MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Bausteine zu einer Philosophie des Sexismus (28-1-08)

Anmerkung 3-5-09:

Am folgenden Beitrag zeigt sich, daß ein Blog das falsche Mittel ist, um eine geschlossene Abhandlung auszuarbeiten. Wenn ich es dennoch versucht habe, so einfach darum, weil es mir damals an dem Mut und an den technischen Kenntnissen fehlte, um eine eigene Webseite zu erstellen. Nunmehr stand ich vor der Wahl, bis zur Fertigstellung keine weiteren Beiträge zu mehr veröffentlichen - was für fast ein Jahr dann auch nicht mehr geschah -, oder die begonnene Abhandlung unfertig liegen zu lassen. Letztlich mußte ich beide Folgen auf mich nehmen.

Wegen Arbeitsüberlastung werde ich die Abhandlung auch jetzt nicht sogleich weiterführen können. Immerhin stelle ich bei der Durchsicht fest, daß meine grundlegenden Auffassungen die gleichen geblieben sind.

1.Begriffliche Klärungen

1.1. Der Begriff "Sexismus"

umfaßt, wie es scheint, zwei beinahe gegensätzliche Bedeutungen:

  1. Eine kaum oder gar nicht reflektierte Haltung von Männern gegenüber Frauen, die sich in sexueller Nutzenerwägung, Geringschätzung und nachfolgend in aktiver Benachteiligung von Frauen äußert.

  2. b) Eine hoch reflektierte Haltung - anders gesagt: eine Ideologie -, welche in Männern, und nur in Männern, Unterdrücker sieht, wobei das Ideologem der Unterdrückung die Funktion der Rechtfertigung in einem revolutiven Programm übernimmt. Ein anderer Name für diesen Sexismus ist Feminismus.
1.2. Der Begriff "Rassismus"

sei der Verdeutlichung halber hierzu in Analogie gesetzt. Auch für ihn kennen wir zwei annähernd entgegengesetzte Bedeutungen. Demnach ist Rassismus:

  1. Eine kaum oder gar nicht reflektierte Haltung einer dominierenden Rasse gegenüber einer anderen Rasse, welche in Geringschätzung, bisweilen heftiger Verachtung und in aktiver Benachteiligung der nicht dominierenden Rasse zum Ausdruck kommt.

    Im schwarzen Afrika mit seiner Rassenvielfalt - der politisch erlaubte Ausdruck ist: Multi-Ethnizität - ist dieser Rassismus Alltag. (Dabei ist die Beteiligung der weißen Rasse ein Sonderfall!)

  2. Eine hoch reflektierte Haltung - anders gesagt: eine Ideologie -, welche in der jeweils dominierenden Rasse, und nur in ihr, ein Unterdrücker-Kollektiv sieht, wobei das Ideologem der Unterdrückung auch hier die Funktion der Rechtfertigung in einem revolutiven Programm innehat.
1.3."Klassismus"

ist ein realtiv neuer Begriff aus den USA, der hier aufgegriffen werden soll. Er bezeichnet eine gruppen-differenzierende Sichtweise, welche der Absicht dient, die jeweils andere Klasse herabzuwürdigen. Er umfaßt auch und insbesondere die nicht biologisch fundierten hierarchischen Strukturen; also Strukturen, deren hierarchisches Kriterium die unterschiedliche Verteilung an Wissen, Reichtum und politischem Einfluß ist.

Wichtig ist in vorliegendem Zusammenhang, daß dem Klassismus - im Unterschied zum Sexismus und zum Rassismus - kein Doppelsinn nach obiger Bedeutung zukommt, da er sich definitionsgemäß auf Strukturen stützt, deren hierarchischer Charakter nicht eindeutig oder nicht beständig ist. Jede der in einen Klassenkonflikt einbezogenen Klassen kann also ihrem Widerpart Unterdrückung unterstellen, oder auch nicht.

1.4. Sexismus ohne Sex: Der "Genderismus".

Im hier so genannten Genderismus haben wir es nicht mit einer unreflektierten Haltung, sondern mit einer echten Ideologie zu tun, welcher dem gegenwärtigen politischen Programm des "Gender Mainstreaming" zugrundeliegt. Der Genderismus ist eine Art von Dekonstruktivismus oder Relativismus ausgerechnet auf einem Feld, wo zu dekonstruieren bzw. zu relativieren eigentlich unmöglich ist - oder jedenfalls "unmöglicher" ist als auf jedem anderen Feld.

Inhaltlich besagt der Genderismus:

Es gibt kein Geschlecht oder keine geschlechtliche Ausrichtung (Hetero-, Homo-, Trans- usw. Sexualität) außer demjenigen bzw. derjenigen , welches bzw. welche das menschliche Individuum selber wählt. Natürliche Vorgaben, also angeborenes Geschlecht, haben keine Identität stiftende Bedeutung. Diese Einschätzung beinhaltet auch, daß der Genitalapparat, mit dem ein Mensch zur Welt kommt, von Demselben u.U. als "Irrtum der Natur" erkannt, ja nötigenfalls mittels chirurgischer Intervention "richtiggestellt" wird.

Es versteht sich, daß der Genderismus sich als die Speerspitze gegen jeden Sexismus versteht; und tatsächlich wäre dessen Aufhebung die notwendige Folge einer konsequenten Durchführung der genderistischen Ideologie. Tatsächlich aber sind die Folgen, mit denen uns der Genderismus gegenwärtig konfrontiert, durchaus sexistisch-ideologischer Natur, und dies in einem Maße, welches in einem nie dagewesenem Maße den Ausdruck "totalitär" verdient. Diesem Widerspruch wird im Folgenden nachzugehen sein.

1.5. Identitäts- und Differenz-Feminismis.

Der differenz-ideologische Standpunkt ist der radikalere; der identitäts-ideologische Standpunkt ist der realistischere (oder auch der klügere). Jedoch ist ihre Gegensätzlichkeit vordergründiger Natur, denn ihr revolutives Ziel ist dasselbe: die Umkehrung der natürlichen Geschlechter-Ordnung.

1.6. Matriarchat, Feminat, Gynokratie.

a) Das Matriarchat ist ein vor Allem im Zusammenhang mit dem "Mutterrecht" (1861) des Schweizer Juristen und Altertumsforschers J.J.Bachofen (1815-1887) bekanntgewordener Begriff. Bachofen unterstellte die Existenz von "Gynaikokratien" (er benutzte "Matriarchat" nicht) innerhalb einer geschichtlichen Phase, welche einem - bis dato anhaltenden - Patriarchat vorausgegangen sei.

Zwar ist diese Annahme eine Zeitlang begeistert aufgenommen worden, vor Allem von Feministinnen, doch wird sie durch die zeitgenössische Völkerkunde nicht gestützt. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat es wohl matrifokale Gesellschaften gegeben (wie es sie heute noch gibt), aber keine Mütter- oder Frauen-Herrschaft im politischen Sinne.

Jedoch hat das heutige deutsche Familienrecht Formen angenommen, welche die Verwendung des Begriffs des Matriarchats als berechtigt ausweisen. De facto haben wir in Deutschland gegenwärtig ein Matriarchat, sofern darunter die Prädominanz mütterlicher Entscheidungs-Befugnis über die väterliche gemeint sein soll. Denn eine solche - sehr ausgeprägte - Prädominanz ist unbestritten und unstreitbar. Denken wir nur daran, daß über 90 % der Sorgerechtsprozesse zugunsten der Mutter entschieden werden und Umgangsverweigerungen mütterlicherseits so gut wie nie geahndet werden. Gleichberechtigung steht nur auf dem Papier.

b) Von einem Feminat zu sprechen, erschiene mir - in Anlehnung des Begriffes "Triumvirat" für die temporäre Drei-Männerherrschaft in Rom - dann sinnvoll, wenn zumindest eine Frau an der Spitze der Regierung steht. Dies ist zwar gegenwärtig der Fall, doch scheinen sich daraus keine besonderen Folgen für die Politik der Geschlechter zu ergeben.

c) Sinnvoll erscheint mir hingegen, den Begriff Gynaikokratie (Gynäkokratie), abgekürzt Gynokratie, auf eine Gesellschaft anzuwenden, in denen die Belange von Frauen das politische Programm beherrschen. Vergleiche hierzu mein "Referat Männerbewegung" in diesem Weblog.

In diesem Sinne gilt: De facto haben wir in Deutschland gegenwärtig eine Gynokratie.

2. Der innere Widerspruch des ideologischen Sexismus.

Ein unlösbarer innerer Widerspruch - eine Aporie oder Antinomie - folgt aus dem Ideologem der Unterdrückung, ohne welches der ideologische Sexismus (Feminismus) nicht auskommt.

Beides, Power-Frau und Opfer-Frau in Personalunion, verträgt sich aber nicht. Bildlich gesprochen, kann zwar Jeder, der besser ist, mal "einen schlechten Tag haben", aber nicht zeitlebens bzw. generationenlang Verlierer sein.

Im Folgenden soll versucht werden, eine Auflösung dieser Aporie zu geben. Vorbereitend sind aber noch andere Fragen zu klären.

3. Die vier Paradigmen in der gegenwärtigen Geschlechterdebatte.

3.1. Das traditionalistische Paradigma.

Es orientiert sich an den Lebensformen, die bei uns bis vor wenigen Jahrzehnten - andernorts bis heute - gültig waren bzw. sind. Sie konkordieren auch recht gut mit den Ergebnissen der Biologie, so daß über die geschlechtlichen "Rollenzuweisungen" (wie man heute zu sagen pflegt) im Wesentlichen Klarheit herrscht.

Demzufolge prägt der Mann die politische und rechtliche Organisation der Gesellschaft sowie die wirtschaftliche Versorgung der Familie, während die Frau das häusliche Leben prägt. Auf psychologischer Ebene ist der Mann körper- und geistbetont, insofern auch aktiv, aggressiv und promisk, die Frau lebens- und seelenbetont, insofern pasiv, bewahrend und behütend.

Problem: Es scheint praktisch unmöglich, "die Zeit zurückzudrehen", z.B. das Schuldprinzip in der Ehe wieder einzuführen und das Frauenwahlrecht abzuschaffen.

3.2. Das männer- und väterrechtliche Paradigma.

Abgesehen von den Unterschieden, die mit der generativen Funktion zusammenhängen, sind Männer und Frauen prinzipiell gleich. Dieser Gleichheit hat die Staats- und Gesellschaftsordnung Sorge zu tragen. Aus unerklärten und unerklärlichen Gründen tut sie das aber nicht. Also ist eine politische Willensbildung erforderlich. Um die in die Wege zu leiten, muß organisatorisch gearbeitet werden. Geschieht das in genügendem Maße, dann sind Erfolge zu erwarten.

Problem: Die Frage, warum trotz prinzipieller Gleichheit von Mann und Frau faktisch Ungleichheit herrscht, d.h. die Frauen uns an die Wand spielen, bleibt unbeantwortet. Es wird eine Therapie an den Symptomen einer Krankheit vorgenommen, deren Wesen völlig ungeklärt bleibt.

3.3. Das genderistische Paradigma.

Die traditionelle Auffassung, daß der Körper des Menschen, insbesondere dessen primären Geschlechtsmerkmale, das Geschlecht des Menschen bestimmen, ist überholt. Das "wahre" Geschlecht eines Menschen weiß nur er selber. Stimmt es mit dem Geschlecht seines Körpers nicht überein, so kann und darf u.U. der Körper umgewandelt werden. Es wird also dem Körper die geschlechts-definierende Funktion abgesprochen - und zwar radikal.

Problem: In der Folge einer geschlechts-definitorischen Entwertung des Körpers wird die Geschlechtlichkeit auf dem Wege der individuellen Selbst-Konstitution ("Selbstverwirklichung") wieder eingeführt und gleichzeitig zum politischen Programm erhoben. Eine wirkliche Emanzipation der Sexualität findet also nicht statt. War sie vorher eine biologische Funktion und durch den Körper beherrscht, so ist sie jetzt eine politische Funktion und durch die Regierenden beherrscht, und zwar durch Schaffung sexualisierter Institutionen. Diese treffen - meist ganz unnötig - "geschlechter-sensible" Entscheidungen.

3.4. Das emanzipatorische Paradigma.

Hier gilt ebenfalls, daß das Geschlecht keine Funktion des Körpers ist: Zwar hat der Körper ein angeborenes Geschlecht, doch ist der Körper nur ein Teil - und nicht der bestimmende Teil - des Menschen. Grundsätzlich ist der Mensch bisexuell, und zwar ingestalt einer komplexen, sehr individuellen Zuordnung der Geschlechts-Charaktere auf seine verschiedenen Persönlichkeits-Ebenen. Dadurch aber wird die Sexualität (ebenso wie Rasse, Herkunft usw.) relativiert, "aufgehoben" und zu einem Bereich seines individuellen Gestaltungsspielraumes erhoben.

Diese Haltung wird befördert durch die zunehmende Re-Inkarnations-Erkenntnis. Sie ist Bestandteil der menschlichen Evolution.

Problem: Einziges Problem ist bisher mangelnde Akzeptanz aufgrund des herrschenden Materialismus. Hingegen ist das theoretische Problem zumindest in einem ersten Ansatz gelöst.

4. Irrtümlichkeit der Gleichsetzung vom Geschlecht eines Menschen mit dem Geschlecht seines aktuellen Körpers.

4.1. Individuelle Transsexualität: Die Rede vom "dritten Geschlecht".

In einem Emma-Artikel vom Januar 1981, betitelt "Das dritte Geschlecht", schrieb Alice Schwarzer:

"Transsexuelle sind Menschen, deren Seele ein anderes Geschlecht hat als ihr Körper. Männer, die sich wie Frauen fühlen. Oder Frauen, die sich wie Männer fühlen. Ihr Konflikt zwischen Seele und Körper ist so groß, dass auch der Gesetzgeber seit 1980 die Anpassung des Körpers an die Seele erlaubt. Denn umgekehrt geht es nicht: die Seele ist stärker als der Körper was nicht ohne Komik ist in einer Kultur, in der steif und fest das Gegenteil behauptet wird."

Dabei wird die Frage: "Was ist ein Mann? Und was eine Frau?" zwar aufgeworfen, aber nicht wirklich beantwortet. Immerhin aber wird "der Seele" der Primat über den Körper eingeräumt, soweit es die geschlechtliche Identität betrifft.

Übrigens: Schon um 1867 postulierte der Jurist (und Vorkämpfer der Schwulenbewegung) Karl Heinrich Ulrichs, daß in einem homosexuellen Mann eine weibliche Seele stecke.

4.2. Soziale Transsexualität: Vermännlichung von Weibern - Verweiblichung von Männern.

In Augenschein zu nehmen ist nunmehr die Tatsache, daß in unserer gegenwärtigen Gesellschaft Männer und Frauen ganz allgemein nicht mehr die Rollen spielen, die ihrer physischen Geschlechts-Charakteristik zukommt. Es geht jetzt also nicht um Menschen, die mit ihrem Körper ein Identitätsproblem haben.

Viel mehr treten heute immer mehr Männer in den Vordergrund, die physisch durchaus männlich wirken (kräftig, kantig, Baßstimme), auf dieser Ebene sich auch heterophil verhalten, also Frauen begatten - auf sozialer Ebene aber den Frauen ganz selbstverständlich eine beherrschende Rolle zugestehen. Ihre eigene Rolle besteht dann in Unterordnung unter den fraglos anerkannten Primat (wenn nicht gar das Diktat) der Frauen. Somit sind diese Menschen physisch männlich, sozial aber weiblich.

Ebenso gibt es anscheinend immer mehr Frauen, die körperlich durchaus weiblich wirken und keineswegs lesbisch ausgerichtet sind, auf sozialer Ebene aber eine beherrschende Rolle beanspruchen und sie aufgrund ihrer Willenskraft und ihrer analytischen Fähigkeiten auch erreichen. Diese Menschen sind also physisch weiblich, sozial aber männlich.

Was sind sie nun aber "wirklich" ? Bemißt sich das Geschlecht vorzugsweise nach der physischen - oder nach der psychischen Ebene ?

4.3. Kriterien der Geschlechtlichkeit.
4.3.1. Nach dem traditionalistischen Paradigma.

Aus dieser Perspektive ist Transexualität, je nach Bewertung, eine kulturell bereichernde Spielart, eine tolerable, aber nicht wünschenswerte Abweichung, oder eine strafwürdige "Entartung".

Maßgebend für das Geschlecht ist allein der physische Leib des Menschen.

4.3.2. Nach dem männer- und väterrechtlichen Paradigma.

Zumindest aus der väterrechtlichen Perspektive wird soziale Transsexualität als gegeben hingenommen und selten hinterfragt (individuale Transsexualität ist hier ohnehin irrelevant).

Maßgebend für das Geschlecht ist allein der rechtlich-bürgerliche Status.

4.3.3. Nach dem genderistischen Paradigma.

Nach dieser Ideologie wählt das menschliche Individuum sein Geschlecht im Laufe seines (irdischen) Lebens selbst. Dabei kann der Körper mit seinem ihm angeborenen Geschlecht aber auch ein "Irrtum" sein, welcher einer "Selbstverwirklichung" des Individuums im Wege steht und daher einer Korrektur bedarf.

Maßgebend sind die sexuellen Bedürfnisse des betreffenden Individuums, anders gesagt: seine seelische Tierschicht oder "das Tier im Menschen". Dieses "Tier" definiert also das "wahre" Geschlecht des Menschen und korrigiert im Widerspruchsfalle auch seinen physischen Ausdruck, also den Genitalapparat.

4.3.4. Nach dem emanzipatorischen Paradigma.

Nach dieser Theorie ist das menschliche Individuum von vornherein mit allen Möglichkeiten der Verkörperung ausgestattet. Mit der (vorgeburtlichen) Entscheidung zu einem Erdenleben wählt es auch seine irdische Verkörperung und damit sein körperliches Geschlecht.

Maßgebend ist das auch vorgeburtlich und nachtodlich subsistierende Ich und sein "trans-inkarnativer Lebensentwurf", anders gesagt: die Geistwesenheit oder "das Gott-Ebenbildliche im Menschen". Diese Instanz sieht keine Notwendigkeit, den - vorgeburtlich frei gewählten - Leib nachträglich zu verändern. Er ist ja ohnehin nur einer unter vielen Leibern in einer Kette, welche aus der Vergangenheit kommt und in die Zukunft fortlaufen wird.

4.4. Unterschiedliche politische Folgen der Standpunkte.

5. Sind Mann und Frau "gleichwertig" ?

5.1. Polaritäten und ihre Grade der Vollkommenheit.

a) Betrachten wir einen Magneten, am besten in Stabform. Wir wissen von ihm (oder wir können leicht in Erfahrung bringen) das Folgende:

Daraus folgt: Die Polarität eines Magneten ist qualitativ und quantitaiv vollkommen.

b) Betrachten nun wir eine Gleichspannungsquelle, etwa eine Autobatterie. Wir wissen (oder wir können leicht in Erfahrung bringen) das Folgende:

Daraus folgt: Die Polarität einer Gleichspannungsquelle ist qualitativ vollkommen, quantitativ jedoch unvollkommen.

c) Betrachten wir schließlich einen Ordnungs-Hüter, etwa in Gestalt eines Justiz-Angestellten oder Polizisten, in seiner berufsmäßigen Bezogenheit auf einen Ordnungs-Störer, etwa einem Verbrecher. Wir wissen davon (oder wir könnten leicht in Erfahrung bringen) das Folgende:

Daraus folgt: Die Polarität eines gesellschaftlichen dynamischen Ordnungsverhältnisses ist nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ unvollkommen.

5.2. Rätsel der hochgradig unvollkommenen Polarität.

Wir sehen an diesen eher willkürlich gegebenen Beispielen, daß es verschiedene Grade der Vollkommenheit von Polaritäten gibt, die wir - ebenfalls willkürlich, jedoch nicht ohne Zwecksetzung - wie folgt klassifizieren können:

Um eine Bewegung in der Polarität des Magneten herbeizuführen, bedarf es einer räumlichen Veränderung. Für die Bewegung in der Polarität der Gleichspannungsquelle muß eine zeitliche Veränderung hinzukommen, und für eine Bewegung in der Polarität des gesellschaftlichen Ordnungsverhältnisses bedarf es zusätzlich auch noch einer Änderung in der Herrschaft.

Verwenden wir den Begriff der Herrschaft allerdings so, wie er in der Antike, z.B. durch Aristoteles verwandt wurde, so folgt bereits aus der quantitav unvollkommenen Polarität der Gleichspannungsquelle eine Herrschaft: nämlich die des an Elektronen reichen Poles (d.i. der Minus-Pol) über den an Elektronen armen Pol (d.i. der Pluspol). Genau in diesem ursprünglichen Sinne soll der Begriff Herrschaft auch hier verwendet werden. Dann gelangen wir zu folgender Formel:

Polarität und Herrschaft verhalten sich zueinander reziprok. Die Fülle der Einen bedingt den Mangel der Anderen, und umgekehrt.

Nun gibt es aber schwierigere Polaritäts- bzw. Herrschafts-Verhältnisse als die oben beschriebenen. Nehmen wir das obige Beispiel für eine hochgradig unvollkommene Polarität, d.i. das Beispiel des gesellschaftlichen Ordnungsverhältnisses und verändern es dergestalt, daß der Ordnungs-Hüter korrupt ist und der Ordnungs-Störer ein Freiheitskämpfer. Dann handelt es sich, im institutionellen Verständnis, immer noch um das gleiche Herrschafts-Verhältnis, im intuitiven Verständnis jedoch ist es auf den Kopf gestellt.

Bei genauerer Betrachtung erkennen wir dann zwei zu unterscheidende Polaritäten bzw. Herrschaften, von denen die eine in die andere eingeschachtelt ist. Beide bilden untereinander wiederum ein Herrschafts- bzw. Polaritäts-Verhältnis.

Dies soll jetzt nicht weiter verfolgt werden. Jedoch werden wir im Verlaufe der Untersuchung des feministischen Sexismus hierauf noch zurückkommen müssen.

5.3. Der Stellenwert von Mann und Frau in Polarität und Herrschaft.

In der Geschlechterdebatte gibt es ebenfalls eine Polarität, nämlich die der Standpunkte; und diese Polarität ist, wie ich meine, eine sehr unvollkommene.

5.4. Der Doppel-Aspekt der Auflösung der Geschlechter.

Nach gewissen traditionellen Auffassungen macht der Mensch eine Entwicklung durch, welche ihn schließlich in ein Engelwesen überführt, d.h. in ein körperloses Wesen ohne Notwendigkeit von Tod und Fortpflanzung, folglich auch ohne sexuale Polarität und ohne Paarungstrieb. Diese Entwicklungsrichtung einmal angenommen, erscheint es möglich und sinnvoll, die gegenwärtigen sexuellen Auflösungserscheinungen und ihre Widerspiegelung (oder auch Herbeiführung) durch die Politik als den Beginn notwendiger Übergangserscheinungen zu betrachten.

Allerdings faßt auch der Genderismus die radikale Aufhebung sexualer Polarität ins Auge, jedoch mit einer völlig gegensätzlichen Zielrichtung - nämlich in ein neues Tierreich hinein. Dies geschieht auf dem Wege einer extremen körpergebundenen Sexualisierung. Wer einmal die Gelegenheit hatte, Kröten während der Paarungszeit zu beobachten, wie sie hemmungslos aufeinander losgehen, von vorne und hinten, auf- und übereinander, oft ohne Ansehung des Geschlechtes, ja selbst auf Gegenstände, der wird sich eine Vorstellung machen können, was den Genderisten vorschwebt.

Es könnte sein, daß diese in zwei verschiedene Richtungen divergierende Entwicklung - einmal hin zu einer Vergeistigung, das anderemal hin zu einer Vertierung - zu einer Klärung der hier zu erörternden Fragen beitragen könnte. Wir werden daher auf sie zurückkommen müssen.

6. Der Beitrag Friedrich Nietzsches zu einem Verständnis des Doppel-Aspektes des Sexismus-Begriffes und der Ungleichwertigkeit von Mann und Frau.

Nehmen wir uns vorerst noch einmal den Doppel-Aspekt des Begriffes "Sexismus" vor. Im Abschnitt (1) wurde hierzu gesagt, daß er, ähnlich wie der Begriff "Rassismus", zwei sehr verschiedene Bedeutungen umfaßt - je nachdem, ob das Begreifen von dem Blickwinkel des Mannes oder der Frau aus erfolgt.

So kann ein Mann verächtlich auf eine Frau oder auf Frauen herabblicken, etwa wenn er sie beim Einparken beobachtet. Große Gedanken macht er sich dabei jedoch nicht, denn er fühlt seine Überlegenheit und begnügt sich damit. Diese abschätzige Einstellung wird oft als sexistisch bezeichnet.

Anders eine Frau, wenn sie über die Tatsache reflektiert, daß ihre Geschlechtsgenossinnen auffällig selten Führungspositionen einnehmen. Sofern sie darunter leidet (was keineswegs selbstverständlich ist !), wird sie sich Gedanken machen, die im äußersten Falle in eine ausgebildete Ideologie ausmünden. Auch diese Einstellung wird als Sexismus bezeichnet, ja verdient diese Bezeichnung viel eher, weil "Ismen" in der Regel ein Gedankensystem kennzeichnen.

Ausgangspunkt dieser Gegensätzlichkeit in der Haltung ist eine solche in der Gefühls- und Machtlage: Der Mann genießt mit Wohlgefühl seine Überlegenheit; die Frau hingegen leidet an ihrer Unterlegenheit. Und nur der zweite Fall zieht ideologie-bildende Konsequenzen nach sich.

Gibt es ein philosophisches Vorbild, das uns behilflich sein könnte, diese Grundtatsache zu erhellen ?

Es gibt sie, und zwar ingestalt der Beschreibungen der "Herrenmoral" und der "Sklavenmoral", wie Friedrich Nietzsche sie gibt, am prägnantesten wohl in seiner "Genealogie der Moral" (1887), und dort in der ersten Abhandlung ("Gut und Böse", "Gut und Schlecht").

Nietzsche unterscheidet zwei Erscheinungsformen des - bei ihm biologisch fundierten - Willens zur Macht, von denen die zweite Erscheinungsform ein abgeleiteter Modus der ersten ist:

Ein Beispiel für die reaktive, also abgeleitete Erscheinungsform des Willens zur Macht ist die Krebserkrankung. Der in ihr wirkende "Wille" ist in gewisser Weise durchaus "schöpferisch", jedoch in zerstörerischer, letztlich auch selbstzerstörerischer Weise. Nach Nietzsche wirkt derselbe Wille aber auch schöpferisch in der Ausformung einer bestimmten Moral; er nennt sie "Sklavenmoral" im Gegensatz zur "Herrenmoral". Ich setze Zitate (der Reclamausgabe von 1988) in Kursivdruck und die jeweilige Absatznummer in Klammern.

Der Sklavenaufstand in der Moral beginnt damit, dass das Ressentiment selbst schöpferisch wird und Werte gebiert: das Ressentiment solcher Wesen, denen die eigentliche Reaktion, die der That versagt ist, die sich nur durch eine imaginäre Rache schadlos halten. Während alle vornehme Moral aus einem triumphirenden Ja-sagen zu sich selber herauswächst, sagt die Sklaven-Moral von vornherein Nein zu einem "Ausserhalb", zu einem "Anders", zu einem "Nicht-selbst": und dies Nein ist ihre schöpferische That.

Die ritterlich-aristokratischen Werthurteile haben zu ihrer Voraussetzung eine mächtige Leiblichkeit, eine blühende, reiche, selbst überschäumende Gesundheit, sammt dem, was deren Erhaltung bedingt, Krieg, Abenteuer, Jagd, Tanz, Kampfspiele und Alles überhaupt, was starkes, freies, frohgemuthes Handeln in sich schließt. [...Dagegen:]

Die Priester sind, wie bekannt, die bösesten Feinde - weshalb doch ? Weil sie die ohnmächtigsten sind. Aus der Ohnmacht wächst bei ihnen der Hass in's Ungeheure und Unheimliche, in's Geistigste und Giftigste. Die ganz grossen Hasser in der Weltgeschichte sind immer Priester gewesen, auch die geistreichsten Hasser: - gegen den Geist der priesterlichen Rache kommt überhaupt aller übrige Geist kaum in Betracht. (10.)

Unschwer wird der Leser erkennen, daß die Herrenmoral im Wesentlichen der männlichen Haltung entspricht, soweit sie (noch) die "herrschende" ist, die Sklavenmoral jedoch der feministischen, also sexistischen. Wenn ein Mann eine herausragende Leistung erbringt, so tut er es als Ja-Sagender und nicht, weil er vorher "nein" gesagt hätte mit Blick auf das Wesen der Weiblichkeit. - Umgekehrt beginnt der Feminismus mit einem "Nein"; und zwar mit einem "Nein" zu einem männlichen Können, einem "Nein" zur männlichen Urheberschaft einer zivilisatorischen Leistung.

Ein Kennzeichen der Sklavenmoral (welche für Nietzsche bei den Priestern ihren Ausgang nimmt, was aber für unsere Untersuchung keine Rolle spielt) liegt ferner in ihrer sprachverfälschenden Kraft.

In der Herrenmoral galt immer schon die folgende Zuordnung:

In der (reaktiven) Sklavenmoral gilt nunmehr:

Man beachte:

"Gut" und "böse" sind nicht einfach nur vertauscht; vielmehr ist das Schlechte gleichsam verschwunden. Und anstelle dessen tritt nun das Novum des Bösen auf !

Dies "schlecht" vornehmen Ursprungs und jenes "böse" aus dem Braukessel des ungesättigten Hasses - das erste eine Nachschöpfung, ein Nebenher, eine Complementärfarbe, das zweite dagegen das Original, der Anfang, die eigentliche That in der Conzeption der Sklaven-Moral - wie verschieden stehen die beiden scheinbar demselben Begriff "gut" entgegengestellten Worte "schlecht" und "böse" da ! Aber es ist nicht derselbe Begriff "gut": vielmehr frage man sich doch, wer eigentlich "böse" ist, im Sinne der Moral des Ressentiment. In aller Strenge geantwortet: eben der "Gute" der andren Moral, eben der Vornehme, der Mächtige, der Herrschende, nur umgefärbt, nur umgedeutet, nur umgesehn durch das Giftauge des Ressentiment. (11)

In diesem Zusammenhang spricht Nietzsche auch von der vergiftenden Kraft der Lüge. Mit Blick auf die Gegenwart ist nun festzustellen, daß wohl niemals zuvor in einem so großen Stile gelogen wurde wie in der heutigen deutschen Gynokratie. Männer werden durch politisch beeinflußte Medien sowie per Gesetz und durch Rechtssprechung in Vergewaltiger umgelogen, in Unterhaltsflüchtlinge und in Kinderschänder - und Frauen in Opfer. Das Private ist politisch geworden, die Lüge Institution. Die Geschlechts-Dichtomie überhaupt wird reduziert auf eine solche von Straftäter (Mann) und Opfer (Frau).

An anderer Stelle spricht Nietzsche in Hinblick auf die Zukurzgekommenen von einem "Erdreich zitternder Rache". Und in der Tat: Was den großen Haß betrifft, so gibt es jedenfalls kein männliches Pendant etwa zum SCUM-Manifest einer Valerie Solanas oder auch nur zu den vergleichsweise eher harmlosen sexistischen öffentlichen Gewaltaufrufen einer Alice Schwarzer. Allenfalls noch in den Haßbekundungen während der großen rassistisch und klassistisch motivierten Pogrome hat der tendenziell genozidale feministische Haß Entsprechungen, die aber von Männern und Frauen getragen wurden.

Merkwürdigerweise ist diese Tatsache bisher nicht in gebührendem Umfang gewürdigt worden. Die Ursache sehe ich in einem Vorurteil, ja in einer fixen Idee; der fixen Idee oder dem Ideologem der ontologischen Gleichwertigkeit von Mann und Frau.

7. Die Frau als abgeleiteter Modus des Mannes.

Nietzsches Unterscheidung einer Herren- und einer Sklavenmoral beschreibt, wenngleich eine ganz andere Zielsetzung verfolgend, dennoch genau das, was ich oben als den Unterschied zweier Sexismus-Begriffe herauszustellen versucht habe.

Demnach ist der Mann insoweit "sexistisch", als er aus dem Bewußtsein der Überlegenheit und im Gefühl seiner Kraft auf das Weib herabschaut. Darin liegt kein Haß, allenfalls Geringschätzung, und selbst diese ist oft verschwistert mit dem Willen des Beschützers.

Ganz anders tritt - nicht die gewöhnliche Frau, aber - die ideologische Sexistin auf: Nämlich als Anklägerin, Hassende und nach "Gerechtigkeit" Rufende, wobei Gerechtigkeit, auch wo dies nicht so gesagt wird, im Sinne eines zu erfolgenden Ausgleichs verstanden wird. Eines Ausgleichs wofür ? Für -zigtausende Jahre der Unterdrückung ! Die Folgen, welche diese Haltung beinhaltet, sollten nicht zu gering veranschlagt werden. Sollten sie eintreten, so hätten wir Etwas, von dem bisher nur geträumt wurde: Ein Matrarchat, und zwar ingestalt eines Systems globaler totalitärer Herrschaft.

Die hier diskutierte Ungleichheit sei vorläufig in folgende Worte gefaßt:

Mann und Frau sind nicht gleich im Sinne zweier Seiten einer Medaille oder der zwei Pole unseres Globus. Besser gesagt: Sie sind es auch, aber nicht nur. Denn wenn das so wäre, dann könnte es ebenso gut einen männlichen ideologischen Sexismus geben wie es einen weiblichen gibt. Dies ist aber nicht der Fall. Daraus folgt:

Die Frau ist ein abgeleiteter Modus des Mannes. Nur so läßt sich die Grundtatsache, der diese Abhandlung gilt, erklären. Das soll im Folgenden weiter ausgeführt werden. Selbstverständlich tritt nun eine weitere Aporie ins Blickfeld: Wenn die Frau - nicht nur, aber auch - ein abgeleiteter Modus des Mannes ist, wie konnte sie dann die jetzige Gynokratie begründen, und warum droht ihre Ausweitung zu einer globalen totalitären Herrschaft ?

Diese Aporie ist übrigens auch gegenüber Nietzsches Gegenüberstellung von Herrenmoral und Sklavenmoral geltend gemacht worden. Sie lautet dann: Wie konnte es den Schwachen und am Leben Leidenden gelingen, letztlich die Oberhand zu behalten?

8. Über Kognitive Hysterie.

Schlitz-gesteuertes Denken bezeichnet den Durchschlag uterus-gestützter Willenskräfte auf die Ebene des Denkens, Vorstellens und Erinnerns. Dort werden diese Kräfte dann schöpferisch und bilden mentale metastasierende Karzinome. Alternativer Begriff: Kognitive Hysterie.

[...]

9. Parasitosen als Metaphern sexistischer Herrschaft.

Parasitose ist das Befallensein eines höheren Organismus durch Parasiten. Es gibt soviele Parasitosen wie es Parasiten gibt. Parasiten sind selbstständig organisierte, jedoch abhängig existierende - nicht symbiotisch lebende - Organismen. Sie leben auf Kosten ihres Wirtsorganismus, machen aber ihre Rechnungen grundsätzlich ohne den Wirt. Dies führt bisweilen zur Abtreibung. (Anm.: Pränatale Tötung ist keine Abtreibung, sondern die äußerste Konsequenz einer Verantwortungsflucht !)

Nun aber sei festgestellt:

Der Wille des Weibes, der sich dem Willen des Mannes nicht unterordnet, wird gestalterisch tätig, indem und insoweit er von den Kräften des Mannes zehrt. Allein durch sie wird er begrenzt. Die Folgen treten auf als Unterhaltslasten, unverhältnismäßige Abschöpfung der der Sozial- und Rentenkassen, generative Verluste durch pränatale Massentötung und induzierten Zeugungsstreik, induzierten strukturellen Androzid, usw. usf.

Dies in Betracht gezogen, leidet unser sozialer Organismus an einer sozialen multiplen Parasitose. Diese sei allegorisiert ingestalt von Entoparasiten des Stoffwechselsystems, d.h. von Würmern.

Kleptoparasiten, Kleptoparasitose. Raub-Parasiten. Setzen sich in das gemachte Vogel- oder Spinnen-Netz, rauben dort die Jagdbeute.

[...]

10. Sind Feministinnen verunglückte (fehl-inkarnierte) Männer ?

10.1. Physisches Geschlecht und gefühltes Geschlecht.

Dem genderistischen Weltbild zufolge ist das angeborene physisch definierte Geschlecht nicht zwingend identisch mit dem "gefühlten" Geschlecht. Beide Aspekte können zueinander im Widerspruch stehen. Wenn dies aber der Fall ist: Welcher Teil des Menschen gibt dann das übergeordnete oder letztendlich entscheidende Kriterium ab, welchem Geschlecht der Mensch angehört?

Bis vor wenigen Jahren galt immer, daß der Körper über das Geschlecht entscheidet. Einem Mensch, der sich mit seinem physischen Geschlecht nicht identifiziert, wurde eine Identitäts-Störung, wohlgemerkt: eine psychische Identitätsstörung, zugesprochen. Heute wird dies nicht ausschließlich mehr so gesehen. Zumindest genderismus-theoretisch gilt nun ein neues Wirklichkeits-Kriterium, nämlich das Selbst, so wie wir es kennen im Zusammenhang mit der Selbst-Verwirklichung. Diesem Selbst wird nun die endgültig geschlechts-definitorische Macht zugesprochen. Demzufolge wird der Körper, "wenn es sein muß", mittels chirurgischem Eingriff umgewandelt.

Damit wird Ernst gemacht mit der Erkenntnis: Der Mensch ist nicht Körper, sondern er hat einen Körper. Und ferner: Es kann der "falsche Körper" sein. Jedenfalls wird das dann so gefühlt. Das heißt aber nichts Anderes, als daß dem Körper selbst keine identitäts-stiftende Wirkung mehr zukommt.

Daraus folgt:

Unter vorbenannten Bedingungen kann die identitäts-stiftende Instanz des Menschen nicht mehr in seinem Leib gefunden werden. Vielmehr wird sie zu suchen sein in einer Substanz, die wir "Ich" oder "Selbst" nennen. Dies wird zu untersuchen sein.

10.2. Identität und Erwachen.

In Konsequenz kann sich der mit dem falschen Körper Begabte aber auch noch eine weitere Frage stellen, nämlich:

Diese Frage ist in gewissen Hinsichten ähnlich der, die man sich stellt, wenn man morgens im Krankenhaus zu erwachen beginnt, sich an den bandagierten Körper faßt - oder auch an die Hand, welcher, um ein nicht zu schlimmes Beispiel zu wählen, ein Fingerglied fehlt -, und sich sagt: Dies ist der falsche Körper, und auch die Umgebung, in der ich mich befinde, ist die falsche. Erst mit zunehmender Erinnerung wird einem klar, daß der jetzige Zustand und Aufenthalt die notwendige Folge eines gestrigen Unfalles war. Und dann ist man auch, wenngleich vielleicht widerstrebend, bereit, den jetzigen Körper und den jetzigen Aufenthalt als "richtig" anzuerkennen.

Daraus wird ersichtlich:

Das Erwachen geschieht schrittweise, und zwar beginnend mit dem Teil des Selbst-Bewußtsein, dem die letztbegründende, auch einzig dauerhafte Identität zukommt. Er sei das "Ich" genannt. Und erst nach dem Erwachen Dessen, was der Mensch "ist", folgt das Erwachen Dessen (oder für Das), was der Mensch "hat".

10.3. Das alltägliche dauerhaft unvollständige Erwachen.

Es sind den Medizinern Fälle bekannt, wo das Erwachen aus einem Bewußtseinsschlaf dauerhaft entweder gar nicht, oder unvollständig erfolgt. In der Regel läßt sich das auf Unfälle mit der Folge von Hirnverletzungen zurückführen. Eine Folge davon ist der quälende Zustand eines in sich intakten, sich seiner Identität bewußten Ich, dem es aber nicht gelingt, die Zuständlichkeiten seines Körpers und seiner Umgebung in angemessener Weise auf sich selbst zu beziehen. Ein solchermaßen "isoliertes" Ich leidet stark an Einsamkeit.

Jedoch gibt es verschiedenste Grade des Teil-Wachseins oder Teil-Schlafens, die wir Alle kennen, weil sie "normal" und alltäglich sind. Darunter fallen alle Vorkommnisse eines Nicht-wahrhaben-wollens von Tatsachen, welche, den nötigen Mut zur Wahrheit vorausgesetzt, durchaus wahr-genommen werden könnten. Da es an diesem Mut aber fehlt, kommt es nicht zu einer Erkenntnis der Ursachen. In Konsequenz kann sich der in einer unliebsamen Situation Befindliche die Frage stellen:

Die Mitmenschen wissen es oft und geben "Hilfe zur Selbsthilfe": "Denk mal darüber nach!" Eigentlich müßte es heißen: "Erinnere dich deines Verhaltens , welches bewirkt hat, daß du dich in deiner jetzigen Situation wiederfindest !" So ist es z.B. denkbar, daß ich durch einen Mitmenschen dauerhaft schlecht behandelt werde und zunächst glaube, daß dies seinem Charakter zuzuschreiben sei - bis mich Jemand darüber aufklärt, daß ich diesen Menschen auf eine Weise verletzt habe, die ich mir, in Ermangelung der dazu nötigen Aufrichtigkeit, aus eigener Kraft nicht habe zu Bewußtsein bringen können. Nehmen ich aber die "Aufklärung" an, so gilt:

Daraus folgt:

Unser alltägliches Erwachen geschieht nur in einem Grade, der uns habituell gegeben ist. Dieser ist aber veränderbar gemäß dem moralischen Mut, den wir aufbringen.

10.4. Die substanzielle Wirklichkeit des Ich.

Was aber ist es, das das Erwachens fähig ist ? Es ist das Ich. Ihm, so hypostasiere ich, kommt eine substanzielle Wirklichkeit zu. Um sie zu verstehen, mache man die folgende Übung. Man frage sich: Was bleibt, wenn alles, was ich besitze, wegfällt ? Bin ich dann zwar anders, aber immer noch "ich" ? Zweifellos. Wenn ich nun aber den Namen wechsle ? Dann habe ich zwar meine "bürgerliche Identität" verloren, aber die ist ja ohnehin nur von außen zu-erteilt. Wenn ich nun aber willkürlich mein Geschlecht wechsle ? Dann habe "ich" das ebenfalls gewollt, also bleibt mein Ich identisch. Wenn ich nun aber zum Äußersten gehe und mich entleibe ? Auch dann habe "ich" das gewollt. Das Ich bleibt.

Und hier setzt nun der gewöhnliche Denkfehler ein. Ziehen wir zum Vergleich den Rechner (Computer) heran ! An den Vorgängen, die wir auf dem Bildschirm beobachten, finden wir die Aktivitäten unseres Ich gespiegelt. Daran, sowie an unseren Gedanken, die unser Gehirn (auch eine Art Rechner) uns spiegelt, erwacht der leib-gestützte Teil unseres Ich. Schalten wir nun das Programm oder den Rechner ab, so haben wir uns der Grundlage beraubt, an dem wir unsere Bewußtseins-Aktivität spiegeln, d.h. wahrnehmen. Natürlich wissen wir, daß unser Ich deswegen keineswegs verschwindet, selbst dann nicht, wenn der Rechner endgültig zerstört wird. Und ebenso ist es, wenn unser Leib endgültig zerstört ist.

Daraus folgt in Analogie:

Es gibt ein leib-gestütztes, "niederes" Ich, dessen Wachheit einer Spiegelung bedarf. Diese hat zur Bedingung den Leib. Ebenso aber gibt es ein umfassenderes, "höheres" Ich, welches das "niedere" Ich immer wieder in (s)einen Leib zurückruft bzw. aus ihn herausruft, selbst aber keiner Stützung durch einen Leib bedarf.

10.5. Das allgeburtliche unvollständige Erwachen.

Obige Betrachtung verlangt nach einer Erweiterung.

Fragen wir: Ist es selbstverständlich, daß wir nach dem allmorgendlichen Erwachen die Erlebnisse des Vortages wieder in Erinnerung rufen können ? Anders gefragt: War das gewöhnliche Ich am Vorabend, im Moment des Einschlafens, gestorben - und erfährt es mit dem Erwachen eine Wiedergeburt ?

Ziehen wir noch einmal den Vergleich mit unserem Rechner (Computer). Schreiben wir einen Text und speichern ihn dann, so "schläft" dieser gleichsam, ist aber wieder abrufbar. Ja, er ist sogar dann wieder abrufbar, wenn wir den Rechner für lange Zeit ausgeschaltet haben - er war dann gleichsam "tot". Ebenso könnte man nun sagen: Auch das menschliche Gehirn ist ein Speicher, ist konfiguriert worden: Kein Wunder, daß Erinnerungen durch den Schlaf nicht verloren gehen.

Bei diesem Vergleich haben wir Eines jedoch außer Acht gelassen - nämlich den Menschen, der den Rechner bzw.das Programm wieder einschaltet. Und dieser schläft nicht, während das Programm "schläft" - und ebenso stirbt er nicht, während der Rechner stromlos in "Leichenstarre" liegt ! Natürlich wäre es zwar möglich, einen Rechner zu konstruieren, der sich selber periodisch aus- und einschaltet, doch liegt es auf der Hand, daß eine solche Konstruktion keinen Sinn ergäbe.

Es sei per Analogieschluß jetzt einfach nur hypostasiert: So wie der Rechner-Benutzer nicht schläft, während das Programm "schläft", und nicht stirbt, während der Rechner "in Leichenstarre" liegt -, so schläft das menschliche Ich nicht, während der menschliche Leib schläft, und so stirbt es ebenfalls nicht, während der Leib stirbt.

Daraus folgt in Analogie:

Das höhere Ich des Menschen schläft nicht, und es stirbt nicht; es ist immer wach und es ist ewig.

10.6. Das Unbehagen am Geschlecht und seine tiefste Ursache.

Welches Ich ist es nun, welches das Unbehagen am eigenen Geschlechte fühlt ? Es ist das niedere Ich, das traumbewußt an der Leiblichkeit erwacht, welche ihm mit der letzten Geburt des Menschen zugewiesen wurde.

[...]

MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.