MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Warum Männer - und nicht Juden, Schwarze, Ausländer ? Opportunismus und Tabu.

Martina Schäfer schreibt in ihrem Buch "Die Wolfsfrau im Schafspelz" (2001) über "autoritäre Strukturen in der Frauenbewegung". Überwiegend behandelt sie darin die Matriarchats-Theorien weiblicher Autoren einschließlich ihrer ideologischen Anleihen beim Nationalsozialismus. Aber auch eine so extreme Differenz-Feministin wie Christa Mulack findet Erwähnung. Über deren Buch "Natürlich weiblich" (1990) schreibt Schäfer wie folgt:

Ersetzte man in ihm das Wort "Mann" einmal durch Bezeichnungen wie "Jude", "Ausländer" oder "Mohammedaner", würde er die Kriterien eines rechtslastigen, rassistischen Textes erfüllen.

Das gilt natürlich nicht nur für das Buch (und alle anderen Bücher!) von Mulack. Männerrechtler und Maskulisten demonstrieren das feministische "Feindbild Mann" sehr häufig, indem sie die Worte austauschen. Gelegentlich weisen sie auch auf das deutsche Grundgesetz hin, dessen Art. 3,3 wohl nicht ohne guten Grund Geschlecht, Abstammung und Rasse in einem Atemzug nennt.

Selbst in einem vergleichsweise sehr moderaten Text wie dem von Ina Praetorius, den ich vor drei Tagen erwähnte, dürfte eine derartige Demonstration Erschrecken auslösen:

Im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise wird offen über die Hab-Gier als eine wesentliche Ursache verhandelt, allerdings kaum je darüber, dass es sich dabei fast ausschliesslich um jüdische Gier handelt. [...]

Dass bis heute fast ausschliesslich Juden den sensiblen und leider für den Grossteil der Menschheit existentiell bedeutsam gewordenen Bereich der globalen Finanzströme besetzt halten, ist dennoch eine Tatsache, die bedacht sein will, sollen adäquate Lösungen gefunden werden.

[...] haben Arier und andere an den Rand gedrängte Angehörige der menschlichen Gattung das zweigeteilte Rassen- und Weltarrangement aufgekündigt[...]

Im Original steht natürlich "männliche" bzw. "Männer" statt "jüdische" und "Juden", sowie "Frauen" statt "Arier" und "Geschlechter" statt "Rassen".

Warum ist nun die Männer-Diskriminierung opportun (und verdienstkreuz-fördernd), die Volks- und Rassen-Diskriminierung hingen tabu? Das Grundgesetz unterscheidet ja in dieser Weise gerade nicht, bis jetzt jedenfalls nicht. Haben Einige aus der Vergangenheit nicht genügend gelernt? Wenn ja: Welche Rolle spielt hierbei die Singularitäts-These? Sind gewisse Ereignisse und Menschen einmaliger als andere - und wenn ja: Wer hat das zu entscheiden?

Nachfolgend demonstriere ich den Feindbild-Austausch auch an einem durch mich ebenfalls schon gebrachten, jetzt erweiterten Zitat von Antje Schrupp:

Einmal war ich in einem Klassenraum mit drei Türken und noch einem Deutschen. Der Deutsche und ich waren ganz unterschiedlicher Meinung, während einer der Türken praktisch dasselbe sagte wie ich - nur sagte er es eben ganz anders und der Deutsche sagte seines so ähnlich wie ich. Als die Diskussion herum war, stellten sich die drei Türken sofort zusammen und diskutierten weiter, der Deutsche und ich blieben etwas ratlos abseits stehen. Wir spielten keine Rolle in der Debatte - die Türken hatten ja untereinander die verschiedenen inhaltlichen Rollen längst besetzt. Es fehlte ihnen nichts.

Das Problem daran ist: In einem Kontext, in dem alle der festen Überzeugung sind, die Integration der Ausländer im Prinzip verwirklicht zu haben, kann sich der türkische Habitus umso ungestörter wieder verbreiten, weil er nicht benennbar und nicht kritisierbar ist.

(Im Original steht "Männer" statt "Türken" und "Gleichberechtigung der Geschlechter" statt "Integration der Ausländer".)

In jedem Falle könnte man nun nachfragen, etwa: Halten Juden wirklich das globale Finanzwesen "besetzt" oder dominieren sie es "nur", und falls ja, woran könnte das liegen ? Ebenso: Warum gibt es eine so große Konzentration von Ausländern in Deutschland mit der Folge, daß Deutsche aus gewissen Stadtvierteln wegziehen, wenn sie es sich nur leisten können ? Sind diese Deutschen alles nur "Xenophobe", gar Rechtsextreme - oder haben nicht vielmehr Politikerinnen falsche Entscheidungen getroffen ?

Ebenso halte ich es für richtig, die "Überrepräsentation" von Männern auf der Entscheidungsebene zu hinterfragen (und eventuell zu akzeptieren, daß es die natürliche und beste Lösung ist). Nur, das tun besagte Autorinnen ja leider gerade nicht:

Antje Schrupp äußert eine ganz dumpfe, vegetativ-emotionale Abneigung, geradezu einen Ekel gegen Männer im öffentlichen Bereich, dies allerdings mit ansprechenden Worten. Eine ideologische Rechtfertigung erübrigt sich damit.

Ina Praetorius bedient sich ungeniert des männlichen Feindbildes, um ihren Darlegungen die nötige Würze, "das gewisse Etwas" zu verleihen. Dabei sind sie gehaltvoll genug, um ohne diese Geschmacksverstärker auszukommen - meine ich.

Es kennzeichnet die offene Gesellschaft, daß in ihr über die Präsenz von Gruppen keine wertende Vor-Entscheidung getroffen wird; und es kennzeichnet ihre Feinde, daß sie Tabus, aber auch Opportunismen einrichten oder begünstigen. Darum dürfen Juden, Schwarze und Ausländer nicht kritisiert werden; und darum erhält Bundes-Verdienstkreuze, wer Männer als solche verdammt.

MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.