MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Die Zukunft ist männlich. Zum Karma des Feminismus.   (27-3-2012)

1. Die Hügelfrauen: Früheste okkulte Wurzeln des Feminismus.

"Die Zukunft - wenn es eine gibt - ist weiblich". So hat die Feministin und Gender-Aktivistin Sally Miller Gearhart im Jahre 1982 einen ihrer Essays überschrieben. Im Grunde handelt es sich um die Zielvorstellung wohl aller Feministen. Hier ist sie nur besonders eindringlich präzisiert und begründet.

In vorliegendem Artikel will ich meine Auffassung darlegen, daß die Zukunft nicht weiblich, sondern männlich sein wird, und zugleich zu erklären suchen, inwiefern die feministische Ideologie dennoch einen wahren Ansatz enthält und warum es zu dessen falscher Verabsolutierung kommen konnte.

Das werde ich allerdings vor dem Hintergrund des anthroposophischen Weltbildes tun. Ich weiß, daß diese Anschauungsweise nicht jedermanns Sache ist; doch ohne eine dergestalt erweiterte Betrachtung halte ich jede Bemühung um tiefere Erkenntnisse für aussichtslos. Die anthroposophisch vorgebildeten Leser werden mich ohne Schwierigkeiten verstehen; die anderen werden mir hoffentlich ebenfalls folgen können, auch wenn es mir hier nicht möglich ist, fachliche Begriffe erschöpfend zu erklären.

Eine solche Betrachtungsweise halte ich auch deswegen für gerechtfertigt, weil der Feminismus seinerseits in bemerkenswertem Umfang auf mythische oder okkultistische Vorstellungen zurückgreift bzw. solche entwickelt hat. Das gilt auch für die o.g. S.M.Gearhart. Die Professorin für Sprache und Drama schrieb nämlich auch utopische Romane, deren erster, "The Wanderground" (deutsch: Das Wanderland, Geschichten von den HügelFrauen), drei Jahre vor dem oben erwähnten Essai erschien. Eine Inhaltsangabe gibt sie auf ihrer Netzseite selber:

Die Protagonistinnen leben in der nahen Zukunft, wobei sie ihre Beziehungen und ihre seelischen Fähigkeiten in einer ländlichen Umgebung entfalten, die von Männern und der patriarchalen Kultur sorgfältig abgeschottet ist. Sie pflanzen sich fort durch Eiverschmelzung, lernen in früher Kindheit zu fliegen, unterhalten magische Beziehungen zu Pflanzen und Tieren, und führen ihr Leben aufgrund einer Emotionalität, deren Eigenart sie ihrem Geschlecht zuschreiben. Sie kommunizieren individuell über ein erweitertes Bewußtsein (Telepathie) und in Gruppen über weitreichende geistige Zusammenkünfte.

Die Empörung der [Großen] Mutter hat bewirkt, daß Errichtungen ["erections"] des männlichen Geschlechts, wie die Funktion von mechanischen und elektronischen Geräten, auf dichtbesiedelte großstädtische Gebiete beschränkt bleiben. Die Hügelfrauen, ausgenommen die Mitglieder ihrer Gemeinschaften, welche, als Männer verkleidet, die Städte aufsuchen, konzentrieren ihre Anstrengungen auf die Heilung der Erde und auf die Zusammenziehung der globalen Masse an weiblicher Energie, von der sie hoffen, daß sie eines Tages die gewalttätigen und zerstörerischen männlichen Energien überwinden werden, die noch den Weltstädten innewohnen.

Die Sanften, separatistische Männer, die sich gleichfalls von den Werten und Praktiken männlicher Herrschaft abgewandt haben, fechten die verallgemeinernden Idee der Hügelfrauen an, daß Gewalttätigkeit notwendigerweise auf das männliche Geschlecht beschränkt sei. [Übersetzung ins Deutsche und Hervorhebungen durch mich.]

Bei diesen "Sanften" handelt es sich ungefähr um das, was wir als "pro-feministische Männer" bezeichnen.

Ich unterstelle nun, daß es sich bei diesem kurzen Roman (er umfaßt kaum mehr als zweihundert Seiten) nicht nur um eine Utopie handelt, sondern auch um einen - absichtlichen oder auch unabsichtlichen - Rückgriff auf eine prähistorische Vergangenheit, der auf die Zukunft projiziert ist. Anders gesagt: Es handelt sich um eine Art Erinnerung, so wie das für alle modernen Utopien mehr oder minder der Fall sein dürfte.

Das heißt natürlich nicht, daß sich utopistische Autoren des Erinnerungs-Charakters ihrer Vorstellungen bewußt sein müssen, noch daß diese Erinnerungen (oder Nachwirkungen) nicht durchsetzt, ja entstellt sein können von zeitgeistigen Vorurteilen und von persönlichsten Interessen.

Was "The Wanderground" von S.M.Gearhart betrifft, so stütze ich meine Behauptung speziell auf einen Aufsatz, den Rudolf Steiner um etwa 1904 veröffentlicht hat, mit dem Titel: "Die lemurische Rasse". Darin geht es um eine sehr frühe Epoche unserer Erde. Die Übereinstimmungen zwischen Gearharts uns Steiners Schilderungen sind teilweise verblüffend.

Es geht um eine Zeit, da Erde und Mensch in ihren Gestaltungen noch nicht allzu fest, vielmehr plastisch waren. Feste Formen waren eher für die damaligen Tiere bezeichnend. Jedoch:

Hügel wurden so geformt, daß der Mensch seine Freude, sein Behagen an der Form hatte. (Aus der Akasha-Chronik, 1987, S.47) [Hervorhebung durch mich.]

Sollte diese Bemerkung in irgendeinem inneren Zusammenhang mit Gearharts Protagonisten, die sie ausdrücklich Hügelfrauen nennt, stehen? Lassen wir das zunächst dahingestellt!

Bemerkenswert ist nun, daß Steiner in dem besagten Aufsatz der Frau die Evolutionsführerschaft zuweist. (In seiner späteren Ausarbeitung der Evolutionsgeschichte, der "Geheimwissenschaft im Umriß" von 1910, entfällt dieser Akzent.) Lesen wir nun:

Auf dem Umwege durch das erwachte Seelenleben der Frauen entwickelten die [göttlichen] Führer erst dasjenige der Männer. In der gekennzeichneten Kolonie war der Einfluß der Frauen daher ein sehr großer. Bei ihnen mußte man Rat holen, wenn man die Zeichen der Natur deuten wollte. [...] Man trifft die Sache nicht ganz, aber annähernd, wenn man von einem somnambulen Anschauen dieser Frauen spricht. [...] Das, was sie zu ihren Handlungen trieb, waren "innere Stimmen" oder das, was Pflanzen, Tiere, Steine, Wind und Wolken, das Säuseln der Bäume und so weiter ihnen sagten.

[...]

Einzelne Frauen gelangten zu besonderer Vorherrschaft, weil sie aus besonderen geheimnisvollen Tiefen heraus zu deuten wußten, was in der Welt enthalten ist.

So konnte es kommen, daß bei solchen Frauen das, was in ihrem Innern lebte, sich in eine Art Natursprache umsetzte. Denn der Anfang der Sprache liegt in etwas, was dem Gesange ähnlich ist. [...] Der innere Rhythmus der Natur erklang von den Lippen "weiser" Frauen. Man versammelte sich um solche Frauen und empfand in ihren gesangartigen Sätzen die Äußerungen höherer Mächte. Der menschliche Gottesdienst hat mit solchen Dingen seinen Anfang genommen. (Aus der Akasha-Chronik, 1987, S.51 f.) [Hervorhebung durch mich.]

Damit nicht genug, flicht Steiner, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, auch noch zwei enthusiastische, romanhaft anmutende Schilderungen weiblich-priesterlichen Wirkens ein. Man fühlt sich geradezu versetzt in eines dieser Bücher von Gearhart oder anderer Öko- oder Differenz-Feministinnen. Immerhin fehlt bei Steiner die Schuldzuweisung an die Männer, ihre Gleichsetzung mit dem Bösen. Und in den späteren Veröffentlichungen fehlt selbst die positive Hervorhebung der Frau. Stattdessen ist künftig vom Christus die Rede.

Es versteht sich, daß die obige Beschreibung nur auf eine sehr späte Phase der Lemuris, jedenfalls nach der Erde-Mond-Trennung, bezogen sein kann. Zudem bemerkt Steiner:

Überhaupt gilt nur von einem kleinen Teil der Menschen das, was hier von ihnen beschrieben ist. (S. 48)

Nämlich für die am weitesten Fortgeschrittenen.

Der andere Teil lebte ein Leben in Tierheit. Ja, diese Tiermenschen waren in dem äußeren Bau und in der Lebensweise durchaus verschieden von jenem kleinen Teil. Sie unterschieden sich gar nicht besonders von den niederen Säugetieren, die ihnen in gewisser Beziehung auch in der Gestalt ähnlich waren. (S.48)

Man könnte das so zusammenfassen: Frauen waren während der lemurischen Epoche "weiter" oder "höher" entwickelt als Männer, zumindest wenn sie dem ohnehin am weitesten entwickelten Teil der damaligen Menschheit angehörten. Sie waren die eigentlichen Kulturträger. Die - bis heute unbeweisbare - Idee eines Ur-Matriarchats könnte hier ihren Ursprung haben.


Falls es nun zutrifft, daß die Inspirations-Quelle von Gearharts romanhafter Utopie, aber auch von ihren gesellschaftlich-politischen Forderungen, in der alten Atlantis, ja noch früher, in der Lemuris wurzeln, dann bestätigt das meine Annahme, daß der Feminismus, ebenso wie andere totalitäre Systeme, auf Atavismen beruht. Das sind Durchbrüche von Willens- und Vorstellungs-Elementen aus alten, gewöhnlich für überwunden geltenden Zeitabschnitten menschlicher Entwicklung. Diese werden als solche oft nicht erkannt, auf jeden Fall aber als Utopien auf die Zukunft projiziert.

Hierin unterscheiden sich derartige Systeme radikal von politisch rechts orientierten, also konservativen Weltanschauungen. Konservative wollen Kontinuität, keine Wiederaufwärmung von Überholtem, keinen Rückgriff auf Überwundenes. Genauso wenig wollen sie utopische Zustände.

Halten wir also fest: Die Feministin Sally Miller Gearhart projiziert eine menschliche Daseinsform, die, okkultistischen Quellen zufolge (Steiners Darstellung ist nicht die einzige!) in einer fernen Vergangenheit liegen, auf eine "nahe" Zukunft. Nach dieser Vorweg-Klärung - ich werde die Zusammenhänge weiter unten noch vertiefen - sei ein Text vorgestellt, der eine nicht zu ferne Zukunft erläutert.


 

2. Ein wenig bekannter Steiner-Vortrag zur Geschlechter-Frage.

In dem Band mit dem Titel: "Die Tempellegende und die Goldene Legende" (GA 93) findet sich ein Vortrag, den R.Steiner am 23. Oktober 1905 zweimal nacheinander hielt, zunächst nur vor Männern, danach nur vor Frauen. Offenbar mußte er auf die Frauen gewisse Rücksichten nehmen. Groß sind die Unterschiede nicht, außer in den Passagen, auf die es in vorliegendem Zusammenhang allerdings ankommen wird.

Es geht zunächst um die Zeit, als der Mensch hermaphroditisch, d.h. geschlechtlich noch undifferenziert war. Das war vor der Mitte der lemurischen Epoche, d.h. vor der Erde-Mond-Trennung.

In der alten griechischen Mythologie wird Zeus dargestellt mit mächtigen Frauenbrüsten. Es drückt sich darin eine Wahrheit aus, die in den alten Mysterien bekannt war und die uns auch die Urkunden lehren, daß das Geschlecht - wenn ich es so nennen darf -, das unse­rem unmittelbar vorangegangen ist, äußerlich-physisch nicht dem männlichen, sondern dem weiblichen Geschlecht ähnelte. So daß wir also vor der äußeren Trennung beide Geschlechter in einem Indivi­duum haben, das äußerlich - im physischen Ausdruck und im ganzen Empfinden und Wesen - weiblich war. Wir haben es also am Ursprunge des Menschengeschlechtes zu tun mit einem nach der weiblichen Seite hingeneigten, zweigeschlechtlichen Individuum. Das männliche Geschlecht ist erst später hervorgegangen. [Hervorhebungen durch mich.]

Ich füge ergänzend ein, daß die frühere Doppelgeschlechtigkeit bis heute insofern fortbesteht, als der Mann einen weiblichen Lebensleib (Ätherleib) hat, das Weib jedoch einen männlichen. Ein äußerlicher Hinweis darauf ist die Tatsache, daß Männer jenseits der Lebensmitte höhere Stimmen, Frauen jedoch tiefere Stimmen bekommen. Vor Allem aber zeigt es sich darin, daß Männer das, was Frauen physisch tun, nämlich gebären, geistig tun, und umgekehrt:

In jeder guten Ehe zwischen Mann und Frau beweist dieses zweifach reziproke Verhältnis seine Fruchtbarkeit sowohl physisch als auch - bei Wissenschaftlern und Künstlern - geistig.

Doch nun zurück zum Steiner-Text. Die jetzige Getrennt-Geschlechtigkeit des Menschen, so heißt es dort, ist nur ein vorübergehender Zustand. Die Zwittrigkeit wird nämlich wiederkommen, dann aber in männlicher Gestalt:

Das was heute Se­xualorgan ist, ist die Hälfte der damaligen [Hervorbringungs-] Kraft. Daher ist auch die Kraft, die im Kehlkopf sitzt, die andere Hälfte. Die Sprache bringt heute noch nichts hervor. [...] Wenn der Mensch die Kraft erlangt haben wird, daß sein Kehlkopf so weit sein wird, daß sein Wort schaffend wird, so daß er durch das Wort seinesgleichen hervorbringen wird, dann wird die ganze produktive Kraft übergehen auf das männliche Geschlecht. Hervorhebung durch mich.]

Tatsächlich besteht ein Zusammenhang zwischen den jetzigen Geschlechtsorganen und dem Kehlkopf. Wir alle wissen aus eigener Erfahrung, daß mit der Geschlechtsreife ein Stimmbruch stattfindet; ferner, daß der Stimmbruch bei den Jungen viel stärker sich ausprägt als bei den Mädchen.

Der weibliche Kehl­kopf ist als ein Rudiment stehengeblieben. Der männliche Kehlkopf ist es aber, der sich zum Zukunftsorgan bildet. [...]

Opposition [der Freimaurerei gegen die kirchliche Priesterströmung] mußte sich deshalb herausstellen, weil das weibliche Geschlecht früher war und in absteigender Linie ist, während das männliche Geschlecht in aufsteigender Linie ist [...] Die Seelen des weiblichen Geschlechts bewegen sich [via Re-Inkarnation] hindurch, bis sie die von den Männern sich selbst gemachten Körper mitbewohnen können und ein [einziges] Geschlecht auf der Erde sein wird. [Hervorhebungen durch mich.]

Vergleichen wir damit, was Cornelia Pieper (eine FDP-Politikerin) einmal geschrieben hat:

Doch während die Frau sich ständig weiterentwickelt, [...] blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. [...] Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität und Emotionalität. Das heißt, er ist - strenggenommen - unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt. [...] Rein entwicklungstheoretisch brauchen Frauen die Männer heute gar nicht mehr [...]. (zitiert aus: Sexistinnen-Pranger)

Das ist eine typisch feministische Evolutions-Theorie. Demnach ist die Frau der ganze Mensch, oder jedenfalls auf dem Wege dorthin, während der Mann ein - nicht mehr entwicklungsfähiges - Überbleibsel aus der Vergangenheit darstellt. In Wirklichkeit ist es umgekehrt.

Es sei angefügt, daß Frau Pieper diese Aussagen später zurückgenommen hat, wahrscheinlich im Bewußtsein, eine kursierende Auffassung lediglich aufgegriffen und einem opportunistischem Feminismus das Wort geredet zu haben.

Halten wir fest, daß der Mensch in dem Maße, als er ursprünglich weiblich gestaltet war, in der Zukunft männlich gestaltet sein wird; und daß dieser Moment mit der Wiedervereinigung von Erde und Mond zusammenhängt, so wie der Geschlechter-Dimorphismus mit der Trennung von Erde und Mond begonnen hatte.


 

3. Zur Frage der Zeitdatierung.

Die Frage, die sich nun aufdrängt, ist: Wann soll denn der Übergang zur erneuten Zweigeschlechtigkeit, dem zukünftigen Zwittertum des Menschen, stattfinden? In GA 204, Vortrag vom 13. Mai 1921, lesen wir:

Nun wissen Sie ja, daß der Mond einstmals sich wiederum mit der Erde vereinigen wird. Dieser Zeitpunkt, wo der Mond sich wiederum mit der Erde vereinigen wird, der wird von den in der Abstraktion lebenden Astronomen und Geologen ja Jahrtausende weit hinausgeschoben; das ist aber nur ein Wahn. In Wirklichkeit stehen wir dem Zeitpunkt gar nicht so fern. [...]

Dann wird eine Zeit kommen im 7. Jahrtausend, da werden die Menschen nur bis zum vierzehnten Jahr noch entwickelungsfähig sein durch ihre Leiblichkeit. Die Frauen werden dann aufhören, fruchtbar zu sein; es wird eine ganz andere Art und Weise des Erdenlebens ein­treten. [Hervorhebung durch mich.]

Ähnlich äußerte Steiner sich in einem Vortrag vom 7. Oktober 1917 (GA 177), wo es heißt,

daß in gar nicht so ferner Zeit, vielleicht schon im 7.Jahrtausend, sämtliche Erdenfrauen unfruchtbar werden. [...] Es werden noch nicht alle Erdenperioden abgelaufen sein, wenn die Menschenfrauen keine Kinder mehr bekommen können. [...] Die letzten Epochen der Erdenentwickelung werden den Menschen in die Notwendigkeit versetzen, überhaupt auf eine physische Leiblichkeit zu verzichten und dennoch auf der Erde anwesend zu sein. [Hervorhebung durch mich.]

Das ist freilich "starker Tobak" für den heutigen Anhänger des wissenschaftlichen Materialismus. Aber was ist eine im strengen Sinne wissenschaftliche Aussage? Eine Behauptung wie die, daß morgen die Sonne aufgehen werde, ist schon mal keine wissenschaftliche Aussage. Es ist übrigens auch keine Prophetie, denn niemand hat prophezeit, daß morgen die Sonne aufgehen werde. Vielmehr handelt es sich um eine bloße Annahme. Man weiß, daß es bisher so war, und schließt daraus: "Dann wird es morgen auch so sein."

Nun sei zugestanden, daß die physische Natur dauerhafter ist als etwa die politischen Verhältnisse es sind. So plötzlich, wie der Berliner Mauerfall, der die festen Überzeugungen fast aller Politiker und Politologen über den Haufen geworfen hat, wird eine Änderung der astronomischer Verhältnisse nicht eintreten. Aber hier geht es immerhin um Jahrtausende.

Politisch engagierte Maskulisten und Anti-Feministen werden allerdings einwenden: Was interessieren uns Daseinszustände des Menschen, die er im jetzigen Leben nicht mehr erfahren wird, weil sie erst in vier oder fünf Jahrtausenden eintreten sollen? Und was interessiert uns eine Evolutionsphase, in welcher der Mensch nur noch ätherisch existiert, also gar nicht mehr sichtbar und mit Händen greifbar ist?

Dem möchte ich entgegenhalten, daß künftige Entwicklungsschritte sich fast immer schon frühzeitig ankündigen. Die Zahl der durchgeführten Kaiserschnitte nimmt zu; ebenso die Fälle von Sterilität des männlichen Spermas. Es scheint wirklich so, daß die "unteren" Fortzeugungsorgane am Degenerieren sind, zumindest bei Menschen der "fortschrittlichen" Kulturen. Für das obere Fortzeugungsorgan in spe, dem Kehlkopf, gilt das meines Wissens nicht.

Den anthroposophisch nicht vorgebildeten Leser wird es vielleicht auch interessieren, was das Erde-Mond-Verhältnis mit dem Geschlechter-Verhältnis zu tun haben soll. Nun, alle okkultistisch Forschenden waren und sind sich darin einig, daß die Abtrennung des Mondes von der Erde eine gleichsam hygienische Maßnahme gewesen ist. Der Erde wurden dadurch Kräfte entzogen, welche eine übermäßige Verhärtung der Substanzen und eine Verwilderung des Seelenlebens der schon bestehenden Lebewesen bewirkt hätten. Menschen hätten sich in ihnen nicht mehr verkörpern können.

Es trat somit eine Harmonisierung, tendenziell eine Vergeistigung ein. Die gleichzeitige Trennung des Menschen in zwei Geschlechter bewirkte zudem eine Halbierung der Kräfte, welche für die - bis dahin vegetative - Fortpflanzung erforderlich waren. Die freigewordenen Kräfte kamen der Gehirnbildung und damit dem Denkvermögen zugute. Und: Es entstand der Kehlkopf. Und damit die Sprache!

Wie wir wissen, wirkt der abgelöste Mond heute weiterhin auf niedere Organismen ein. Er wirkt rhythmisierend auf ihr Fortpflanzungsverhalten. Selbst der Menstruations-Zyklus unserer lieben Menschenfrauen entspricht dem Zyklus des Mondes, wenngleich sich beider Rhythmen nicht mehr synchron verhalten.

Der Mann aber hat sich von diesen Einflüssen völlig emanzipiert. Er verkörpert das individualisierende Prinzip. Mit dem Mann erst ist der Mensch im eigentlich Sinne entstanden.


 

4. Über die Freimaurerei.

Da es in dem erwähnten Band der Steiner-Ausgabe (GA 93), so auch in dem erwähnten Vortrag, allgemein um die Tempel-Legende und insofern um die Freimaurerei geht, sei dieses Thema hier angesprochen. Ich zitiere:

Sie wissen, daß es in der Freimaurerei, wenigstens bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, streng verpönt war, irgendwelche weiblichen Mitglieder zu haben. Das hatte damals seinen guten Grund. [...]

Wenn ich nun kurz sagen möchte, warum die Frauen von der Freimaurerei ausgeschlossen sein sollten, so könnte ich das nur so sagen, daß man seine Geheimnisse nicht gerade dem Gegner verrät; daß man ihm nicht gerade seinen Feldzugsplan schickt. Das tut man in keiner Kriegsführung. Und es wird sich uns zeigen, daß es sich in der Freimaurerei in einer gewissen Beziehung um eine Gegnerschaft gegen die Frauenwelt handelt.

Die Freimaurerei ist die Fortsetzung uralter Geheimbünde und Bruderschaften. Solche Geheimbünde, wenigstens in der Form, in der sie fortleben in der Freimaurerei, haben ihren Ursprung genommen gleich beim ersten Aufgehen der vierten Unterrasse unserer fünften Wurzelrasse, also derselben Unterrasse, aus der später das Christentum entsprungen ist. [Hervorhebungen durch mich.]

Letztlich - so Steiner - geht diese Opposition zurück auf den Bruderzwist zwischen Kain und Abel, welcher zur Folge hatte, daß Kain den Abel erschlug. Das hat aber auch eine tiefere Bedeutung.

Daraus entstanden zwei verschiedene Kultur-Strömungen.

Salomo war einer der höchsten Vertreter der Abel-Strömung. Der Tempel-Legende nach wird dem von ihm beauftragten Baumeister des Tempels, dem Kain-Sohn Hiram-Abiff, ein Sohn vorausgesagt. Über diesen heißt es:

Dieser Sohn ist nichts anderes als das neue Geschlecht, das einmal treten soll an die Stelle des alten, des jetzigen; das neue Ge­schlecht, bei dem es nicht mehr nötig ist, daß beide Geschlechter sich miteinander verbinden, sondern wiederum die Fortpflanzung durch das eine menschliche Individuum bewirkt werden kann. Da wird auf eine ferne Zukunft hingewiesen.

Die alte weibliche Kultur wurde ab­gelöst von der männlichen. Das Weibliche als physische Gestalt wird absterben. Dann muß das Männliche eine Kraft in sich haben, ein In­dividuum aus sich selbst hervorzubringen. Und wo sitzt diese Kraft?

Früher war Männliches und Weibliches in einem Individuum. Und als diese beiden sich trennten, entstand [...] der obere Teil. Das was [heute] oberer Teil ist, war damals mit den Sexualorganen vereinigt. Das was heute Se­xualorgan ist, ist die Hälfte der damaligen [Hervorbringungs-] Kraft. Daher ist auch die Kraft, die im Kehlkopf sitzt, die andere Hälfte. Die Sprache bringt heute noch nichts hervor. Sie muß erst durchdrungen werden von der Kainsweisheit [...].

Wenn der Mensch die Kraft erlangt haben wird, daß sein Kehlkopf so weit sein wird, daß sein Wort schaffend wird, so daß er durch das Wort seinesgleichen hervorbringen wird, dann wird die ganze produktive Kraft übergehen auf das männliche Geschlecht. Es wird dann auf die Menschen übergehen, was einstmals durch die Götter geschaffen wurde. [Hervorhebungen durch mich.]

Die Tempel-Legende spricht von dem verlorengegangenen Wort, das wieder gefunden werden muß.

Deshalb sagt die Freimaurerei: Alles, was nicht aus der eigenen über die Welt verbreiteten Wissenschaft hervorgebracht wird, stammt noch aus den alten Zeiten weiblicher Priesterherrschaft. Diese wollen wir nicht bloß überwinden, sondern auch einen neuen Wirbel des Daseins beginnen; wir sollen selbst der männlichen Kainserkenntnis die Intuition geben.

Das würde unmöglich sein, wenn man dem Manne die Kraft nehmen würde dadurch, daß man das Weib zum Mitwisser des Geheimnisses machte. In dem Augenblick, wo vor Frauen gesprochen würde, würde das Ganze unwirksam sein müssen.

Es ist also eine Notwendigkeit gewesen, daß das ganze weibliche Geschlecht von der Freimaurerei ausgeschlossen war. Es hängt das damit zusammen, daß das Organ des Wortes mit der Geschlechtlich­keit, der Sexualität zusammenhängt. Deshalb mutiert auch der Mann, wenn er geschlechtsreif wird. Das Mutieren ist nichts anderes als der Ausdruck der alten Zusammengehörigkeit von Sprachorgan und Geschlechtsorgan. [Hervorhebungen durch mich.]

Wir sehen: Die sogenannte "Frauenfeindlichkeit" zu den Zeiten, als man noch teilweise hellsichtig war, ist zutiefst begründet!


Wie gesagt, hat Steiner die zitierten Worte nur an männliche Hörer gerichtet. Was er direkt danach den weiblichen Hörern sagt, ist weniger deutlich, aber eigentlich auch deutlich genug.

Es hat mich nun merkwürdig berührt, keinen Hinweis auf diesen Vortrag zu finden dort, wo ich ihn erwartet hatte: nämlich in W.C.Simonis' kleiner Schrift "Die geistigen Hintergründe zum Entstehen und zum Wandel der Geschlechter" (1977). Simonis zitiert zwar aus GA 93, aber aus einem anderen darin enthaltenen Vorträgen zum Thema, und zwar so, daß ein anderer Eindruck entsteht als der, welcher sich aus dem oben Zitierten ergibt. Am Schluß erwähnt er zwar die künftige Fortzeugung durch den Kehlkopf, macht aber hierfür keine Quellenangabe. Ohne vollständige Lektüre des Bandes wäre ich nicht auf die Hinweise zur männlichen Zukunft gekommen.


Wie Steiner mehrfach erklärt, ist das Freimaurertum schon seit Jahrhunderten weitgehend degeneriert. Bemerkenswert ist jedoch, daß es von Anfang an, d.h. seit Aufzeichnung der Bibeltexte, als eine Gegenströmung gegen die biblische Priesterströmung konzipiert war und mit diesem zugleich eine Ergänzung bildete. Bedeutendste Männer, nicht nur die Baumeister der großen Kathedralen, waren Freimaurer. Auch z.B. Mozart war Mitglied einer Freimaurerloge. (In seiner Oper "Die Zauberflöte" wurde die Freimaurerei sogar zum Thema.)

In diesem Zusammenhang sei nicht verschwiegen, daß von derartigen Logen heute z.T. auch sehr ungünstige Wirkungen ausgehen. Für die Kirchen gilt das allerdings ebenso. Eine zukünftige Vereinigung, in denen über die menschliche Evolution mitentschieden wird, sollte daher eine solche sein, in denen das, was bisher geheimgehalten wurde, so weit wie überhaupt nur möglich veröffentlicht wird, so wie es durch die Anthroposophie geschieht. Dies war das Anliegen Steiners.


 

5. Mysterien der Geburt und des Todes in der Mesopotamisch-Ägyptischen Kultur-Epoche.

Unsere letzten Betrachtungen haben uns in vor-atlantische Zeiten geführt, die historisch nicht zu belegen sind. Betrachten wir zunächst jedoch einen Zeitabschnitt, aus dem uns Kulturdenkmäler erstmals in größerer Zahl erhalten geblieben sind. Das ist die dritte nach-atlantische Kultur-Epoche im Sinne des durch R.Steiner angegebenen Kulturen-Modells.

Kulturepochen

Richten Sie Ihren Blick zunächst auf das blaue Feld in obiger Grafik: Wir leben demnach in der "Germanisch-Angelsächsischen Kultur-Epoche", die vor etwa sechshundert Jahren begonnen hat und noch ungefähr fünfzehn Jahrhunderte währen wird.

Die Begriffe, die ich in die unterste Zeile der Grafik eingetragen habe, bezeichnen die Wesensglieder des Menschen, die zu entwickeln Aufgabe der jeweiligen Kultur-Epoche gewesen ist bzw. ist oder noch sein wird. Hierüber gibt es umfangreiche anthroposophische Sekundärliteratur, auf die ich verweisen muß. (Den bibeltreuen Lesern sei noch gesagt, daß diese 7 Evolutions-Aufgaben auch in den "7 Sendschreiben" der Johannes-Apokalypse, dort allerdings sehr lapidar und verschlüsselt, beschrieben sind. Es hatte schon seinen Grund, weshalb die Bibel lange Zeit den Priestern vorbehalten war und heute eigentlich nur durch ein anthroposophisches Studium einigermaßen entschlüsselt werden kann.)

Gemäß dem anthroposophischen Geschichtsbild, dem ich folge, spiegeln sich jeweils ganze Epochen (deren Länge jeweils dem Zwölftel eines Platonischen Weltenjahres entspricht) einer siebengliedrigen Kulturen-Folge an einer mittleren. Unsere Epoche spiegelt sich demnach in der "Mesopotamisch-Ägyptischen Kultur-Epoche", siehe das gelbe Feld.

Der Ausdruck "Spiegelung" soll hier bedeuten, daß gewisse Themen, die jeweils epochemachend waren, in der spiegelbildlich späteren Epoche sozusagen noch einmal durchgenommen werden, allerdings unter neuen Voraussetzungen. Ebenso läßt sich umgekehrt sagen, daß z.B. heutige Themen in der entsprechenden früheren Epoche schon einmal aufgetaucht sein dürften. Das wäre nun zu präzisieren.

Was freilich den Sachverhalt etwas verwirrend macht, ist, daß die mesopotamisch-ägyptische Epoche, die hier infrage kommt, ihrerseits zwei räumlich unterschiedene Zentren hatte, deren jeweilige Kulturen in einem Verhältnis der Polarität zueinander standen. Gottfried Richter hat das in seinen Ideen zur Kunstgeschichte sehr schön erläutert anhand der Bauwerke. Ich zitiere daraus, weil ich es nicht besser formulieren könnte:

Zikkurat
Beide Kulturen stehen in der gleichen menschheitsgeschichtlichen Situation. Beide "äußern" sich in Formen, die auf den ersten Blick verwandt scheinen. Bei näherem Zusehen aber entdeckt man, daß die scheinbare Gleichheit in Wahrheit eine Polarität ist.

Die gewaltigsten Bauwerke, die das Zweistromland hervorgebracht hat und der Nachwelt, wenn auch nur in verwitterten Resten, hinterlassen hat, sind die Zikkurats, diese sich emporstufenden Heiligtümer, [...]

Pyramide [...] wenn die ägyptische Pyramide sich nach außen vollkommen abschließt in ihrer spiegelnden Glätte und ihr geheimnisvolles Leben in den tief verborgenen und unbetretbaren Gängen und Kammern in ihrem Innern liegt, den ganzen ungeheuren Aufwand nur um dieser verhältnismäßig so geringen Räume willen macht - so ist es bei der Zikkurat genau umgekehrt. Die Rolle der Gänge übernehmen hier die Treppen, die außen von Stufe zu Stufe emporführen, die Rolle der Grabkammern aber übernimmt das kleine Heiligtum, das auf der obersten Plattform der Zikkurat stand und wo das Heilige Mahl und die "Vermählung" mit der Gottheit gefeiert wurde. Die Zikkurat war um dessentwillen da, was an ihrer Außenseite geschah. [Hervorhebungen in roter Schrift entsprechen Kursivschrift im Original. Hervorhebungen in schwarzer Schrift durch mich.]

Zusammengefaßt:


Für die Tore hebt Richter ebenfalls ihr polares Verhältnis hervor:

Ischtar-Tor
[...] wenn das ägyptische Tempeltor einen mächtig in sich hineinsog, die Scheintüren in den Gräbern die Schwelle anzeigten, über die einer eingegangen war in das Verborgene - so wenden sich mit der gleichen Entschiedenheit die Tore Babylons und Assyriens nach außen. Dem auf sie Zuschreitenden kommen gewaltig und überwältigend die nicht endenwollenden Züge der Löwen, Stiere und Fabelwesen entgegen wie ein Strom unermeßlich mächtigen Lebens, das sich nach außen ergießt, [...] [Hervorhebungen durch mich.]
 
Oben: Ischtar-Tor (Mesopotamien)
Tempeltor von Kalabscha
Das Tor Ägyptens führt in die Welt des Todes und in den Leib. Das Tor Mesopotamiens ist das Himmelstor und das Tor der Geburt. Der heilige Weg, den Ägypten beschreitet, führt in die Erde hinein. In Assur und Babylon sucht man den Weg hinauf und zurück zu den Himmeln, aus denen alles Leben und Werden stammt. [Hervorhebungen durch mich.]

 

Tempeltor von Kalabscha (Ägypten)

 


In dieser 3. Kultur-Epoche, der mesopotamisch-ägyptischen, wiederholt sich also eine polare Spaltung, wie sie auch schon auf der 3. Stufe innerhalb der übergeordneten Siebenheit, also in der Lemuris, aufgetreten ist.

Damals handelte es sich um die Geschlechtertrennung. Hier handelt es sich um kultur-geografische Polarisierung, deren eine weiblich und himmelsbezogen, die andere eher männlich und erdbezogen ist.

Wir können diese Polarisierung mit folgenden Sätze charakterisieren:


Mit den letzten Worten ist bereits hingewiesen auf Entartungen, die damals einsetzten. Inbezug auf die Mysterien der Geburt schreibt V.Tomberg:

In Chaldäa drang das turanische Element ein und verseuchte das geistige Leben dieses Landes. Der Astarte- und Baalkultus, der sich unter den Vökern Mesopotamiens und Syriens verbreitete, führte zu einer Auffassung der Geburt, die das strikteste Gegenteil von der Auffassung war, die gepflegt werden sollte.

Das Geschlechtsleben sollte von seinen göttlichen Quellen losgerissen werden und dämonischen Mächten anheimfallen; die Geburt sollte mechanisiert werden. Dieses sollte dadurch erreicht werden, daß alle Erstgeburten getötet werden sollten, was eine zweckmäßige Maßnahme war, um die bewußte liebevolle Erwartung der herabsteigenden Seelen unter der Menschheit zu vernichten und durch eine bewußtlose mechanische Produktion von Menschenwesen zu ersetzen.

[...] hochspirituelle Seelen können nur in dem Falle geboren werden, wenn sie bewußt erwartet werden. Es ist eine Grundbedingung für ihr Erscheinen, daß das freie menschliche Bewußtsein der Eltern mitwirkt. (Anthroposophische Betrachtungen über das Alte Testament, 1989², S.22) [Hervorhebungen in rot durch den Autor; Hervorhebungen in schwarz durch mich.]

Entsprechend zu den Mysterien des Todes in Ägypten:

Wie in Chaldäa die Geburt materialisiert wurde, so wurde andererseits in Ägypten der Tod materialisiert. Der große Gedanke von der Auferstehung, der in den heiligen Mysterienstätten Ägyptens gepflegt wurde, wurde durch die Begierde, die äußere Gestalt, die Leibesform zu erhalten, ersetzt. Indem der Mumienkultus eingeführt wurde, beging Ägypten eine ähnliche Sünde wider das Mysterium des Todes, wie Chaldäa wider das Mysterium der Geburt, indem es dem Baalkultus frönte. (a.a.O. S.22)

Im ersten Fall wurde also gewohnheitsmäßig ein Gegen-Weihnachten praktiziert, im zweiten ein Gegen-Ostern. Das war der Grund, warum Abraham mit seinem Stamm Chaldäa verließ. In Ägypten war dieser Stamm vor der Korruption der Geburten geschützt und konnte zum Volk heranreifen. Bleiben konnte das Volk aber auch dort wiederum nicht, weil es dort den Auferstehungsgedanken verloren hätte.


Was die Tempelprostitution betrifft, so ist ihre Existenz durch Feministinnen jüngst heftig bestritten worden; vergleiche hierzu diesen Bericht. Das sollte uns jedoch nicht irritieren, denn Wahrheiten existieren auch dann, wenn sie einmal nicht (oder, wie hier, nicht ganz zuverlässig) dokumentiert werden können. Es gibt innere Gründe, welche E.Bock inbezug auf die babylonischen Ekstase-Techniken beschreibt:

Der Weg der Entrückung konnte [...] auf reine Art nur so lange beschritten werden, als die Menschen noch locker in den physischen Leibern steckten. Im Fortgang der Jahrtausende aber stiegen die Seelen immer tiefer in die allmählich sich verhärtende und spröde werdende Leiblichkeit hinunter. In zunehmendem Maße bedurfte es aller möglichen Gewaltsamkeiten, um die Seele aus dem Körper zu lösen und in den Zustand der Entrückung zu versetzen.

Babylonien war der Schauplatz, wo sich die mit den Leidenschafts-Steigerungen und Rausch-Ekstasen einsetzende Dekadenz zuerst zeigt und kulturschöpferisch wurde. ("Apokalypse", 4.Aufl. 1982, S.291)

Diese kultische Gewaltsamkeit und Dekadenz habe in den Zikkurats, den Stufenpyramiden, nur seinen äußeren Ausdruck bzw. ihre schöpferische Kompensation gefunden. Weiter lesen wir:

Die babylonische Dekadenz bestand darin, daß die Seelen, wenn sie sich zu den Göttern aufschwangen, das Irdische mit seiner Stoffesschwere nicht mehr wirklich hinter sich lassen konnten, sondern fortan das Allzu-Irdische in das religiöse Leben hineintrugen. Das Prinzip der geistigen Unzucht kam auf. Statt daß der Mensch seine Seele weiterhin zur reinen Vermählung mit dem Geist erhob, mischte er die irdische Sinnlichkeit und Leidenschaftlichkeit in seinen Umgang mit der Götterwelt. [...]

So entstand im Umkreis der babylonischen Tempel eine ganze Welt von Sexualkulten, in denen religiöse Inbrunst und geschlechtliche Sinnlichkeit ineinander übergingen.

Dazu gehörte die Tempel-Prostitution. Es ist falsch, anzunehmen, daß es sich hierbei um die "Kulturform" eines vermeintlich "ältesten Gewerbes der Welt" gehandelt habe. Ganz im Gegenteil:

Das Prostituierten-Wesen ist nicht im alltäglichen Leben aufgekommen; seine Entstehung liegt durchaus auf kultischem Boden. Babylonien ist das klassische Land, in welchem es unter den in den Tempeln Dienenden zuerst die Hierodulen, d.h. die Prostituierten, gab. Alle Laster, die auf Rauschwirkungen abzielen und in Süchtigkeiten übergehen, haben so ihren Ursprung in Kultzusammenhängen vorchristlicher Kulturen [...] [Hervorhebung durch mich.]

Halten wir fest:

Sexualität und Reproduktion wurden in Mesopotamien erstmals systematisch getrennt, und zwar durch die Tempelprostitution. Diese wurde ausgeübt durch Frauen, wie übrigens auch die Gottheiten großtenteils weiblich waren. Daß sie damit begannen, über Männer Macht auszuüben, diese aber auch Widerstand leisteten, ist dokumentiert durch das Gilgamesch-Epos, das älteste Epos überhaupt.

Damit sind wir auf die ersten dokumentierten Ursprünge des Feminismus gestoßen.


 

6. Die Ziele und das Karma des Feminismus.

Feministinnen pflegen uns die Kritikfähigkeit abzusprechen mit dem Einwand, daß der Feminismus vielgestaltig sei und die Feminismus-Kritik über keine theoretischen Grundlagen verfüge. Dieser Einwand beruht auf Unkenntnis oder auf Irreführung. Siehe etwa meinen Artikel Formenkreis des Feminismus. Eine Systematik.

Was also will der Feminismus, was sind seine Ziele?

Alice Schwarzer gehört zur ersten Fraktion, Sally Miller Gearhart zur zweiten.

Damit habe ich nur zwei typische und zugleich ernstzunehmende Vertreter genannt. Viele, die sich zum Feminismus bekennen und, wie etwa Margarete Mitscherlich oder Cornelia Pieper, die Minderwertigkeit des Mannes postulieren, sind bloße Mitläufer, also Opportunisten, wie es sie ähnlich auch unter Hitler und Honecker gegeben hat. Sie wissen nicht recht, was sie reden, und sehen das manchmal auch nachträglich ein.

Wenn es nun aber verschiedene Fraktionen gibt, so darf man sich fragen: Gibt es ein verbindendes Minimum?

Ja, das gibt es. Was der Feminismus mindestens einfordert, ist die Herrschaft des Weibes über die menschliche Reproduktion.

Diese Forderung beansprucht absolute Geltung. Sie begnügt sich keineswegs mit einer Geltung in dem Freiraum, den ihr das Patriarchat von sich aus gewährt. Nein, sie stellt das Patriarchat radikal infrage! Und sie beinhaltet:

In der Folge gilt heute bereits:

Was den Feminismus vom patriarchalen Weltbild zudem wesentlich unterscheidet, ist seine Fundierung im Biologischen.

So nämlich, wie das Patriarchat sich nur mit einer Götter- oder Gottesherrschaft über den Menschen begründen läßt, so begründet der Feminismus das Matriarchat, das er anstrebt, mit dem Primat biologischer, irgendwie "erdnaher", von unten heraufsteigender Vorgänge. Dazu gehören rhetorische Formeln wie: "Mein Bauch gehört mir." Damit haben wir eine weitere wichtige Erkenntnis:

Das Weltbild des Feminismus ist notwendigerweise hierarchisch, nur kopfstehend hierarchisch.


Übrigens fällt auch die Prostitution unter die weibliche alleinige Entscheidungsgewalt über die Zeugung, wiewohl sie das feministische Minimum überschreitet. Manche Feministinnen behaupten nämlich, daß die Prostitution eine von Männern gewollte Einrichtung zur sexuellen Ausbeutung von Frauen sei.

Wir sollten uns von dieser Argumentation nicht beeindrucken lassen. Wer behauptet, daß die Frau sexuell ausgebeutet werde, möge angeben, was ihr danach fehlt, das sie vorher hatte. Nichts fehlt ihr, im Gegenteil. Es ist vielmehr der männlichen Kunde, dem danach etwas fehlt. Zumindest wird er um sein Geld, meist aber auch um seine Zeugungflüssigkeit erleichert. Man stelle beide, Mann und Frau, hinterher auf die Waage, und das Ergebnis wird immer eindeutig sein.

Wer dann noch einwendet, daß der Kunde ja begierig auf den Sexhandel sei und einen hohen Lohn zahle, will damit sagen, daß nicht die Frau den Mann verführt, sondern der Mann die Frau anregt, den "Beruf" der Prostituierten zu ergreifen. Entsprechend müßte er dann aber auch sagen, daß nicht der Rauschdrogen-Anbieter sich seine Abhängigen schafft, sondern der Abhängige Andere dazu verführt, den "Beruf" des Drogenhändlers zu ergreifen. Eine gleichermaßen absurde Argumentation!

Ich kann nur immer wieder betonen, daß keine Prostituierte und kein Drogenhändler jemals gezwungen worden ist, ihren bzw. seinen "Beruf" zu ergreifen - außer in Zusammenhang mit der Organisierten Kriminalität. Diese ist aber ein Thema für sich, da sie sich einer Vielzahl von Formen des Verbrechens bedient. Prostitution an sich ist nichts Anderes als kalkulierte Ausbeutung des Mannes, und zugleich Degradierung des Mannes.

In Schweden z.B. ist es geltendes Recht, daß Prostituierte ihren "Beruf" straflos ausüben dürfen, die Kunden jedoch, wenn sie das Angebot annehmen, bestraft werden.

Hier zeigt sich ganz unverhüllt, daß der Feminismus sich der Prostitution als eines Herrschaftsinstrumentes über den Mann bedient, um indirekt eine gruppenbezogene Steuer einzutreiben - was im Islam schon früher üblich war, in Schweden jedoch auf direktem Wege - als "Männersteuer" - nicht eingeführt werden konnte. Die Feministin Gudrun Schyman hatte genau dies versucht!


In diesem Zusammenhang sei die dritte Forderung aus der Programmschrift S.M.Gearharts erwähnt. Sie lautet:

3. Der Anteil der Männer muß auf ungefähr 10 % der menschlichen Rasse reduziert und festgeschrieben werden.

Ihre ersten beiden Forderungen:

1. Jede Kultur muß jetzt Schritte unternehmen, damit die Zukunft weiblich wird.

2. Die Verantwortung für den Fortbestand der menschlichen Gattung muß in allen Kulturen wieder in die Hände der Frauen gelegt werden.

sind ja bereits erfüllt. Warum erscheint uns die dritte Forderung - zunächst einmal - unrealistisch?

Der hauptsächliche Grund dürfte nicht darin liegen, daß Männer sich wehren würden. Ich bezweifle, daß sie es täten.

Der wahre Grund ist vielmehr, daß dann die Männersteuer, die faktisch weltweit entrichtet wird - sei es ingestalt von Haushaltsgeld, Prostituierten-Lohn, Einkommenssteuer, Sozialversicherungsbeiträge, oder wie auch immer - entfiele. Zudem würde die Menschheit in eine vor-industrielle Gesellschaft zurückgeworfen, so wie sie S.M.Gearhart in ihren utopischen Romanen beschreibt.

Doch die weitaus meisten Frauen wollen in einer solchen Gesellschaft nicht leben. Und sie wissen, daß die Welt, welche ihnen ihre heutigen Bequemlichkeiten sichert, nur durch männliche Arbeitskraft ermöglicht wird. Die Frauheit benötigt einen Anteil von Sklaven, der nicht 10 %, sondern 48 % innerhalb der Bevölkerung ausmacht.

Diese instrumentalisierende Einstellung ist es, die in der mesopotamisch-ägyptischen Kultur-Epoche ingestalt der Tempelprostitution veranlagt wurde. Was darüber hinaus geht, nämlich die Forderung nach Reduktion des Mannes auf 10% oder noch darunter, fällt in die viel frühere Zeit der alten Lemuris, kurz nach der Geschlechtertrennung, als der ursprünglich zwittrige Mensch weiblich gestaltet war und der Mann das Neue und insofern die Bedrohung schlechthin darstellte.

Damit meine ich, zunächst einen Teil der Frage nach dem Karma des Feminismus beantwortet zu haben. Es ist das Vergangenheits-Karma. Verfolgen wir dieses zeitlich zurück, so kommen wir zunächst auf die mesopotamische Kulturen der Geburts-Mysterien und seiner Entartungen, nämlich die Tötung Ungeborener, sowie die Tempel-Prostitution. Gehen wir noch weiter zurück in eine prähistorische Vergangenheit, so kommen wir in die Lemurische Zeit, als gleichzeitig mit der Erde-Mond-Trennung auch die Geschlechter-Trennung einsetzte, die Frau aber noch eine Zeitlang die Führerschaft innehatte.

Eine Frage bleibt: Wenn manche Feministen die Prostitution als eine männliche Erfindung, ja als ein männliches Herrschaftsinstrument bezeichnen - in Wirklichkeit ist es ja ein weibliches -, was motiviert sie dazu? Hierzu müssen wir ein weiteres Thema aufgreifen. Zuletzt sei dann auch noch das Zukunfts-Karma des Feminismus thematisiert.


 

7. Exkurs: Das Rätsel des Amazonentums.

Kampf mit der Amazone
Bild rechts: Mann und Amazone im Zweikampf.

Die Bezeichnung Amazone leitet sich ab von a-maza: "ohne Brust". Tatsächlich ließen sich die Amazonen, wie griechische antike Schriftsteller - u.a. Strabo - berichteten, schon in der Jugend oder in früher Kindheit die rechte Brust abbrennen, angeblich, um dem rechten Arm mehr Bewegungsfreiheit zu gewähren.

Diese Maßnahme könnte aber auch eine tiefere Bedeutung haben. Sigismund von Gleich schreibt hierzu:

Das Abbrennen der rechten Brust beeinflußte erheblich die Ausbildung des Ätherleibes. Jeder Mensch trägt potentiell beide Geschlechter in sich, weil der Ätherleib des Menschen vom umgekehrten Geschlecht des physischen Leibes ist. Außerdem ist die linke Hälfte des Ätherleibes mehr licht und jungfräulich geartet, die rechte dagegen mehr "männlich".

Brannte man dem Mädchen die rechte Brust aus, dann mußte die "männliche" Seite des Ätherleibes, der mit seinen Kräften dort nun nicht mehr die Brust und gesamte weibliche weibliche Organisation des physischen Leibes ausgestalten konnte, im seelischen Leben stärker hervortreten, wodurch die männlich-marshaften Mut- und Kriegsimpulse in der Amazone verstärkt wurden. (Marksteine der Kulturgeschichte, 1982³, S.210)

Ein weiteres Merkmal zeichnete die Amazonen aus:

Die Amazonen sind als ein reitendes Kriegsgeschlecht bekannt geworden. Alle berühmten unter ihnen trugen Namen (wie z.B. Hippolytia), die auf die Beherrschung des Pferdes deuten. Daß sie als solche auftreten, drückt zugleich ihr männer- und geschlechtsfeindliche Sprödigkeit aus: bis zum unnatürlichen Extrem zügelten sie die sinnlich-geschlechtlichen Kräfte des Tiermenschlichen oder Astralischen im Menschen [...] (a.a.O.) [Hervorhebungen durch mich.]

Das Gegen-Extrem zur Amazone, so der Autor, liege im Kentauren. Hier beherrscht nicht ein Reiter das Tier, sondern der Mensch fungiert als bloße Fortsetzung des Tierleibes und seiner Triebkräfte.

Bemerkenswert ist auch die kulturschöpferische Leistung dieser durch und durch vermännlichten Weiber. Sie äußerte sich in der Gründung zahlreicher Städte, u.a. Ephesos, wo, so v.Gleich,

viele Jahrhunderte später der herrliche Tempel der Mondgöttin Artemis erbaut wurde. In diesem Heiligtum befanden sich vier berühmte Amazonenbildnisse. [...]

Auch die sagenhafte Amazonenkönigin Myrina, deren siegreiche Feldzüge in Libyen, Ägypten und Kleinasien Diodoros beschrieb (III/54 u. 55), ließ überall Städte bauen, die z.T. nach ihren Heerführerinnen, z.B. Priene, Kumä benannt wurden. Nach ihrer Schwester ward auf Lesbos die Stadt Mitylene benannt. (a.a.O., S.211, Fußnote) [Hervorhebung durch mich]

Es handelte sich bei den Amazonen also um Männer in Frauenleibern. Diese Kennzeichnung erscheint mir jedenfalls zutreffender als eine solche, die in ihnen Frauen mit männlichen Charakterzügen sieht. Denn in den Amazonen prägte männliche Schöpferkraft sich das Instrument, den Körper, während im umgekehrten Falle der Körper die Kultur geprägt, also ihr weibliche Züge verliehen hätte.


Amazone

Noch eine weitere Eigentümlichkeit der Amazonen sei hier hervorgehoben. Ich meine ihre auffällige Neigung, Männern den Kopf abzuschlagen. Siehe hierzu das Bild rechts. Es zeigt eine Kriegerin aus dem Amazonenheer des Königs Gezo (1818-1858) vom westafrikanischen Königreich Dahomey (heute: Benin).

Dabei scheint es sich keineswegs um ein Bild zu handeln, das einer perversen Fantasie entsprungen wäre. In dem Artikel, welchem ich das Bild entnommen habe (Autor: Ulf Hagemann; Erstveröffentlichung: 01.10.2002 bei www.geschichte.uni-hannover.de), ist diesbezüglich zu lesen:

Die Kriegsstrategie Dahomey war eine Vernichtungsstrategie: Dörfer wurden geplündert, Städte zerstört. Die Menschen wurden getötet oder gefangengenommen, versklavt und entweder für den eigenen Bedarf eingesetzt oder über den Atlantik verkauft. Einige Kriegsgefange wurden bei der alljährlichen "Großen Zeremonie", der Xwetanu, als Menschenopfer zusammen mit anderen Straftätern hingerichtet. Der weitaus größte Teil der feindlichen Krieger kam allerdings schon auf dem Schlachtfeld ums Leben. So wird besonders den Amazonen eine Vorliebe zur Enthauptung nachgesagt. [Hervorhebung durch mich]

Diese Armee umfaßte, den dortigen Angaben zufolge, 5000 Frauen. Die gleichzeitig aufgestellte Männerarmee umfaßte 7000 Krieger. Jedoch:

Die Amazonen-Armee Dahomeys war wegen ihrer außerordentlichen Tapferkeit und Grausamkeit gefürchtet. Sie bildete die Eliteeinheit und stellte außerdem die persönliche Garde des Königs.

Weiterhin lesen wir von schweren und verlustreichen Kriegsniederlagen der Jahre 1851 und 1864,

bei denen von weißen Beobachtern die Tapferkeit und der unbändige Mut bis hin zur bedingungslosen Aufopferung der Amazonen besonders hervorgehoben wurde.

Ich bringe die Zitate in dieser Ausführlichkeit, um glaubhaft zu machen, daß es sich um dokumentierte Ereignisse handelt. Vergleiche dazu auch meine Rezension des Buches "Erschießt die Frauen zuerst!", in welchem der damalige Leiter der Antiterrorismus-Abteilung des deutschen Verfassungsschutzes sich zur exzessiven Gewaltbereitschaft von Terroristinnen äußert.

Kali Salome

Doch nicht um die weibliche Gewaltbereitschaft an sich geht es mir an dieser Stelle. Vielmehr: Was hat es zu besagen, daß auch etwa die Göttin Kali dargestellt wird mit einem abgeschlagenen Manneskopf in der Hand, oder gar einer Kette mit aufgereihten Köpfen? - Und was ist der tiefere Sinn, daß Salome sich den abgeschlagenen Kopf Johannes des Täufers auf einer Schüssel reichen ließ?

Der umgekehrte Fall, daß nämlich Männer den Frauen die Köpfe abschlagen, ist mir nicht bekannt, sofern ich von Perseus und Medusa einmal absehe. Es könnte damit also eine besondere Bewandtnis haben!

Eigentlich liegt ja die Lösung des Rätsels "auf der Hand":

Darum ist auch der Ausdruck "Phallokratie", mit dem Mary Daly das Patriarchat beschreiben will, so abgründig dumm und falsch. Es ist vielmehr der Kopf, durch den Männer herrschen. Wenn man schon ein neues Wort für männliche Herrschaft prägen möchte, dann sollte man also von einer "Phrenokratie" sprechen, und nicht von einer "Phallokratie". (Demgegenüber wäre der Ausdruck "Hysterkratie" für die Weiberherrschaft durchaus sachgerecht.)

Es ist also klar, daß der Feminismus das Patriarchat köpfen muß.

Zugleich fällt damit ein Licht auf die oben gemachte Feststellung, daß der Feminismus die kopfstehende Hierarchie erkämpfen will, in der auch sein Weltbild besteht.


Damit nähern wir uns auch einer Lösung der weiter oben gestellten Fragen. Gewisse Feministinnen führen deswegen den ideologischen Kampf gegen das Herrschaftsinstrument der Weiber - ich meine die Prostitution -, weil sie selbst keine Weiber sind. Es sind Männer in Frauenleibern, also wesensgemäß Amazonen. Für sie bedeutet Sex mit Männern das, was er für (normale) Männer auch bedeutet: einen Akt, der Ekel erregt und zugleich das Gefühl der Erniedrigung.


Es ist nicht falsch, jetzt noch weiter zu fragen: Warum gibt es überhaupt Amazonen? Was treibt Ungeborene, die sich zur Verkörperung anschicken, dazu, sich einen Leib zu wählen, der an sich nicht gut geeignet ist, physisch zu kämpfen?

Eine mögliche Antwort ergibt sich aus der Überlegung, daß mit jeder neuen Verkörperung eine bisherige Einseitigkeit ausgeglichen, also ein Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Der extrem männlichen Frau von heute entspricht der extrem weibliche Mann von gestern.

Antiken Schriftstellern zufolge haben die ekstatischen Mutterkulte zahlreiche Männer veranlaßt, im Zustand der kollektiven Ekstase sich selbst zu entmannen. Sie opferten ihr Geschlecht der Göttin.

Es ist daher anzunehmen, daß sie in der nächsten Inkarnation in dem Maße sich vermännlichen mußten, als sie sich vorher verweiblicht hatten. Es sind die selben Menschen, die sich einmal die Zeugungsorgane abtrennten oder abtrennen ließen, und ein anderesmal die rechte weibliche Brust.

Der Bayenturm

Und heute? Was in der dritten Kultur-Epoche körperlich vollzogen wurde, das wird heute seelisch-geistig vollzogen. Gewisse Männer kastrieren sich auch in der Gegenwart, indem sie sich kopflos machen: sie erheben ihr Haupt nicht mehr; sie unterwerfen sich.

Umgekehrt opfern gewisse Frauen ihr Weibliches, ihren Hüftschwung, und erheben dafür ihr Haupt.

So hat auch Alice Schwarzer, die Propagandistin der sogenannten "Abtreibung" in Deutschland, ihr Haupt erhoben - ingestalt einer Turm-Eroberung. Dort residiert sie jetzt im obersten Stock. Es ist, dem Äußeren nach, kein Zikkurat, vielmehr ein ehemaliger Wehrturm.

Ehemals war er ein Beweismittel männlicher Aufrichtekraft.


 

8. Die Zukunft ist männlich - aber nicht jeder Mann hat Zukunft.

So, wie der Kehlkopf ein Organ der Zukunft ist und zugleich eines der auszeichnenden Organe des Mannes, so sind die bisherigen Fortpflanzungsorgane - sowohl der Frau als auch des Mannes! - Organe der Vergangenheit.

Kommt es zu einem Kampf zwischen "Phallokratie" und "Vulvokratie", so muß die letztere folglich gewinnen, denn der untere Bereich des Menschen, gleich welchen Geschlechts, ist der ursprünglich weibliche Bereich.

Daß hier die Frau im Vorteil ist, zeigt sich einerseits in der Tatsache der sogenannten Kuckuckskinder, das heißt in der Unsicherheit der Vaterschaft. Diese Unsicherheit hat sich auch in der Rechtspraxis niedergeschlagen, insoweit als unterschieden wird zwischen einem biologischen und einem rechtlichen (eventuell auch noch einem sozialen) Vater. Und egal ob rechtlich oder biologisch - der Vater zieht heute fast immer den Kürzeren, wenn die Mutter es auf einen Rechtsstreit mit ihm anlegt.

Es zeigt sich anderseits in der Prostitution. Regelmäßig ist es die Frau, die in voller Absicht verführt, und ist es der Mann, der sich verführen läßt und dafür - mehr oder weniger freiwillig - bezahlt. Das gilt selbst für Verhältnisse, wo die Frau über gleiches oder höheres Einkommen verfügt. Der Mann ist seiner Sexualität mehr ausgeliefert als die Frau; er hat insofern einen Schwachpunkt. Im Ergebnisse zahlen wir alle eine "Männersteuer".

Und wenn wir uns fragen: Wie konnte es kommen, daß der Feminismus einen Siegeszug angetreten hat wie keine ideologische Bewegung vor ihm?, dann sind wir um eine Antwort verlegen. Natürlich kann man immer irgendwelche Gründe angeben. So etwa die technische Zivilisation, welche männliche Körperkraft überflüssig mache. Oder die Machenschaften eines mächtigen Kapitalisten, der beschlossen habe, durch Einbindung der Frau in die Arbeitswelt die Familie zu zerstören. Doch egal welche Gründe genannt werden: Keiner von ihnen erklärt das männliche Versagen wirklich.

Dieses Versagen weist auf eine Zukunft, die jetzt schon Aufgaben stellt, aber noch nicht erkannt wird. Eine neue Art zu sehen ist gefordert. Anthroposophisches Denken ermöglicht es, die Geschlechtertrennung bis an ihren Ursprung, aber auch bis an ihr Ende zu verfolgen. Betrachten wir sie dann bis an ihr Ende, so können wir dieses natürlich nicht jetzt herbeiführen, aber wir haben einen Ansatz gefunden, die Zukunft, die nach Gestaltung verlangt, in Angriff zu nehmen.

Hier stehen wir aber vor einem neuen Problem: Gerade Männer sind spirituellen Denken gegenüber verschlossener als Frauen. Oft genug lassen sie Furcht vor den höheren - den eigentlich männlichen - Welten erkennen, die sie bisweilen auch hinter Sarkasmus verbergen. Bleiben sie von diesem Hindernis aber verschont, dann ist ihr Engagement meistens ernsthafter und sind ihre Ergebnisse durchschlagender als die der Frauen.

Es ist mit dem Geist wie mit dem Wasser. Frauen, so heißt es, ist dieses Element näher. Aber die todesmutigen Seefahrer, die neue Kontinente entdeckten, waren Männer. Diejenigen Männer, die auch gefragt, aber nicht mutig genug waren, blieben zuhause und verweiberten, fielen unter das Niveau der Frauen.

Es gibt diesbezüglich also eine Differenzierung nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern vor Allem unter den Männern selbst. Diese bilden jetzt schon zwei verschiedene Strömungen, die gesetzmäßig immer weiter auseinanderlaufen werden. Sie haben also auch zweierlei Art von Zukunft. Genauer: Die eine Strömung hat Zukunft - die Zukunft der Zeugung aus dem Kehlkopf -, die andere hat sie nicht. Vertreter der letzeren werden entweder verweibern, "verpudeln", oder sich in Ohnmacht verhärten.

Die anderen werden den Weg gehen, der aus dem Dilemma herausführt. Vielleicht kann die folgende Bibelstelle als eine Meditations-Hilfe dienen:

"Wie kann ein Mensch denn geboren werden, wenn er schon alt ist?", wandte Nikodemus ein. "Er kann doch nicht in den Bauch seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden!"

"Ja, ich versichere dir", erwiderte Jesus, "und bestätige es noch einmal: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Menschliches Leben wird von Menschen geboren, doch geistliches Leben von Gottes Geist. Wundere dich also nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will. Du hörst ihn zwar, aber du kannst nicht sagen, woher er kommt und wohin er geht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist." (Joh. 3,4-8)

Es wird hierin klar gesagt, daß die bisherige Fortpflanzung, nämlich die aus der Mutter, keine Zukunft hat, wohl aber die "aus Wasser und Geist" (siehe weiter oben). Und es wird ebenfalls klar gesagt, daß diese neue Art mit Unwägbarkeiten verbunden ist. Es gilt, dem noch Unbekannten entgegenzusehen, so wie es die Pioniere unter den Seefahrern taten.

Dazu wiederum paßt die folgende Stelle.

Sie stiegen ins Boot und fuhren Richtung Kafarnaum los, denn es war inzwischen finster geworden, und Jesus war immer noch nicht zu ihnen gekommen. Der See wurde durch einen starken Wind aufgewühlt. Als sie dann eine Strecke von etwa fünf Kilometern gerudert waren, sahen sie auf einmal Jesus, wie er über das Wasser ging und auf ihr Boot zukam. Sie erschraken fürchterlich, doch er rief ihnen zu: "Ich bin's, habt keine Angst!" Sie nahmen ihn zu sich ins Boot, und da waren sie auch schon an dem Ufer, das sie erreichen wollten. (Joh. 6,17-21)

Man kann daraus ersehen: Das Unbekannte ist erschreckend. Es ist zugleich aber auch das Beruhigende - sobald es, ganz unerwartet, als die eigene Zukunft und Führung erkannt wird.


 

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