MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Mütter über alles. Das Vater-Feindbild der Christa Mulack. (11-5-09)

Übersicht:

  1. Vorbemerkungen

  2. Benachteiligte Mütter
  3. Störende Väter
  4. Frauen sind biologisch höherwertig
  5. Matriarchat als Ursprung und Ziel

  6. Stellungnahme

1. Vorbemerkungen

Es sind nicht immer nur Männer- und Väterrrechtler, die Schwierigkeiten haben, einen Verlag zu finden. Christa Mulack schreibt zu ihrem Buch "Der Mutterschaftsbetrug":

Nachdem ich monatelang von Verlagen hingehalten worden bin und mir unangenehme Bedingungen gestellt wurden, habe ich mich entschlossen, es in eigener Regie drucken zu lassen.

Dabei ist das Gedankengut der "promovierten Erziehungswissenschaftlerin und Theologin" (so ihre Selbstauskunft) keineswegs extremer als das vieler anderer Ideologinnen, welche sich eine "Wiederherstellung" des Matriarchats zum Ziel gesetzt haben. Mulack beschreibt nur klarer als andere Sexistinnen das Weltbild, nach dessen Vorbild unsere Familienpolitik weitgehend schon umgesetzt worden ist - wenn auch nicht in dem Maße, wie die Autorin das für nötig hält.

Eine Angabe zum Erscheinungsjahr enthält das Buch nicht. Da aber in der Einleitung auf Ereignisse des Jahres 2006 verwiesen wird und das Literaturverzeichnis in der mir vorliegenden zweiten Auflage Schriften bis hin zum Jahr 2007 aufführt, darf es als halbwegs aktuell bezeichnet werden. Ich habe mir dies Buch einmal angeguckt.


Bevor ich mich inhaltlich dazu äußere, will ich klarstellen, was ich damit bezwecke:

Keinesfalls beabsichtige ich eine "Widerlegung". Paranoiker kann man nicht widerlegen, und die Autorin ist in meinem Verständnis eine Paranoikerin, wenn auch nicht in klinischem Sinne. In der Folge werde ich aber das weniger anstößige Wort "Ideologin" verwenden. Ideologen, seien es Rassisten oder Sexistinnen, formen ihre Ziele nicht aufgrund von Erkenntnissen, sondern sie finden Erkenntnisse aufgrund ihrer Ziele. Werden die Erkenntnisse als falsch ausgewiesen, so treten sofort andere an ihre Stelle, oder sie werden - notfalls - für verzichtbar erklärt, weil "die Tatsachen" ohnehin für sich selbst sprächen. Eine rationale Begründung, gar eine Diskussion wird im Grunde auch gar nicht angestrebt, eventuell sogar als Ablenkungsversuch zurückgewiesen.

Hingegen beabsichtige ich, mich in die Sicht von Christa Mulack - eine Sicht, die den Sexismus schlechthin repräsentiert und sich nur in den praktischen Folgerungen von der Sicht anderer Sexistinnen unterscheidet - so gut ich kann einzufühlen. Ich tue das unter der Fragestellung: "Wie gehe ich damit um ?" Gesinnungen sind ja nicht justiziabel. Wir können Menschen, die eine unüberwindliche, systembildende Abneigung gegen eine andere Rasse bzw. gegen das andere Geschlecht haben, nicht einfach einsperren oder (zwangs-)"therapieren". Wir können aber ihre Wirkungen abzuschätzen versuchen und auf sie hinweisen. Ferner können wir uns Gedanken machen über mögliche Ursachen der Paranoia bzw. Ideologie.

Zurückweisen muß ich das Argument, daß "diese paar Extremistinnen" ohnehin nicht ernstgenommen würden. Faschismus, Bolschewismus und andere Massenbewegungen zeigen uns, daß gerade unauffällig agierende Ideologen viel bewirken können, so abstrus ihre Ideen im Nachhinein auch erscheinen.

Ebenfalls zurückweisen muß ich die Auffassung, daß man sich mit ungesunden Gedanken auch darum nicht befassen sollte, weil eine Besprechung zu ihrer Verbreitung beiträgt. Daran ist zwar etwas Wahres, aber es kommt auf den Einzelfall an, ob der Schaden den Nutzen überwiegt. Wenn nun das fragliche Buch auf Kosten seiner Autorin verlegt werden muß, dann wohl deshalb, weil sich die Gynokratie durch seine Veröffentlichung eher gefährdet als bestätigt sieht. Ich will aber die Gynokratie gefährden. Die Abstrusität des Sexismus soll sichtbar werden.


Das Buch "Der Mutterschaftsbetrug" von Christa Mulack besteht aus vier größeren Kapiteln, denen als eine Art Quintessenz ein kurzes fünftes Kapitel mit dem Titel "Über den MehrWert der Mütter" angefügt ist.

Im ersten Kapitel geht es um Mütter (die nach Meinung der Autorin zu schlecht behandelt werden). Im vierten Kapitel geht es um Väter (die umgekehrt zu viele Privilegien genießen).

Die beiden mittleren Kapitel beschreiben die ideologische Grundlage, auf der Mulacks Bewertungen der Mütter- bzw. Väterpositionen verständlich werden. Diese ideologische Grundlage hat einen mehr biologistischen Aspekt (drittes Kapitel) und einen "ethnologistischen" oder kulturgeschichtlichen Aspekt (viertes Kapitel).

In der Besprechung werde ich von außen nach innen vorgehen, d.h. von Mulacks Bewertung der äußeren Gegebenheiten hin zu den ideologischen Grundlagen.

 

2. Benachteiligte Mütter

Die Diktion des Kapitels, das überschrieben ist mit "Muttersein in Deutschland - Zwischen Unzumutbarkeit und Unfähigkeit", ist relativ gemäßigt.

Seit Jahrzehnten werden Mütter für dumm verkauft. [...] Alle profitieren von ihrer Arbeit - nur sie nicht. Angewiesen auf den Verdienst des Mannes, haben sie ihm zu Diensten zu sein. Denn seine Arbeit wird anerkannt und honoriert - ihre dagegen nicht. (18)

Es folgt das Standard-Repertoire der üblichen Benachteiligungs-Klagen, wie sie im Prinzip legitim und daher diskutabel sind (wie die Klagen der Väter auch!), aber in ihrer Einseitigkeit erst vor dem Hintergrund einer matriarchalen Weltsicht (s.u.) verständlich werden. Die Konsequenz, die Mulack zieht, sieht jedenfalls so aus:

Festzuhalten bleibt, dass die Politik ihrer verfassungsgemäßen Verpflichtung nicht nachkommt, Mütter in besonderer Weise zu schützen, wie es Artikel 6 des Grundgesetzes fordert. Und so sehen Frauen sich gezwungen, diesem Volk etwas vorzuenthalten, was es dermaßen gering achtet, dass es nicht einmal mehr begreift, wie nötig es gebraucht wird: nämlich neues Leben. (35)

Eine Diskurskonstante ist mir aber die Erwähnung wert:

"Sie [durch Männer verübte Gewalttaten] werfen vielmehr die Frage auf, ob Frauen nicht vom Staat zu Beginn der Ehe eine einmalige - oder auch monatliche - Gefahrenzulage erhalten sollten. Schließlich hat er ja offensichtlich ein starkes Interesse an der Beibehaltung dieser Lebensform (siehe Ehegattensplitting). Außerdem sind die Gefahrenzulagen in vielen sogenannten "Männerberufen" eine Selbstverständlichkeit, obwohl die Todesraten dort wesentlich niedriger liegen (24)

Niedriger als wo? Sogenannte Todesberufe (sie sind standardisiert) werden nur von Männern ausgeübt, und auch aus diesem Grund (also nicht nur, weil Männer auch für Frauen arbeiten) sterben Männer einige Jahre früher. Und was Gefahrenzulagen in der Ehe betrifft, so sollten sie, wenn überhaupt, an Männer ausgezahlt werden, denn häusliche Gewalt geht nun einmal häufiger von Frauen als von Männern aus. Von versteckter, also seelischer Gewalt ganz zu schweigen. Doch wie gesagt: vor dem Hintergrund eines matriarchalen Weltbildes, das Mulack im Verlaufe ihres Buches ausführlich referiert, hat sie natürlich in allen Punkten recht.


Es gibt jedoch ein Problem, das infolge seiner zunehmenden Medienpräsenz nicht so einfach abzuhandeln ist. Mulack ist klug genug, sich ihm zu stellen. Das sind die zu Tode vernachlässigten Kinder. Und hier kommt auch die Irrsinnigkeit des matriarchalen Weltbildes zum Tragen. Während demzufolge nämlich Männer nach geleisteter Zeugungsarbeit das Feld zu räumen hätten, wird jetzt gerade ihre Abwesenheit beklagt:

Wir haben es hier mit einer breitflächigen Väter-Verweigerung zu tun, die bisher noch kaum in den Blickwinkel der Öffentlichkeit gerät. Sie geht einher mit einer Partnerschaftsverweigerung, welche nur allzu häufig in Gewalt mündet. An ihr gehen viele Frauen seelisch zugrunde. - Das hat Folgen - bis ins dritte und vierte Glied. (37)

Wenn also Mütter ihre Kinder verhungern, verdursten oder ertrinken lassen oder auch einfach in die Mülltonne werfen, so hat daran "im Grunde" immer ein Mann schuld - sei es der Vater oder auch Stiefvater des Kindes, sei es der Vater der Mutter, welcher diese zu ihrer späteren Zwangshandlung veranlagt habe. Bezeichnenderweise ist dieser Abschnitt überschrieben wie folgt:

Mütter reagieren auf ihre Vernachlässigung mit der Vernachlässigung ihrer Kinder.

Wohlgemerkt: Sie agieren nicht, sie re-agieren!

Mulack erwähnt und bespricht 6 Fälle, die übrigens auch in Väterforen ausführlich diskutiert worden sind:

  1. Der verhungerte Dennis (Cottbus, 21-6-04)
  2. Die verhungerte Jessica (Hamburg, Frühjahr 2005)
  3. Zwei verdurstete Jungen (Cottbus 2004)
  4. Zwei Kinder, entsorgt in der Mülltonne
  5. Acht vergrabene Babys (Frankfurt/O, 2005)
  6. Ein ertrunkenes Baby (Celle, 2005)

Der "Versuch, diese Mütter ein wenig zu verstehen" (so die Überschrift des folgenden Abschnitts) ist legitim; und das wortreiche Mitgefühl für die (auch potentiellen) Opfer wäre erfreulich, wenn es nicht mit der Absicht verbunden wäre, Männer schlechtzureden.

Schließlich beklagt Mulack das angeblich ungleiche Strafmaß: Männer genössen demnach eine Vorzugsbehandlung. Dabei erwähnt sie den Schweizer Juristen Walter Hauser.

Hauser hat nämlich festgestellt, daß der Rechtsgrundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" nur für Männer gilt. Er verwandelt sich in der alltäglichen Gerichtspraxis gegenüber Frauen zu: "Im Zweifel gegen die Frau." So der Titel seines Buches, in dem er "Mordprozesse in der Schweiz" untersucht.

Das ist in Deutschland selbstverständlich nicht anders. Hier hat die Frankfurter Jura-Professorin Dagmar Oberlies über "Tötungsdelikte zwischen Männern und Frauen" geforscht und dazu ein Buch vorgelegt. Darin bestätigt sie, was Hauser für die Schweiz beschreibt, erläutert aber auch, welchen gravierenden Benachteiligungen Frauen vor Gericht außerdem noch ausgesetzt sind."

Diese Einschätzungen sind freilich nicht unbestritten: Väterrechtler, welche derartigen Fällen gründlich nachgegangen sind, kommen regelmäßig zu entgegengesetzten Bewertungen. Vergl. hierzu auch die Mitteilung von Richter Ulrich Vultejus, wonach er selbst, ebenso wie seine Kollegen, Frauen bewußt milder bestrafe als Männer.

 

3. Störende Väter

Hier wird der Ton schärfer. Ginge es nach Christa Mulack, dann würde das väterliche Umgangsrecht abgeschafft.

Bei dem neuen Kindschaftsrecht, das 1998 in Kraft trat, ging es nur vordergründig um das Kind - und schon gar nicht um das Wohl des Kindes. Es ging um ein neues Vaterrecht [...] Nicht nur, daß der erhoffte Paradigmenwechsel in der Justiz ausblieb, für viele Mütter und Kinder verschlechterte sich die Lage sogar dramatisch. Wie sich zeigte, hatte das Patriarchat den Gipfel noch nicht erklommen. (190)

Auch mit dem Gewaltschutzgesetz, das tatsächlich ein reines Männer-Diskriminierungsprogramm darstellt und wegen der Beweislastumkehr sich zum Mißbrauch geradezu anbietet, ist Mulack noch nicht zufrieden,

denn nach wie vor gehen die Gewalttäter in der Praxis straffrei aus, und auch an eine Pflicht zum Ant-Aggressionstraining oder sonstiges Einwirken auf die Täter wurde nicht gedacht." (191)

Insbesondere aber durch das Kindschaftsreformgesetz wurden die Rechte der Väter

in einer Weise gestärkt, die Mütter das Gruseln lehrt. Sie melden sich inzwischen aus dem erzwungenen Untergrund mit folgendem Appell:

"Schafft dieses sogenannte Kindschaftsrecht ab, denn es ist kein Recht für Kinder, sondern einzig und allein eins für Väter geworden. [...] Wenn Gesetze so grausam interpretiert und umgesetzt werden können, dann sind sie in hohem Maße gefährlich für uns und die Kinder und für alle zukünftigen Mütter und deren Kinder. Sollen wir die jungen Frauen aufklären, dass, wenn sie Mütter werden wollen, sie das Kind zwar austragen und gebären dürfen, aber wie es dann weitergeht, das bestimmen sie dann schon nicht mehr? [...] Das ist jahrelange tägliche Folter!" (192)

Was aber regt die Schreiberin daran so auf?

Egal, wie sich der Mit-Erzeuger dem Kind und dessen Mutter gegenüber verhält und verhalten hat - sie ist verpflichtet, ihm das Kind wie einen x-beliebigen Gegenstand der ihm zur Hälfte gehört, zum Umgang zu überlassen, wenn er es wünscht. [...]

Bei dem Kindschaftsreformgesetz geht es also ganz eindeutig um eine Beschneidung mütterlicher Kompetenz. Was den Müttern genommen wurde, teilen sich nun die Familiengerichte mit den Vätern - eine klare Entmachtung der Mutter. (194)

Der folgende Abschnitt ist überschrieben mit

Der Unsinn einer Gleichstellung von Mutter und Vater

und kennzeichnet die ideologische Grundlage, welche die Empörung der Matriarchats-Vertreterinnen verständlich macht. Mutter und Kind bilden demzufolge eine symbiotische Einheit, die mit der "patriarchal"-rechtsstaatlichen Ordnung nicht vereinbar ist:

Es ist nicht möglich, den Vätern und Gerichten mehr Macht zu geben und gleichzeitig das Kindeswohl bedienen zu wollen - es sei denn, es wird eine neue Ideologie geschaffen, die diesen Widerspruch aufzulösen sucht. (198)

Inzwischen aber

haben Väter den Spies umgedreht: Sie bezichtigen Mütter, die für die Versorgung des Kindes entsprechende Zahlungen einfordern, es nur auf ihr Geld abgesehen zu haben und das Kind zum Handelsobjekt zu machen. Kinder kosten aber nun einmal Geld - egal wie sich die Beziehung der Eltern gstaltet. Und wenn Frauen es sind, die die Versorgung übernehmen, dann müssen Väter zahlen, egal ob ihnen der Umgang zugesprochen wird oder sich dieser zum Wohl des Kindes verbietet. (199)

Unter der Überschrift "Hintergründe des rechtlichen Umschwungs zugunsten von Vätern" zitiert Mulack ihre Geistes-Schwester Anita Heiliger:

"Diese im Grunde relativ kleine Gruppe, wie es scheint, [gemeint sind die organisierten Väter] übt durch ihre ständigen Eingaben und Beschwerden an Jugendarbeit, Politik, Medien und Justiz seit den 90er Jahren zunehmend massiven Druck aus und transportiert die Ideologie der angeblich neuen Väter und die Forderung nach Gleichberechtigung im Zugriff auf die Kinder. Sie ist verantwortlich für die Falschmeldungen über angeblich grundlose massenhafte Umgangsverweigerung von Frauen und angeblich massenhafte Falschanzeigen wegen sexuellen Missbrauchs." (Heiliger, Wischnewski: Verrat am Kindeswohl, 2003, S. 13) (202)

Nun aber ist der sogenannte "Zeugungsstreik" keineswegs auf eine kleine Gruppe beschränkt. Das anerkennt auch Mulack. Nebenbei stellt sie fest:

Diese Abneigung [von Männern] gegen Kinder drückt sich darin aus, dass ca. 80% aller Schwangerschaftsabbrüche auf massivsten Druck der Ehemänner oder Partner zurückgehen. (204)

Hier hätte ich gerne einen Beleg für die angeblich männliche Urheberschaft der pränatalen massenhaften Tötung, denn Mulack gibt diesen Beleg, soweit ich sehe, nicht. Sie erklärt auch nicht, warum sie nicht die Übertragung der Entscheidungsbefugnis auf eine Institution vorschlägt. Das müßte ja in ihrem Sinne sein, weil damit dem Druck auf Frauen abgeholfen würde. Jedenfalls

"handelt es sich auch weniger um einen sog. Zeugungsstreik als vielmehr um einen Streik im Blick auf die Übernahme von Verantwortung auf das Kind." (204)

Mit "Übernahme von Verantwortung" meint Mulack eine Zahlungsbereitschaft ohne Umgangsrecht. Der Gedanke, sich in das andere Geschlecht wenigstens augenblickweise einzufühlen und zu ergründen, was Männer motivieren sollte, gewissermaßen Schadensfälle zu produzieren, für die sie Jahrzehnte lang haften sollen, scheint ihr völlig fernzuliegen. Daß Väter ihre Kinder nicht wirklich lieben können, steht für Mulack ohnehin fest; ebenso aber auch, daß Männer dazu da sind, um für das, was sie nicht lieben und auch nicht haben wollen, finanziell aufzukommen. In heller Empörung schreibt Mulack:

Verzicht heißt also das Zauberwort, das die Unteilbarkeit des Kindes Erwachsenen zur Aufgabe macht. Doch wer soll ihn leisten? Die Mutter etwa? (206f.)

Den Blickfehler sehen die Väter aber, wie Mulack richtig feststellt, nicht bei sich selbst.

Kein Wunder, denn Wahrnehmungsstörungen erweisen sich als lebenslange Begleiter des männlichen Geschlechts. (205)

Man beachte: Mulack schreibt nicht einer Rasse oder einem Volk eine lebenslängliche Wahrnehmungsstörung zu, sondern einem Geschlecht, also der Hälfte der Menschheit! Das zeigt wiederum, daß der Sexismus als ideologische Tatsache viel ernster zu nehmen ist als jeder Rassismus. In ihrem Buch "Natürlich weiblich" macht Mulack "Die Lebenslüge des Mannes" sogar zur Überschrift eines Kapitels. Es ist also, was sie uns vorträgt, nicht nur einfach so dahin gesagt.


Unter der Überschrift "Die Argumentationsgrundlage der Väterrechtsbewegung" beklagt Mulack die Bereitwilligkeit der Medien, den "Unfug" aus der Männerbewegung verbreiten zu helfen, u.a. ihre Forderung nach Männerhäusern.

Dabei drängte sich allerdings die Frage auf, weshalb die finanzstarke Väterbewegung solche "Männerhäuser" nicht schon längst eingerichtet hat, wie dies Frauen mit ihren sehr beschränkten Mitteln bereits in den 70er Jahren aus eigener Initiative getan haben. Von den Medien wurde diese Frage bedauerlicherweise nicht gestellt.

Schade, sofern das stimmt. Hier wäre nämlich zu fragen, wer diese Frauenhäuser wirklich bezahlt, und wer sie genehmigt; ebenso, wie Väter, die durch die Scheidungsfolgen (Unterhaltszwang, Verlust von Arbeitsstelle und Gesundheit) oft ruiniert werden, derartige Häuser ohne derartige Zuschüsse betreiben sollen.

Selbstverständlich zweifelt Mulack nicht einen Augenblick daran, daß "mindestens" jede vierte, wenn nicht jede zweite Frau Partnergewalt erleide. Ebenso ist PAS für sie ein völlig unwissenschaftliches Konstrukt, in jeder Hinsicht perfide und also typisch männlich. Auf eine Entgegnung werde ich mich, meiner Zielsetzung gemäß, hier nicht einlassen, zumal auf den Internet-Seiten der Vätervereine hierüber viele Informationen zu finden sind.


Der matriarchale Zweck heiligt die Mittel. Für Christa Mulack heißt das:

Für Männer galt schon immer: Wissen ist Macht. Doch das gilt erst recht [!] für Frauen. Nur sie wissen, von wem sie schwanger sind. Die Frage ist nur, mit wem sie dieses Wissen teilen sollen. - Wie sicher können sie sein, dass sie nicht einen viel zu hohen Preis bezahlen müssen, wenn sie dieses Wissen mit dem Partner teilen ? - Wie sicher können sie sein, dass er sich nicht eines Tages gegen sie wendet und sein Recht auf die Kinder geltend macht? [...]

Aus dem verschwiegenen Wissen aber, das die Natur nur ihnen geschenkt hat, jene Macht zu beziehen, die ihnen zusteht und die ihnen Väter und Vater Staat nehmen wollen, darin besteht die einzige Möglichkeit mütterlichen Widerstands gegen ihre Entmündigung als Mütter und gegen die Leugnung ihres Mehrwerts, der ihnen nun einmal mit Blick auf die Kinder zukommt." (247f.)

Verstehen wir das bitte richtig: Hier wird ein (angebliches) Naturrecht ausgespielt gegen das positiv geltende Recht, genauer gesagt gegen den Straftatbestand der Personenstandsfälschung!

Wir sollten uns auch darüber klar sein, daß unsere Justizministerin Zypries im Prinzip genau so denken dürfte, es nur nicht so deutlich sagt, weil sie als Politikerin in einem demokratischen Rechtsstaat, will sie im Amt bleiben, gewisse Regeln einhalten muß.

Jedenfalls liegt auf der Hand, daß Sexistinnen insofern gar kein Unrechtsbewußtsein haben können, denn sonst wären sie ja bereits "patriarchal infiziert". Von einem derartigen Verdacht würde ich Christa Mulack bedenkenlos freisprechen.

Sie hat ja ganz konsequent ihr Buch auch "Der Mutterschaftsbetrug" genannt und nicht "Der Vaterschaftsbetrug", zu dem sie auffordert.

Übrigens gibt es in ihrem gynozentrischen Weltbild auch so etwas wie die sogenannten Kuckuckskinder nicht:

Um sich vor solchen angeblichen "Kuckuckskindern" zu "schützen" - die es bei Menschen ja eigentlich nicht geben kann, da es sich immer um die Kinder der Mutter handelt, also nicht um ihnen untergeschobene Kinder wie bei Verwechslungen -, bedienen sich immer mehr Väter des heimlichen Gentests [...] (240)

Gehen wir diese Bemerkungen einmal nüchtern durch. Für Mütter wird es kaum jemals Verwechslungen geben - soweit richtig. Für Väter schon. Diesen Vaterschaftsbetrug auszuführen fordert Mulack auch ausdrücklich auf. Aber das ist ja, genauer (matriarchal) besehen, kein Betrug, denn Väter gibt es gar nicht. Zumindest nicht bei Menschen. Vielleicht bei Vögeln.

Gibt es für Männer überhaupt Menschenrechte? Kann es sie in einer Gynokratie geben? Ich habe diese Frage hier bereits diskutiert. Vgl. in obigem Zusammenhang ebenso meinen Artikel: "Mary Daly ist kein Mensch. Sondern eine Frau." Das hat Daly selbst von sich gesagt.

 

4. Frauen sind biologisch höherwertig

Im Kapitel mit der Überschrift "Mutterschaft - Ein biologisches Phänomen mit sozialen Folgen" fragt Mulack zunächst nach dem,

was uns die Biologie zu sagen hat - und weshalb wir sie nicht länger ignorieren sollten

Freilich: Was Mulack mit Blick auf die Gegenseite, also die Väterszene beklagt, nämlich daß die Medien bedenkenlos pseudowissenschaftliche Phrasen verbreiten, das nimmt sie, soweit es die eigene Position bestätigt, für bare Münze und bejubelt es. So zitiert sie eine Reihe von männerfeindlichen Artikeln und Büchern, deren aussagekräftige Titel sie genüsslich hervorhebt. Das wären unter anderen:

Unter dieser Überschrift berichten eine Reihe von Zeitungen Anfang 1999 über die Möglichkeit der sogenannten Jungfernzeugung, die nicht nur ohne Mann, sondern auch ohne einen zweiten Satz Gene auskommt. Wie es heißt, wollen US-Forschjer nunmehr die Natur austricksen und Frauen zu "Vätern" machen. (S.68f.)

Nebenbei gesagt: Ich wundere mich, daß Männer auf obige sexistische Äußerungen meines Wissens nie mit Strafanzeigen reagiert haben. Juden würden es tun, und Vertreter anderer Völker und Rassen sicher auch. Wer es nicht tut, zeigt damit, daß er auf Ansprüche, die ihm zustehen (hier: die Achtung seiner Menschenwürde) verzichtet und wird sich später vor das Problem gestellt sehen, daß seine Klage auf Einhaltung von Rechten unter Hinweis auf diesen Verzicht nicht mehr ernstgenommen wird. (Es gibt dafür den Ausdruck "Gewohnheitsrecht".)


Im zweiten Abschnitt dieses Kapitels beschreibt Mulack "Die biologische Kompetenz der Frau und ihre Folgen", und zwar in Hinblick auf Partnerwahl, Befruchtung, Schwangerschaft, Geburt und die Bedeutung des Stillens. Was sie hier zum Druck bringt, ist aber insgesamt weniger Biologie als Biologismus mit dem Tenor: "Frauen sind aufgrund ihrer biologisch fundierten Eigenschaften dazu bestimmt, in der Gesellschaft die führende Rolle einzunehmen."

Mulacks Argumentation erinnert an die von Vertretern der Rassenlehre im Nationalsozialismus. So wie dort werden nämlich auch hier religiöse Gefühle beschworen:

"Allein die Frau vollbringt das Wunder der Schöpfung." (82)

Wir wissen jedoch: Frauen töten ungeborenes Leben millionenweise. Das Wunder der Schöpfung hingegen, die Erschaffung von Leben, ist noch keinem Menschen gelungen - weder einer Frau noch einem Mann.

Großen Nachdruck legt Mulack auf die Feststellung, daß Väter für das Kind keine eigenständige Bedeutung haben. Kritisch bemerkt sie, daß

seit einiger Zeit ein Trend zu beobachten [ist], das Kind gedanklich von der Mutter zu trennen und aus ihm ein eigenständiges "Rechtsgut" zu machen, obwohl es doch in Wirklichkeit nur in der symbiotischen Einheit mit der Mutter zu existieren vermag. (87)

Wollte Mulack sagen: "Rechts-Subjekt" statt "Rechtsgut"? Wie dem sei, sie scheint das Kind nicht als eigenständiges Rechtssubjekt aufzufassen, wohl aber als "Rechtsgut" der Mutter.

[...] machen Mütter hier die äußerst seltene Erfahrung einer ungeheuren Intensität und Absolutheit. Da eine solche Erfahrung ihr höchstens einmal im Jahr möglich ist, könnten wir sie vergleichen mit dem Eintritt eines jüdischen Hohepriesters in das Allerheiligste des Tempels, [...] der möglicherweise mit dem Gebärakt der Hohepriesterin im Zusammenhang stand. Denn ursprünglich war der Tempel jener heilige Bezirk, in dem Frauen ihre Kinder gebaren und "zur Welt" brachten, zu jener "Frau Welt", die sie als ihre Göttin erfuhren.

Im Grunde aber sind sie selbst dieser Tempel; denn in ihrem Leib vollzieht sich der wohl heiligste Akt, auf dem bisher noch jede neue Kultur gründet: die Entstehung neuen Lebens." (111)

"Immer mehr Frauen wenden sich den uralten Bildern vom Frau-Sein vergangener Epochen zu. Die zwanzig- bis dreißigtausend Jahre alten stummen Zeuginnen der Steinzeit beginnen wieder zu ihnen zu sprechen. Kleine weibliche Figuren aus Speckstein oder Elfenbein, erste Kunstwerke von Menschenhand. [...] Heute beginnen Frauen, sich diese weibliche Kraft zurückzuholen, nicht nur mit Hilfe weiblicher Figuren, sondern ebenso mit der Erschließung eines Weltbildes, das einst in diesen Frauenkörpern seinen Ausdruck fand." (112)

Ich hielte es für falsch, derartige Äußerungen als "esoterischen Schwachsinn" abzutun, wie ich es von Diskussionen in Väterforen kenne. Denn abgesehen davon, daß es sich um reale Erlebnisse (wenn auch wohl eher einer kleinen Minderheit von Frauen) handelt, denen ich meine Achtung nicht versagen möchte, so haben sie ganz sicher auch Einfluß auf die Politik.

Denn unsere patriarchale Religion, das Christentum, ist weitgehend erloschen; für die matriarchale Ersatzreligion gilt jedoch das Gegenteil. "Verlassene Altäre werden von Dämonen besetzt" - dieser Satz bewahrheitet sich zu Beginn eines jeden Totalitarismus.

 

5. Matriarchat als Ursprung und Ziel

Mit dem dritten Kapitel, überschrieben

Beziehungen im matriarchalen und patriarchalen Kontext - Ein Kulturvergleich

kommen wir zum ideologischen Kern des Weltbildes, an dem Mulack das gegenwärtige deutsche Familienrecht bemißt. Und es wird sofort klar, daß, gemessen an matriarchalen Grundsätzen, unser Familienrecht auf falschen Prämissen beruht und insofern gar nicht funktionieren kann.

Wie sie selbst sagt, macht sie aber bewußt keinen Unterschied zwischen matriarchalen Gesellschaften, wie sie (angeblich) über hunderttausende Jahre geherrscht haben, und dem, was heute in manchen Regionen der Erde davon erhalten geblieben ist. Auf eine solche Unterscheidung komme es nicht an. Jedenfalls, da ist sich Mulack sicher, würde die "Wiederereinführung" des Matriarchats (bei uns!) alle wesentlichen Probleme lösen, und zwar zum Vorteil aller Beteiligten. Denn im Grunde will Mulack uns Männern und Vätern gar nichts Böses. Sie will nur, daß Ordnung eingehalten wird.

Natürlich die matriarchale Ordnung! Wenn wir richtig ticken, d. h. uns dem weisen Rat der Frauen fügen, von Kindern die Finger lassen und unsere Arbeitskraft dem Matriarchat zur Verfügung stellen, dann haben wir durchaus ein Recht auf Leben und Sterben. Mulack trägt das mit so großer Selbstverständlichkeit vor, daß ich mich während des Lesens zeitweilig schon fragte: Ja, warum eigentlich nicht ?

Durch hunderttausende von Jahren waren sich die Menschen des Umstands bewußt, daß am Anfang immer nur das Weibliche stehen konnte, dem sie ausnahmslos ihr Leben verdankten. Das galt für Menschen und Tiere gleichermaßen. Und daran änderte auch das spätere Wissen um den männlichen Beitrag zur weiblichen Schwangerschaft nicht das Geringste." (127)

Mit der Vorstellung der Priorität des Männlichen jedoch

wurde vor sechstausend Jahren ein völlig neuer Gedanke in die Welt gesetzt, der raubend und mordend seinen Siegeszug rund um den Globus antrat und sich nach wie vor zu behaupten sucht. Verglichen mit den Millionen von Jahren menschlicher Existenz, in der diese Form von Männlichkeit unbekannt war - auch wenn sie fälschlicherweise immer wieder in die Ursprungsgeschichte des Menschen hineinprojiziert wird - sind 6000 Jahre nur Bruchteile von Sekunden auf der Weltuhr. (126)

Vernichtung und Krieg wurden für den Mann das, was der Frau Schwangerschaft, Geburt und Erhalt des Lebens bedeuteten. In dieser Eigenschaft war er nicht mehr zufrieden mit der Position an der Seite einer Frau und setzte sich an ihre Stelle. (125)

Irgendwelche wissenschaftlichen Belege gibt Mulack nicht. Stattdessen verweist sie summarisch auf die feministische Matriarchats-Literatur, etwa von Heide Göttner-Abendroth.


Die folgenden Abschnitte des erwähnten Kapitels sind überschrieben mit "Geschlechterverhältnisse" und "Mutter-Kind-Beziehungen". Für beide gibt Mulack jeweils eine Reihe von matriarchalen Grundsätzen an, die sich etwa an Beobachtungen der "Mosuo-Frauen im Süden Chinas" orientieren.

Für die Geschlechterverhältnisse gelten folgende Grundsätze:

  1. Familiäre und erotische Beziehungen gelten als getrennte Lebensbereiche.
    Nur wenn Eros und familiäre Verantwortung das sein dürfen, was sie in Wirklichkeit sind, nämlich zwei grundverschiedene Erlebnisweisen, die selten miteinander auskommen, können sich beide voll entfalten. Mit ihrer Verkoppelung jedoch kam es zur Enteignung des weiblichen Körpers, denn der diente der Versorgung des Mannes mit "eigenen" Kindern. (135)
  2. Über den Körper einer Frau kann nur sie selbst verfügen.
    [...]wachsen beide Geschlechter in dem Bewußtsein auf, daß in einer Liebesbeziehung Frauen die Führerinnen des Mannes sind. [...] Als Gastgeberin des Mannes ist es die Frau, die die Modalitäten der Begegnung bestimmt. Sie entscheidet, ob sie ihn zu einem üppigen Bankett einlädt oder zu einem Imbiss. (136f.)
  3. Mit dem Beginn ihrer Menstruation haben junge Frauen das Recht auf ein eigenes Sexualleben, das weder Vorschriften noch Bevormundungen unterliegt.

  4. Weder der gute Ruf einer jungen Frau noch ihr Status innerhalb der Gemeinschaft sind von ihrem Sexualleben abhängig.

  5. Der intime Bereich einer Frau ist absolut tabu.
    Bei matriarchalen Menschen geht der Respekt für die Intimsphäre eines Menschen [...] so weit, daß sie die Frage nach dem biologischen "Vater" eines Kindes als eine respektlose Grenzüberschreitung betrachten würden, zu der niemand ein Recht hat. (143)
  6. Schwangerschaft und Geburt begründen weder eine feste Bindung an den Mann noch dessen Vaterschaft.
    Wird die junge Frau schwanger, so verabschiedet sie sich in der Regel von ihrem Partner.

    Die Beendigung ihrer Liebesbeziehung ist kein Problem - weder für sie noch für den Mann. Sie legt ihm einfach seine Sachen vor die Tür, und er wird sie stillschweigend an sich nehmen und nicht mehr wiederkehren. Dabei kommt es weder zu Vorwürfen noch zu irgendwelchen Ressentiments. [...] Biologische "Vaterschaft" hat keine Bedeutung - weder für die Frau noch für den Mann; denn das Kind ist in jedem Fall Teil ihrer Sippe. Diese übernimmt die Versorgung, ihr Bruder die "Vaterrolle". [...] Hier gilt: Blut ist hier dicker als Sperma. (144f.)
  7. Die Liebe ist Sache einer Frau, die Kinder sind Sache der Gemeinschaft. - Ein Kind aber kann nur einer Sippe angehören.
    Dafür übernimmt die Sippe die Verantwortung. [...] Mit "Vaterliebe" rechnet hier niemand. (146)
  8. Schwester und Bruder bilden das grundlegende Modell für die Frau-Mann-Beziehungen.

  9. Die wichtigsten Bezugspersonen einer Frau sind Frauen.

  10. Abhängigkeits- und Gewaltverhältnisse darf es nie geben.

Für die "Mutter-Kind-Beziehungen" stellt Mulack ebenfalls einige Grundsätze auf:

  1. Frauen und Kinder bilden den Mittelpunkt der Sippe.

  2. Die frühe Mutter-Kind-Symbiose wird durch die Angebote zusätzlicher Bezugspersonen erweitert und damit sanft gelöst, statt von einer fordernden Vatergestalt aufgebrochen zu werden.

  3. Kinder erleben ihre Mütter als wertsetzende Instanzen - kompetent und stark -, an deren Vorgaben sich auch die Männer ausrichten.
    In matriarchalen Kulturen sind es die Mütter, die Werte und Normen festlegen. Dazu gehört auch, dass sie es sind, die die Bedürfnisse der Kinder einschätzen und die Gemeinschaft an ihnen ausrichten. (176)
  4. Beide Geschlechter erben den Status der Mutter. Gemeinschaftsbesitz aber wird nur über die töchterliche Linie weitergegeben.

  5. Das Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen ist kein Machtverhältnis; denn das erwachsene Streben nach Macht - auch über Kinder - gilt als kindisch und unzivilisiert.

  6. "Zurück zu den Müttern." - Der Kontakt zu den eigenen Wurzeln darf nicht abreißen, sonst entstehen Krankheiten undStörungen, die die ganze Gemeinschaft belasten.
    Nicht die Loslösung von der Mutter macht aus uns psychisch gesunde Menschen, sondern eine geglückte, eine symbiotische Bindung an sie. (187)

Da diese sechs Grundsätze für sich sprechen, sei auf ihre ausführliche Erläuterung, die sich auf über 26 Seiten hinzieht, hier nicht weiter eingegangen.

 

Stellungnahme

Wie schon eingangs erwähnt, beabsichtige ich keine "Widerlegung" dessen, was Mulack vorträgt, sondern ich versuche, es zu verstehen, und sodann eigene Folgerungen daraus zu ziehen. Wenn die Autorin schreibt

Denn das ist wohl die schlimmste Tat des Patriarchats an uns Frauen, dass es uns die Selbstachtung und damit die Würde als Frau und Mutter genommen hat. Wir werden sie nicht zurückbekommen, wenn wir sie uns nicht nehmen und sie einander zusprechen (244),

dann bringt sie damit wohl genau die Einstellung zum Ausdruck, die auch die meisten Vertreter der Väterbewegung einnehmen - mit umgekehrtem Vorzeichen natürlich. In welch einer Welt aber wollen wir mehrheitlich leben ?

Zunächst sollten wir uns fragen, ob die matri- oder gynozentrische Gesellschaft, die Mulack anhand der Aufzeichnungen über die südchinesischen Mosuo-Frauen beschreibt, nicht vielleicht arg romantisiert ist. Daß nämlich Feldforscherinnen aufgrund wissenschaftlicher (?) Voreinstellungen zu krassen Fehlschlüssen kommen können, wissen wir spätestens, seit die Ergebnisse von Margaret Mead über die Gesellschaft in Samoa kritischen Überprüfungen unterzogen worden sind, zum Teil durch die Bewohner selbst.

Mein eigener insgesamt etwa 7-jähriger Aufenthalt in überwiegend matrizentrischen Gesellschaften Benins hat mich gleichfalls gelehrt, daß das dortige Leben keineswegs so paradiesisch ist, wie es dem Neuankömmling zunächst erscheint. Sicher, die groß-familiäre Atmosphäre, in die man eintaucht, ist erst einmal überwältigend. Man findet sofort Kontakt, fühlt sich niemals einsam, erlebt eine teilweise noch intakte Natur.

Irgendwann aber erfährt man auch die dunklen Seiten: Kinder werden durch ihre Mütter zu schweren Arbeiten gezwungen, mißhandelt, vermietet oder verkauft. Frauen (nicht Männer!) prügeln sich auf den Märkten, beschuldigen sich der Hexerei und hegen überhaupt starkes Mißtrauen füreinander. Todesfälle werden durch Frauen häufig auf Akte schwarzer Magie seitens von Nachbarinnen zurückgeführt. Auch das ist Leben im "Matriarchat"!

Immerhin wird [die Grenzerfahrung des Gebärens] begleitet von starken Gefühlen, von Angst und Todeseindrücken, von Halluzinationen und außerkörperlichen Erfahrungen, aber auch von Euphorie, orgiastischen Empfindungen und dem Erleben der eigenen Göttlichkeit. (110)

Das ist nun freilich sehr verallgemeinert, und zwar in einem grotesken Umfang. Ich war bei mehren Geburten afrikanischer Frauen ländlicher Herkunft, darunter meinen eigenen beiden Ehefrauen, zugegen. Soweit bei diesen durchaus "natürlichen" Frauen überhaupt Gefühle erkennbar waren oder mitgeteilt wurden, waren sie keineswegs großartiger Natur. Mystische Erfahrungen gibt es, aber sie knüpfen sich nicht unbedingt an körperliche Vorgänge, und wo doch, da sind es nicht unbedingt die Vorgänge des weiblichen Körpers.

Weiterhin wäre zu fragen, ob eine Gesellschaft mit so ausgesprochenen "Softie"-Männern, wie Mulack sie beschreibt, außerhalb von vereinzelten Inseln abseits der Industriegesellschaft auch nur annäherungsweise realisierbar wäre. Sicher gibt es Männer, die bereit sind, sich Frauen fast bedingungslos zu unterwerfen, und einige von ihnen sind vielleicht nicht einmal krank. Aber die meisten Männer würden doch lieber unterwerfen als sich unterwerfen lassen. Es erstaunt mich, daß Mulack zum Beweis des Gegenteils ausgerechnet die Biologie bemüht.

Teilweise haben die Matriarchats-Verherrlicher natürlich recht: Als Kollektiv sind Frauen überlebensfähiger. Darin gleichen sie Insekten und Ratten, die ebenfalls "dem Ursprung näher" sind.

Auch Jungfernzeugung, Parthenogenese, ist möglich. Sie beweist, daß Frauen auf Männer nicht angewiesen sind, um sich physisch fortzuzeugen, umgekehrt schon. Das Ergebnis sind allerdings weibliche Klone, insofern ein physisch reines Matriarchat, so wie sich das auch S.M.Gearhart erträumt.

Dann stellt sich aber sogleich die Frage: Wer will das ? Selbst wenn einige Männer ihre eigene "Überflüssigkeit" nicht nur für die Fortzeugung bestätigen - es gibt solche "Männer" -, so würden gerade Frauen - "richtige" Frauen, nicht Ideologinnen wie Christa Mulack - das ablehnen. Dem Mann eignet nämlich mehr als nur die physische Schöpferkraft: Er ist das aufrührende und aufrührerische, das dynamische Prinzip des Lebens. Ohne dieses würde auch den Frauen das Leben langweilig werden. Ihr "Paradies" wäre das, als was es von Antichristen gelegentlich paraphrasiert wird - nämlich die Hölle. "Höllische" Eindrücke erhält man auch in den heutigen Überresten matrifokaler Gesellschaften, wenn man sich nur lange genug dort aufhält.

Es gehört einfach zum Wesen des Männlichen, ständig bis an die Grenzen des Möglichen zu gehen, sie bisweilen zu überschreiten und dafür auch die Konsequenzen zu riskieren. So wie Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl und darum für eine Zeitlang an den Felsen geschmiedet war, also eine Freiheitsstrafe abbüßte. Denken wir einmal daran, wenn wir Frauen in afrikanischen Dörfern an ihren Feuerstellen sitzen sehen! Frauen profitieren immer von Männern; nur Feministinnen, die mit männlichem Komfort aufgewachsen sind, sehen das nicht ein.

Insgesamt scheint mir, daß der Autorin Christa Mulack jeglicher Sinn für das Wesen des Männlichen vollständig abgeht. Sie hat diesbezüglich einen blinden Fleck. Sicher gibt es Entsprechungen auch auf der anderen Seite; zumindest gibt und gab es bedeutende Männer, für die Frauen in auffälliger Weise überhaupt keine Rolle spielten. Als Beispiele nenne ich Th.E.Lawrence ("Lawrence of Arabia") sowie Nikola Tesla, den Pionier der elektrischen Energieübertragung. Eines aber unterscheidet sie von ihren weiblichen Pendants: Sie versuch(t)en sich nicht in Familienpolitik. Frauen waren ihnen höchstens lästig, aber sie sahen in ihnen keine Gefährdung der Menschheit.


Nachdem die Abstrusität des Matrizentrismus hoffentlich einigermaßen offensichtlich geworden ist, muß ich mich der Frage stellen, warum ich Bücher wie "Der Mutterschaftsbetrug" überhaupt thematisiere. Kommt ihnen denn irgendwelche Bedeutung zu?

Durchaus !

Christa Mulack ist Theologin. Erstaunlicherweise kommen viele Feministinnen aus dem kirchlichen Milieu, oder sie wirken in ihm. Dabei handelt es sich keinesfalls nur um den protestantischen Bereich, der sich ohnehin vom christlichen Ursprung sehr weit entfernt hat. Mary Daly etwa lehrte an einem (katholischen) Jesuitenkolleg, und zwar männer-befreit. Barbara Kavemann, die maßgeblich an dem Aufbau von Frauenhäusern und am Entwurf des Gewaltschutzgesetzes beteiligt war, lehrt an einer katholischen Hochschule.

Problematisch am heute real existierenden Christentum ist seine Verwässerung. Nicht nur, daß es sich ziemlich gut mit matriarchaler Religiosität (also Heidentum) verträgt; bisweilen läßt es sich nicht einmal mehr von ihr unterscheiden. In diesem Sinne sind natürlich sehr viele, ja wohl die meisten Menschen religiös. Und nicht nur Frauen; denn so schwer einfühlbar wie behauptet sind die "Mysterien der Geburt" für Männer nicht. Und hat es nicht auch gerade für Männer etwas sehr Verlockendes, in einer promisken Gesellschaft zu leben und den wohltuenden Hauch der überall präsenten "Großen Mutter" oder "Großen Göttin" zu spüren ? Dieses Erleben muß gar nicht erlernt werden; vielmehr handelt es sich um atavistische Neigungen, die in uns allen drinstecken und daher leicht zu erwecken sind.

Diese Mutter-Religiosität ist gegenwärtig also stark präsent. Vielleicht sogar in Justizministerin Zypris. Zumindest aber baut sie auf diese Präsenz, denn anders wäre ihre Idee, Vaterschaftstests zu verbieten, gar nicht diskutabel.


Eine Abhilfe kann meines Erachtens nur darin bestehen, daß Väter das so gut wie erloschene Christentum in sich wieder erwecken; ebenso, daß wahre Christen beginnen, sich mit der Väterproblematik auseinanderzusetzen.

Was macht denn den männlichen Mehr-Wert des Christentums aus? Die nicht kollektive, sondern persönliche Auferweckung im Auferstehungsleib! Wenn nämlich Mulack behauptet,

"Allein die Frau vollbringt das Wunder der Schöpfung." (82)

Im Grunde aber sind sie selbst dieser Tempel; denn in ihrem Leib vollzieht sich der wohl heiligste Akt, auf dem bisher noch jede neue Kultur gründet: die Entstehung neuen Lebens." (111)

so stimmt das ja gerade nicht. Kein Mann, keine Frau hat jemals neues Leben geschaffen. Vermehrungsfähige Zellen entstehen immer nur aus anderen, bereits lebenden Zellen. Hingegen können Menschen Leben sehr wohl töten. Das tun allerdings Mütter - ingestalt von Schwangerschafts"abbrüchen" - wahrscheinlich häufiger als Männer auf ihre Weise es tun. Worin besteht also "Der Mutterschaftsbetrug" wirklich? In der falschen Behauptung der Autorin, daß Mütter mit jeder Geburt neues Leben erschaffen. Das tun sie nicht. Mutterschaft bedeutet vielmehr, sterbliche Ableger aus der unsterblichen Lebenskontinuität herauszusetzen, also voraussehbare Todesfälle grundzulegen.

In einem mehr abstrakten Sinne gibt es unsterbliches Leben als natürliche Eigenschaft sich ständig fortzeugender Organismen. Diese Tatsache hat zweifellos auch einen mysteriösen Aspekt, der zu allen Zeiten (matriarchale) Religiosität begründet hat. Nur befriedigt sie menschliche Individuen nicht, die mit zunehmender Differenzierung ihrer Persönlichkeit auch zunehmender Todesangst fähig sind. Diese Todesangst, die im naturreligiösen Erleben zurücktritt, gründet sich in dem Bewußtsein, daß der Mensch in einem Leben nicht "fertig" wird mit dem, was er leisten könnte. Gerade für Männer mit ihrer stärkeren Individualisierung, ihrem stärkeren Ich-Erleben haftet dem Sterben folglich Sinnlosigkeit an.

Die Auferweckung oder Auferstehung des physischen Leibes (nicht des Astralleibes, Ätherleibes oder dergleichen!), die mit Jesus Christus erstmals vonstatten ging, "erlöst" uns von diesem Problem. Der Auferstehungsleib ist etwas, an dem wir unbewußt mehr oder weniger bereits mitwirken. Den Erfahrungsberichten zufolge (mir wurde ein solcher aus dem persönlichen Umfeld zuteil) hat er nicht immer Ähnlichkeit mit seinem ursprünglichen mineralischen Träger, kann sich materialisieren und de-materialisieren, seine Gestalt wechseln, erscheint sichtbar oder auch eher hörbar, als ein Ort der Wärme oder als kühlender Hauch.

Sollte es den Auferstehungsleib als Tatsache und als Möglichkeit geben, so wäre damit der Kult der Großen Mutter sinnlos geworden, ihre Macht gebrochen. Mütter können immer nur ein fehlerhaftes Programm, also einen sterblichen - weil bis dato unerlösten - Menschen reproduzieren. Natürlich können und wollen wir ihnen das nicht zum Vorwurf machen. Was demgegenüber aber der Gottes-Sohn uns anbietet, ist gleichsam das unzerstörbare Reparaturprogramm zum kostenlosen Download, das keinem Verfall oder Verbrauch unterliegt, selbst aber unbegrenzt erneuert - sofern die Vorbedingungen beachtet werden. Daher:

ICH BIN die Auferstehung und das Leben, (Joh.11,25)

was ganz wörtlich zu nehmen ist, falls es überhaupt einen Sinn hat. Falls ja, so handelt es sich hier um das ursprüngliche, unzerstörte Modell des physischen Leibes, welches weitere Geburten irgendwann überflüssig machen wird.


Darin dürfte nun aber auch die tiefe, grundlegende Feindschaft gegen "das Patriarchat" begründet liegen; die Paranoia, welche in eigenständiger männlicher Schöpferkraft "die Zerstörung alles Lebens auf der Erde" herankommen sieht. Es ist wirklich eine Paranoia in großem Stil und in zunehmender Intensität, und leider sind von ihr auch viel zu viele Männer erfaßt.

Und es ist ja wahr: Das Leben auf der Erde, dessen "ewige" Kontinuität in Geburt und Tod besteht, ist durch das Christentum tatsächlich bedroht - weil dieses eine nicht-matriarchale Alternative bietet. Worauf es jetzt ankäme, für Väter jedenfalls, das ist, diese Alternative ins Auge zu fassen und an ihrer Verwirklichung mitzuwirken. Dann erst hätten wir eines Tages ein Patriarchat, das diesen Namen verdient, und damit eine Grundlage, zu agieren statt immer nur zu re-agieren.

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