MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Sexismus in der Theologie. (23-4-09)

Sexismus ist Sexualisierung des eigentlich Nicht-Sexualen; ist die Ausweitung der Mann-Weib-Polarität auf alle möglichen an sich neutralen Gebiete. Dies ist eine mögliche Definition; wir können sie genauer auch "Pansexualismus" benennen und als ihren prominentesten Vertreter Sigmund Freud anführen.

Einer zweiten möglichen Definition zufolge besteht Sexismus in einem ideologischen Konzept, welches die natürliche Mann-Weib-Polarität mit einem ethischen Dualismus verknüpft, etwa:

und hieraus Herrschaft ableitet oder sie rechtfertigt. Wir kennen das als Feminismus.

Das Christentum - zu unterscheiden von der Christenheit - gewährt der Polarität, welche die Sexismen ermöglicht, wenig Raum, ja es neutralisiert sie wie kein Geistes-Einschlag davor und danach. Schon die Umstände von Jesu Geburt zeigen dies auf: Der Vater, Joseph, war, wenn überhaupt, ein schwacher Vater, während die Mutter, Maria, einen geistigen Raum von der Erde bis zum Himmel umspannt. An der Krippe standen ein Ochse, also ein kastrierter Stier - er bildet das symbolisches Pendant zu Joseph -, und eine Eselin, keine rassige Stute, somit das Pendant zu Maria. Daß Jesus später selbst die hierarchischen bzw. polaren Verhältnisse weitgehend mißachtete, ist bekannt.

Seltsamerweise aber gibt es eine feministische, also sexistische Theologie. Das ist erklärungsbedürftig. Zunächst einmal: Theologie verhält sich zum Glauben wie Gynäkologie zur Liebe. Eine gegenseitige Stützung findet nicht statt. Die Männer, die beschlossen, Jesus zu töten, waren Theologen. Heute sind Theologen oftmals Frauen. Sie können den Auferstandenen nicht mehr physisch töten, aber ob und inwiefern sie ihn verraten, das sei mir eine Betrachtung wert.


Über eine dieser Theologinnen - laut Wikipedia zugleich "bedeutendste" radikale Feministin des 20. Jahrhunderts - habe ich mich in diesem Blog schon früher einmal geäußert, nämlich über Mary Daly. Sie hielt nicht nur ihren Hörsaal von Männern frei, sondern sprach sich sogar für eine entsprechende "Entseuchung" der ganzen Erde aus.

Anders als Daly ist etwa Ina Praetorius, auf die ich in meinem vorangehenden Beitrag bereits zu sprechen kam, durchaus bereit, mit Männern zu reden, und ihre Ausdrucksweise ist moderat. Ich frage mich aber, ob nicht ihr Konzept bei gleicher Konsequenz auch die gleichen Folge nach sich ziehen müßte wie das von Daly erträumte.

Nach diesem Konzept (ich versuche hier nur eine vorläufige Zusammenfassung zu geben) habe bis in die jüngste Zeit ein "zweigeteiltes Geschlechter- und Weltarrangement" existiert, wonach Männer - ohne Zustimmung der Frauen - die globale Führungsebene besetzt hielten. Um nun die Verletzungen, die ihrer wesensgemäßen Gier und Aggressivität geschuldet sind, in Grenzen zu halten, hätten Männer einerseits technische Mittel sowie ethische Normen erfunden und eingesetzt. Anderseits hätten sie den Frauen die Funktion der Heiler, Pfleger und Dienstleister sowie die dafür nötigen Innenräume zugewiesen.

Dieses Arrangement hätten Frauen aber jetzt aufgekündigt und sich dafür den Zugang zur Führungsebene erkämpft. Gleichzeitig würde sich herausstellen, daß die Verletzungen, welche der männlichen Eigenart geschuldet sind, dermaßen zugenommen haben, daß sie selbst dann nicht mehr repariert oder geheilt werden könnten, wenn alle Frauen, die daran mitzuwirken in der Lage sind, dazu auch (wiederum) bereit wären.

In Konsequenz sei daher nur eine "geteilte Nachdenklichkeit" zielführend auf dem Weg zu einem guten Zusammenleben. Grundlage sei das Bewußtsein einer gemeinsamen globalen Abhängigkeit sowie das "elementare Bezogenheitsgefühl Dankbarkeit", welches an die Stelle der bisherigen männlichen Reparatur- und Begrenzungstechniken treten müsse. Das Verhältnis der Geschlechter sei neu auszuhandeln.


Notwendigerweise stellt sich nun aber auch die Frage, was von den Einsichtigen - das heißt hier von den Frauen! - getan werden sollte, falls die Männer diesen Lösungsvorschlag nicht annehmen.

Dabei dürfte es eigentlich auch keine Rolle spielen, ob die Verweigerung der Männer in purem und sturem Machtwillen gründet oder in einem Nachdenken, das zu anderen, eben zu männlichen Erkenntnissen gelangt. Wie dem auch sei: Da es ja irgendwann um die Rettung von Menschheit und Erde gehen wird - in anderen Worten: um Alles oder Nichts -, müßten dann auch extreme Maßnahmen erlaubt sein. In diesem Sinne würden sicher nicht alle Feministinnen und feministische Theologinnen sich "die Hände schmutzig machen" wollen, andere aber (wie Mary Daly ?) schon.


Um es vorwegzunehmen: Ich bin für den Lösungsvorschlag von Ina Praetorius nicht zu begeistern, jedenfalls nicht bei meinem jetzigen Erkenntnisstand. Ihr Geschlechter-Modell entspricht etwa dem traditionellem Bild von Mars und Venus , wobei an Mars nur die Gier, die Gewalt und die verletzende Wirkung wahrgenommen wird, an Venus hingegen nur die hegende und pflegende Funktion. Das ist also Sexismus in der zweiten eingangs erwähnten Bedeutung. Es wird nämlich der natürlichen Polarität ein ethischer (wenn nicht gar heilsgeschichtlicher) Dualismus aufgedrückt, der die Polarität im Grunde zerstört.

Zum Mars bzw. Mann gehört nämlich nicht nur zerstörende Aggressivität, sondern auch - und vor Allem - aufbauende Initiative und Zukunftsmut. Und zur Venus bzw. Frau gehört nicht nur pflegende Mütterlichkeit, sondern auch Trägheit bis hin zur Erstarrung. Dabei ist es fehlende "Bezogenheit", welche die Negativseiten hervorkehrt.

Jedoch können beide Negativseiten nur gemeinsam auftreten. Das Gleiche gilt für die Positivseiten. Was aber ermöglicht erst diese sexistische Schiefsicht, die Vermischung von natürlicher und ethisch-dualistischer Polarität? Es ist das Aufgreifen einer Teilwahrheit.

Um das Mann-Frau-Verhältnis abzubilden, reicht nämlich die Mars-Venus-Polarität (oder wie immer wir sie benennen) nicht aus. Das wäre nur die triebhafte Seite. Wir müssen, sofern wir bildlich bleiben wollen, noch eine zweite, eine eher geistige Polarität heranziehen, nämlich die von Sonne und Mond. Und diese Polarität ist, ob es gefällt oder nicht, unvollständig, anders gesagt: hierarchisch. Von der Sonne geht alles Licht, alle Wärme und Energie aus; der Mond aber hat kein eigenes Licht, er spiegelt es nur. Zudem hat er eine die Erde gesunderhaltende Funktion, indem er den Anteil der Erde, der ihr schädlich ist, ingestalt seiner eigenen Masse von ihr fernhält. Weiterhin ist er beteiligt an Reproduktionsrhythmen. Ansonsten dreht sich alles um die Sonne und nicht um den Mond.

Wir müssen diese traditionelle Symbolik nicht heranziehen, um das Geschlechterverhältnis abschließend zu klären. Einer Sache aber bin ich mir sicher: Würden Männer in großer Zahl ihres bestimmungsgemäßen Betätigungsfeldes, also der "Führungsetage" beraubt, dann hätten wir lauter Amokläufer unter uns. Es wäre die Katastrophe. Es wäre, um es mit einem unmöglichen Beispiel zu versuchen, wie wenn man die Sonne zusammendrücken und auf die Erde versetzen würde.


Wenden wir uns wieder dem Christentum zu. Sein zentraler Sinn, seine Sonne, ist die Liebe; seine Tat das freiwillige Opfer. Und was für das Gute gilt, nämlich: "Es gibt kein Gutes, außer man tut es", das gilt auch für den Glauben. Der Glaube ist keine intellektuelle, nein er ist eine Willens-Leistung.

Man muß an einen Erfolg glauben, an einen Menschen, an den Sohn Gottes, an den Sinn eines zu erbringenden Opfers - und es wird irgendwann eintreten. Übrigens, auch Gott braucht uns, um einzutreten: "Dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden." Wenn es von selbst geschähe, bräuchten wir (es) nicht (herbei-)beten!

Der Sexismus in der Theologie gründet in einem Mangel an Glauben, also auch an Liebe und Hoffnung. Woran man nicht glaubt, das tritt auch nicht ein; es hilft nicht, nur daran zu denken. Verlassene Altäre aber werden von Dämonen besetzt, daher: "Und behüte uns vor dem Bösen!"

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