersprache und die Notwendigkeit, mich in einer fremden, nicht sonderlich sublimen Sprache in Wort und Schrift auszudrücken. Seit 1933 hat kein Mann derartig gravierende Beraubungen erleiden und durchstehen müssen.
Stuhlfoto

Ihre nun folgende Auseinandersetzung mit der Universität von Amsterdam trägt fast die Kennzeichen eines totalen Krieges - ohne scharfe Waffen zwar, aber mit zweimaligem, teilweise erfolgreichen Hungerstreik und zwischendurch auch mit einem buchstäblichem Rauswurf durch einen Ordnungshüter ("Bodybuilder", "Gorilla") auf das Straßenpflaster.

Anscheinend zufällig wurde das fotografiert und ging sodann landesweit durch die Presse,

aber kaum jemand fand das gewalttätige Vorgehen gegen mich skandalös.

Hatten es die Niederländer auf sie abgesehen, weil ich eine Frau, eine Feministin und Deutsche bin - anders gesagt, weil sie in besonderem Maße "sexistisch" und chauvinistisch sind -, oder ist es vielmehr so, daß auch sie das weibliche Anspruchsgebaren nicht unbegrenzt ertragen können?

Natürlich sind die Schikanen, die sie jetzt erst recht erleidet, nicht gerade erfreulich. Gleichwohl entbehrt ihre Aufzählung bisweilen nicht ganz der Komik:

Ich musste noch mehrmals in andere Arbeitszimmer umziehen; zuletzt in ein kleines, dunkles Zimmer im Spinnhaus, einst Arbeitshaus für widerspenstige Frauen.

Und dann das traurige Ende ihrer Karriere:

Da ich keine Seminare geben durfte, [..] verbrachte ich die folgenden zwölf Jahre - bis 2000 - in einer Art Einzelhaft.
Als ich 2000, nach 22 Jahren in Pension ging, krähte kein Hahn nach mir, keiner und keine, die mir die Hand gab.

Kann das überraschen? - Ich neige dazu, beide Frauen ein wenig zu bewundern - wegen der Konsequenz, mit der sie ihren Starrsinn durchgezogen haben -, zweitens, sie zu belächeln - wegen ihrer weiblichen oder sogar kindischen Eigenart, die sie dabei bisweilen an den Tag legten -, und drittens ihnen dankbar zu sein für das Lehrbeispiel, das sie mir gegeben haben. Für die These nämlich, daß Frauen in einer Linie stehen zwischen Männern und Kindern.


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