MannPassAuf! Wider die Greuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Klassenfeind: Gott. Warum die Männerbewegung keine Erfolge vorweisen kann. 2-7-2012

Der Anlaß: Jungenbeschneidung

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich wünsche der Männer(rechts)bewegung Erfolge. Punktuell gibt es sie auch. Leider wurden die Hoffnungen aber immer wieder enttäuscht. Wir sollten realistisch bleiben!

Eine heftige, ich sollte sagen: wütende Debatte um die Vorhaut-Beschneidung in einem großen Männerforum hat mich veranlaßt, einen grundsätzlichen Gedanken, den ich schon frühzeitig ausgeführt hatte (s. Der Fehler in der Männerbewegung, 2008) aufs Neue zu entwicklen, und diesmal mit größerer Deutlichkeit.

Das Landgericht Köln hatte am 7-5-2012 entschieden (AZ 151 Ns 169/11), daß es sich bei der religiös motivierten Vorhaut-Beschneidung an Jungen um Körperverletzung handle, die nicht durch Elternrecht abgedeckt sei. Dazu ein Kommentator der Frankfurter Rundschau:

[...] wenn es zu einem Verbot der Beschneidung käme, hätte der Staat mit einem Handstreich fünf Prozent seiner Bevölkerung in die Illegalität getrieben. Für einen kleinen Schnitt und ein paar Tränen.

Doch gegen die Auffassung, daß es sich nur um "einen kleinen Schnitt und ein paar Tränen" handle, hat sich in der Männerrechtsbewegung eine geschlossene Front aufgestellt. Es werden Netzseiten verlinkt, welche die Vorhaut-Beschneidung nicht nur als einen barbarischen Eingriff darstellen, der, unter vielem Anderen, zu lebenslangen posttraumatischen Belastungsstörungen führe; es wird auch behauptet, daß gerade Frauen, zumindest Mütter, die Beschneidung als ein Instrument der sexuellen Repression benutzen würden.

Diese Behauptung gleicht derjenigen, welche Männern ein sexuelles Interesse an der Klitorisbeschneidung zuschreibt. In beiden Fällen wird außer Betracht gelassen, daß die Beschneidung von Jungen durch Männer, und die an Mädchen durch Frauen ausgeübt wird - jedenfalls, soweit es um volksgebundene Bräuche geht. Und in beiden Fällen sind es die gleichen Methoden der suggestiven Beeinflussung, mit denen Mitleid für die Beschnittenen und Empörung gegen die "Täter" erregt werden soll.

Merkwürdig ist nun aber zweierlei.

Erstens scheint es unter den Völkern, bei denen es Brauch ist, keine Beschnittenen zu geben, die sich über die Beschneidung beklagen. (Meine afrikanische Ex-Ehefrau, die selbst beschnitten ist, sagte mir früher, sie würde ihre Tochter ebenfalls beschneiden lassen, falls sie eine bekäme.)

Zweitens ist die ganze Beschneidungsdebatte mit wütenden Angriffen auf den Gott der monotheistischen Religionen durchsetzt. So schreibt Arno Widmann, der oben schon zitierte FR-Kommentator:

Ich halte die Beschneidung für eine überflüssige Quälerei, für eine der Machtdemonstrationen, mit denen wir "eingemeindet" werden sollen. Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt, der so etwas verordnet hat und wenn, wäre es ein Grund ihn zu wechseln oder ganz auf ihn zu verzichten.

Bei dieser Gelegenheit lanciert er dann auch noch einen Frontalangriff auf das Christentum:

So schrecklich es ist, dass Kindern indoktriniert wird, der Jesus, der da oben am Kreuz hängt, sei für sie und ihrer Sünden wegen gestorben, wir nehmen es doch hin. Als die Weltsicht eines glücklicherweise immer kleineren Teils der Deutschen.

Wenn der Kommentator dennoch das Beschneidungs-Verbot für falsch erklärt, dann nur, weil wir gegenüber der muslimischen Religion nicht intoleranter auftreten dürften als gegenüber der eigenen (der christlichen)! Das ist freilich bezeichnend für den deutschen Sonderweg, denn ein gesunder Organismus, auch der soziale, wird dem Eigenen immer den Vorrang vor dem Fremden geben.


Die Amfortaswunde der Männerbewegung: Der verleugnete Gott

Nicht immer wird der Jungenbeschneidung das Motiv der sexuellen Unterdrückung durch die Frau unterstellt. Das bleibt der Männerrechtsbewegung vorbehalten, die insofern hysterisch reagiert. Immer aber wird von den Kritikern der Beschneidung diejenige Macht geleugnet, welche Millionen Menschen veranlaßt, die (kurzzeitigen) Schmerzen und die (ziemlich seltenen) Komplikationen inkauf zu nehmen: Gott.

Für die meisten Maskulisten nimmt der Vatergott die gleiche Stelle ein, wie für die meisten Feministen der Mann. Er ist der jeweilige Klassenfeind. Der Klassenfeind steht in der Hierarchie immer eine Stufe höher als derjenige, der ihn bekämpft. Bei den Kommunisten war es der Besitz-Adel; bei den Nationalsozialisten war es das Bild einer Volksgruppe, welche einstmals den Aufstieg von der Mutter- zur Vaterreligion grundgelegt und vorgelebt hatte; und bei den Feministen ist es der Mann, welcher das Haupt des Weibes darstellt.

Hierarchie

Wer nun gegen seinen Klassenfeind revoltiert, fügt sich, je nach Erfolg, schwerste Schäden zu. Und vor Allem macht er sich zum Klassenfeind des jeweils unteren Ranges in der Hierarchie. Sehen wir uns dazu diese Grafik an, rechts:

Meine These ist, daß, wer den jeweils Rangmächtigeren leugnet oder gar zum Feind macht, dadurch soweit geschwächt wird, daß er selber der Klassenfeind des im Range unter ihn Stehenden wird. Wenn also der Mann Gott verleugnet und sich damit degradiert, dann wird die Frau den Mann irgendwann auch verleugnen. Da sie sich damit aber selber schwächt, wird zuletzt das Kind die (alleinerziehende) Mutter verleugnen.

Wenn dies so ist - ich weiß natürlich, daß kein wirklich überzeugter Klassenkämpfer damit einverstanden sein wird -, so ist es klug, sich den jeweils Ranghöheren zum Freund zu machen. Darum beten die Menschen zu Gott. Sie fürchten sich vor ihm; sie unterwerfen sich ihm; und sie erkennen seine fürsorgende Liebe. Nicht anders läuft es in der Hierachie eines jeden erfolgreichen Wirtschaftsbetriebes, jeder funktionierenden Behörde und jeder sonstigen Organisation.

Nun stellt sich die Frage: Wie kann man Gott verleugnen? Vielleicht, weil man ihn nicht sehen kann? Diese Antwort ist allzu vordergründig, denn Gott ist für uns alle erfahrbar - im Prinzip. Wenn die Frau den Mann verleugnet, ihn nicht anerkennt, dann "sieht" sie ihn gewissermaßen auch nicht; die Erfahrbarkeit hat hier nur die Ebene gewechselt. Jemanden nicht anerkennen und ihn nicht (mehr) kennen, das hängt eng zusammen.

So wie die Frau den Mann als solchen im Grunde kennt, auch wenn sie ihn nicht mehr anerkennt, so kennt auch der Atheist denjenigen im Grunde, den er nicht anerkennt. "Im Grunde", das heißt, die Kenntnis ist verschüttet, die Erfahrbarkeit verbaut. Das erzeugt in jedem Falle eine verborgene Sehnsucht, eine Unzufriedenheit, die auch in Haß umschlagen kann. Hierin schwärt eine Wunde in den "entmannten" Frauen, und ebenso in den gottlosen Männern. Natürlich auch in den elternlosen Kindern.

Ultimative Feminismus-Kritik: Georg Huntemann

Es ist bezeichnend, daß der am tiefsten blickende aller mir bekannten Feminismus-Kritiker nicht unter den atheistischen Maskulisten sich findet, sondern unter den Theologen. Die Rede ist von Prof. Dr. Dr. Georg Huntemann (geb. 1929). Das Buch, auf das ich mich beziehe, trägt den Titel "Die Zerstörung der Person" (1981, 1984²).

Wir leben im Zeitalter der "Entmannung des Mannes", in einer "kastrativen" Epoche, gekennzeichnet durch den härtesten Klassenkampf, den es je gegeben hat und der zerstörend und aufsprengend durch die Familie schleicht: Ich meine den Klassenkampf der Frau gegen den Mann.

Damit werden die Klassenkämpfe des Kommunismus und des Nationalsozialismus zu Vorstufen erklärt. Kann Feminismus-Kritik noch radikaler sein? Ja, sie kann:

Der Feminismus betreibt nicht den Kampf gegen den Mann, sondern gegen das Menschsein.

Dies muß sofort einleuchten, wenn man annimmt, daß die (Selbst-)Degradierung des Mannes die Degradierung der Frau und zuletzt die des Kindes nach sich zieht.

Der Mann ist nicht mehr Wille, weil er den Willen Gottes nicht mehr aufnimmt. Der nicht mehr von Gott gerufene, der Gott fliehende Mann ist der sinnlose, der an seinem Mannsein zerbrechende, in der Krise kaputtgehende und sich in seinem Selbst auflösende Mann.

Die Frau lebt aus der Hingabe zum Mann. Wenn aber der Mann nicht mehr Mann ist, verliert die Frau - ganz einfach und allen Feministen zum tödlichen Ärgernis gesagt - ihre Zuordnung zum Mann. Wo soll ergänzende Begegnung zwischen Mann und Frau sein, wenn der Mann nicht mehr Mann ist? Wie soll die Frau den Mann fürchten, oder - wie es in der Zürcher Bibel übersetzt heißt, wie soll sie "vor dem Mann Ehrfurcht haben" (Eph. 5, 33), wie soll sie - noch ärgerlicher für die Feministen - dem Manne untertan sein, wenn der Mann selbst seinem Herrn, Gott, nicht mehr untertan ist?

Wie soll sich die Frau dem Mann "hingeben", und darin, letztlich wirklich nur darin, die Erfüllung ihres erotischen Verlangens erfahren, wenn der Mann "mutterschutzsuchenderweise" in der Frau eben nur noch die Mutter sucht? Eine Frau kann und soll einen Mann nicht "ehrfürchten", sie kann dem Mann nicht untertan sein "wie dem Herrn", wenn eben der Mann durch Unglaube das Mandat, die Vollmacht, die Bevollmächtigung Gottes verloren hat!

Von daher gesehen, ist der Feminismus Strafgericht über die heilsverlorene Gottesflucht des Mannes in unserer Zeit.

Am Anfang dieses Prozesses steht die Nichtanerkenntnis Gottes.

Wie aber ist das möglich, diese Nichtanerkenntnis Gottes? Ich hatte die Frage oben schon einmal gestellt, aber nicht vollständig beantwortet. Das ist auch nicht möglich; soviel aber läßt sich immerhin sagen: So, wie ein Vater seine Kinder in die Selbständigkeit entläßt, sobald sie eine gewisse Reife erlangt haben, so hat Gott den Menschen, also den Mann, in die Selbständigkeit entlassen. Hiermit ist immer die Gefahr des Abirrens und einer Verleugnung des Ursprungs verbunden, denn die Freiheit will erprobt werden. Oft ist die Verleugnung eine Durchgangsphase während der Emanzipation.

Bemerkenswert ist nun, daß da, wo etwas verleugnet wird, etwas anderes seinen Platz einnimmt. Es kommt zu einer "Ersatzlösung" minderen Ranges. Im Falle Gottes ist das die Göttin ingestalt einer Mutter- oder Fruchtbarkeitsgottheit. Sie kann auch, als exekutierende Figur einer erdhaft-weiblichen Macht, in männlicher Gestalt auftreten, wie etwa der Baal und der Moloch im Alten Testament. Die zugrundeliegende Macht ist aber grundsätzlich weiblich.

Und als solche, als Mutter- und Fruchtbarkeits-Göttin, unterwandert sie die Kirche:

Der Feminismus betreibt die Geschäfte jener Muttergottheiten, gegen die die Propheten des Alten Testamentes kämpften. Der Feminismus treibt die Kirche in die undifferenzierte, spannungslose Wohlfühlgesellschaft, in der sich das entpersonalisierte Kollektiv verwirklicht. In der Kirche, wie sie der Feminismus will, verschlingt - wie ehedem - die Muttergottheit das Individuum und zerstört die Botschaft von Christus, so wie damals die Göttinnen Kleinasiens ihre Götter verschlungen haben. Himmel und Erde, Licht und Finsternis, Mann und Frau, Gott und Mensch werden durch sehnsüchtig erwartetes Kollektivmenschentum verschlungen. [Hervorhebungen durch mich.]

Ebenso aber auch unsere ganze Kultur:

Materie kommt von Mater, und Mater heißt Mutter: Der moderne Materialismus, in welcher Gestalt er auch immer auftreten mag, mehr ideologisch fixiert oder als Konsumgenossentum, will die "Mutter Erde" als letzten Inhalt gegen Gottvater denken und ausleben.

Dieser moderne Materialismus ist aber im Grunde ein alter Materialismus; denn die Fruchtbarkeitskulte der Muttergottheiten der Heiden zur Zeit des alttestamentlichen Gottesvolkes wollten nichts anderes als dieses fleischliche Eintauchen, diese emotionale Dynamis, dieses Verschlungenwerden von Mutter Erde.

Ur- und Zeugungskraft der Erde, die durch Göttinnen vermittelt wurde, das war es, worauf der Mensch aus war, genau das will er heute: Vitalität diesem Leben und dieser Welt abzaubern. [Hervorhebungen durch mich.]

Die Alternative:

Hiergegen steht Gott als Wille, Kampf und Freiheit - eben als der Herr nicht von dieser Welt, sondern über dieser Welt. Jahweh - dieser Gottesname meint nicht die Identität Gottes mit dem Sein, sondern dieser Name meint, daß Gott der Herr ist über das Sein.
[Hervorhebungen durch mich.]

Das ist genau die Haltung, die auch dem - nicht vermutterten - Manne zueigen ist. Er will und darf nicht in den Muttergrund des Daseins abtauchen. Wenn schon Mystik, dann will er sich in den Himmel hinauferheben. Gewöhnlich aber will und muß er sich über die Natur erheben. Nur so wird er zum Erzeuger, zum Schöpfer von Kultur und Zivilisation.

Feministen sehen darin Umweltzerstörung; sozusagen die überpersönliche Variante dessen, was sie im persönlichen Bereich Vergewaltigung nennen. Das männliche Schöpfertum negiert ihr mutterrechtliches Weltbild, in dem nicht das Weib vom Manne, sondern der Mann vom Weib vergewaltigt, genauer: einverleibt wird.

Der Feminismus will den Mann, der sich nicht Gott, sondern dem Weibe unterwirft und lustvoll in ihrem "heiligen" Mutterschoß versinkt. Sie will den in seinem Eigenwillen kastrierten Mann.

Der Fortschritt in der Vaterreligion besteht darin, daß der Mensch zwar nicht lustvoller lebt, aber vom Gemachten zum Macher, d.h. in einem erhöhten Grade zum Selbstgestalter seines Schicksals wird. Anstelle des Schmerzes durch Krankheit oder Erschöpfung tritt der Schmerz des durch freien Willen erbrachten Opfers. Anstelle der Lust durch Versinken in den u.a. sexuellen Rauschzustand tritt die Lust des durch Selbstdisziplinierung errungenen Schaffens-Erfolges.

Fazit

Die Männerbewegung würde erfolgreich sein, wenn sie:

Erstens das Prinzip durchschaut, in welchem der Feminismus wurzelt,
zweitens sich ihm verweigert; und wenn sie,
drittens, sich der Macht unterwirft, die den Widerspruch zum saugenden Muttergrund verkörpert: dem Vatergott.

Selbst eine perfekte Erkenntnis und Ablehnung der zum Feminismus fortgeschrittenen Mutterreligion wird langfristig erfolglos bleiben, solange keine Alternative gefunden wird. Man kann die Schädlichkeit z.B. eines Nahrungsmittels durchschauen; aber es wäre keine Lösung, dann gar nichts mehr zu essen. Gegebenenfalls muß man etwas essen, was zunächst überhaupt nicht schmeckt!

Die Entscheidung kann nur jeweils von Einzelnen kommen. Jeder Versuch eines gemeinsamen, organisierten Handelns ist vergebens, solange sie auf Individuen baut, denen bestenfalls die Erkenntniskraft, nicht aber die Willenskraft gegeben ist, die sie innere und äußere Hindernisse überwinden läßt.

Diese Willenskraft kommt nur aus Gott.


Kommentare:
Montag, den 16. Juli 2012 um 18.03 Uhr
T.R.E.Lentze
Nachdem ich vorhin auf einen Artikel zur gegenwärtigen Beschneidungsdebatte aufmerksam gemacht worden bin, siehe:

http://sciencefiles.org/2012/07/14/reiz-der-unfreiheit/

habe ich dort einen Kommentar veröffentlichen können, den ich hier, weil er zum Thema gehört, wiedergebe:

---------

Es gibt, soweit ich das übersehe, zwei Themen, welche geeignet sind, die Männerbewegung zu spalten:

1. Die Gleichberechtigung (manche wollen sie, wenn auch unter neuer Defintion);
2. Die Vorhautbeschneidung.

Was letztere betrifft, so erstaunte mich anfangs die Heftigkeit und Erbitterung in dieser relativ jungen Debatte. "Christoph" schrieb oben, daß das "in erster Linie in der Ungleichbehandlung von männlicher und weiblicher Genitalverstümmelung durch die Politik begründet [liegt]." Damit dürfte er nicht ganz falsch liegen.

Aus meiner Sicht liegt die Ursache aber viel tiefer.

Wenn nämlich die Männerrechtler sich aufregen über das "Herumschneiden" an Jungen (unwissentlich drücken sie sich sogar korrekt aus, denn es handelt sich um eine Circumcision) und das ausschließlich als Körperverletzung bewerten, dann unterschlagen sie, ich möchte sagen böswillig, den positiven Aspekt.

Für Juden und Muslime war bzw. ist nämlich die Beschneidung das, was für die Christen die Taufe ist: ein Ritual der Initiation in die Gemeinschaft der Gottgläubigen.

Und genau das ist es, woran sich der Haß der Männerrechtler entzündet. Ich erinnere bei dieser Gelegenheit daran, daß die heutige Männerbewegung größtenteils aus der pro-feministischen Männer-Bewegung hervorgegangen ist, welche ihrerseits wiederum aus einer Generation von ideologischen Vatermördern hervorging.

Als Erhard Eppler die Parole prägte: "Wer die menschliche Gesellschaft will, muß die männliche überwinden", da karikierte er den Auftrag des israelitischen Volkes, welcher so hätte formuliert werden können: "Wer die gottgewollte Gesellschaft will, muß die weibliche überwinden."

Die weibliche Gesellschaft, das war damals die der Fruchtbarkeits- und Mutterkulte. Unter Hitler lebte sie als Atavismus wieder auf (Stellvertreter Bormann: "Wir müssen...einen Mutterkult treiben"), ja sie triumphierte ingestalt von teilweise physischer Vernichtung über das einstmals auserwählte Volk, das sie für eine Zeitlang überwunden hatte. Im Wurzelgrund der Männerbewegung lebt sie unerkannt weiter.

Die Männerbewegung hat hier, ingestalt der Männerrechtler (man verwechsle beide nicht!) eine Geburtswunde. Es gilt, diese freizulegen. Aber das schmerzt natürlich.

Eines ihrer Argumente, das mich aufhorchen ließ, war das der vermeintlich verminderten Lustfähigkeit des beschnittenen Penis. Unbeschnittenen, so sagen sie, fehle die Vergleichsmöglichkeit, somit die Urteilskraft. Aber - den Unbeschnittenen fehlt sie auch! Wie konnte diese Unlogik durchgehen?

Es geht ihnen primär um die Lust - als Prinzip. Eben um das Lustprinzip, als Gegensatz zum Realitätsprinzip. Man will eine Wohlfühl-, keine Verantwortungs-Gesellschaft; man will weibliche statt männliche Werte. Es ist die (weibliche) Wohlfühlgesellschaft, die sie nicht aufgeben wollen. Jeder Schmerz, auch derjenige der Beschneidung an einem Lustorgan, ist da eine unerträgliche Zumutung - und vor Allem eine feindliche, weil patriarchale Symbolhandlung.

Nochmals, hier kommt eine tiefgehende Geburtswunde der Männerbewegung zum Ausdruck. Sie begann als Protestbewegung gegen die Vaterwelt jüdischen Ursprungs, das Patriarchat. Noch heute glauben Männer- und Väterrechtler, sich vom Patriarchat befreien zu müssen. Nicht anders als die Feministen.
Sonntag, den 08. Juli 2012 um 00.37 Uhr
T.R.E.Lentze
@ templarii: Danke! Ich habe jetzt "gewinnen" umgewandelt in "erkennen".
Sonntag, den 08. Juli 2012 um 00.29 Uhr
templarii
"Darum beten die Menschen zu Gott. Sie fürchten sich vor ihm; sie unterwerfen sich ihm; und sie gewinnen seine fürsorgende Liebe. "

Das suggeriert dass man seine fürsorgende Liebe durch das Verhalten bekommt. Das stimmt aber nicht. Gott ist die fürsorgende Liebe selbst. Wir können uns davor abwenden.

Templarii
Mittwoch, den 04. Juli 2012 um 20.39 Uhr
T.R.E.Lentze
@ C.F Krafftmeyer, @ Wigbert:

Ich habe jetzt den fraglichen Satzteil umgeändert in:

"bei den Nationalsozialisten war es das Bild einer Volksgruppe, welche einstmals den Aufstieg von der Mutter- zur Vaterreligion grundgelegt und vorgelebt hatte; und bei den Feministen ist es der Mann, welcher das Haupt des Weibes darstellt."

@Wigbert:

Danke für den Hinweis auf den Fehler in der Grafik. Tatsächlich steht Gott über, nicht in der Welt. Ferner sollte ich noch ein Glied zwischenfügen. Das muß aber kein Staatsoberhaupt sein, sondern, im Sinne der paulinischen Theologie, Christus. Die Wirklichkeit sähe noch komplizierter aus; das muß aber in einer solchen Grafik nicht ausgeführt werden.
Mittwoch, den 04. Juli 2012 um 11.12 Uhr
Wigbert
@ T.R.E.Lentze: Das war ja nun wieder ein Artikel für sich. Warum läßt du die fragliche Stelle, die soviel Erklärungsaufwand verlangt, nicht einfach weg?

Dein Essay enthält aber noch einen anderen, wirklichen Fehler: Die Grafik. Darin steht Gott in der Welt. Später aber zitierst du zustimmend Huntemann, der sagt, Gott stehe ÜBER der Welt.

Du hast die Grafik schon mindestens zweimal in frühere Artikeln eingestellt, vielleicht könntest du sie jetzt einmal überholen. Über den Mann gibts ja noch das Staatsoberhaupt. IN der Welt! Das könnte eingefügt werden, und Gott bleibt außerhalb der Welt. Soweit mein Vorschlag.

Freundliche Grüße
Wigbert
Dienstag, den 03. Juli 2012 um 23.35 Uhr
T.R.E.Lentze
Guten Abend Herr Krafftmeyer,

das Verhältnis zwischen Hitler und dem Judentum ist etwas kompliziert. Dem Judentum kam während der alttestamentlichen Zeit eine Evolutionsführerschaft zu. Es schuf ein Bollwerk gegen die Mutterreligion. Die Vaterreligion entstand. Das Gewissen trat auf.

Mit der Inkarnation Jesu Christi verlor es seine Stellung als auserwähltes Volk. Da es aber die Erfüllung und den Abschluß seiner Mission nicht erkannte, ging es nicht, wie andere Völker, in den Strom der Geschichte unter, sondern bewahrte seine Identität auch während einer langen Diaspora. Darin liegt seine Tragik. Währenddessen errang es auf gewissen Gebieten des Handels und des geistigen Lebens Monopolstellungen. Viele führende Marxisten (auch Marx selber) waren Juden. Im Stalinismus, den Hitler zurecht fürchtete, spielten sie eine bedeutende Rolle. Merkwürdigerweise waren auch fast alle Psychoanalytiker - mit ganz wenigen Ausnahmen - Juden.

Hitler nahm das Judentum sehr ernst, weil er selbst ihm geistig nahestand und in ihm folglich einen Konkurrenten erlebte. So wie die Judenheit sich weiterhin als auserwähltes Volk erlebt, so sah Hitler auch "sein" Volk als auserwählt. Und so, wie die Judenheit Rassenhygiene betrieb und noch betreibt (im heutigen Israel gibt es Rassengesetze), so betrieb Hitler sie auch. Begriffe wie "Blut und Boden" übernahm er aus dem Zionismus.

Ähnlich merkwürdig wie Hitlers Verhältnis zu den Juden ist auch das Verhältnis deutscher Nachkriegspolitiker zu Israel. Obwohl sie dessen rechtsextreme Politik, wenn sie bei uns sich geltend machte, mit äußerster Härte bekämpfen, ja bereits im Keim ersticken würden, unterstützen sie dieses Land mit bedingungsloser Hingabe. Seit Hitler kommt Deutschland vom Judentum nicht mehr los.

Der Nationalsozialismus bedeutete einen Atavismus, einen Rückfall in den Kollektivismus, wie er im alttestamentlichen Judentum mit der Geburt des Gewissens bereits überwunden worden war. In Hitler, so scheint es, wiederauferstand ein Gegner der Judenheit aus altesttamentlicher Zeit, der den Kampf mit ihm zur Unzeit wieder aufnehmen wollte, es aber mit den Eigenschaften vorfand, die das Judentum, nachdem es schon lange kein auserwähltes Volk mehr war (obwohl es sich immer noch dafür hielt), angenommen hatte.

Es bildete somit den Klassenfeind der Nationalsozialisten. Die Grundlage dieser Klassenfeindschaft ist der Rassismus; die Grundlage der feministischen Klassenfeindschaft zum Mann ist der Sexismus, also die biologistische Steigerung des Rassismus.
Dienstag, den 03. Juli 2012 um 07.24 Uhr
C.F.Krafftmeyer
Alles gut, gebilligt und genehmigt. Nur eine Frage: Inwiefern steht oder stand das Judentum Ihrer Meinung nach in der Hierarchie höher als das Deutschtum? Doch wohl nicht wegen seinem Banken- und Zeitungsmonopol!
MannPassAuf! Wider die Greuel
von Matriarchat und Gynokratie.