MannPassAuf! Wider die Greuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Das entartete Geschlecht. 29-10-2013

Knußmann: Der Mann.

1. Darf man darüber schreiben?

Wird die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen (LfM), Direktor: Jürgen Brautmeier, mir wiederum ein Bußgeld und zusätzlich ein Zwangsgeld auferlegen? Immerhin geht es hier um "das entartete Geschlecht"!

Es wird wohl davon abhängen, ob mit diesem Geschlecht das männliche oder das weibliche gemeint ist. Fangen wir also ganz vorsichtig an. Ich zitiere jetzt einen Autor, dessen Auffassungen der Anstalt gefallen werden. Der Autor ist Rainer Knußmann. Sein Buch trägt den Titel: Der Mann - ein Fehlgriff der Natur (1982). Hier die Schlußsätze (S. 131):

Der Mann blieb immer Affenpascha, immer Affe. Die Frau dagegen ist der wahre Mensch, und sie bietet auch das Bild des künftigen Menschen.

Natürlich sind Sie, Herr Brautmeier, nicht mitgemeint. Das muß irgendwo in einer Fußnote stehen, die ich bis jetzt überlesen habe. Jedenfalls haben Sie den Bürgern von Nordrhein-Westfalen bis jetzt nicht verboten, männerverachtende Inhalte aus Büchern, Zeitungsartikeln, Parteiprogrammen usw. zu zitieren. Da hätten Sie auch viel zu tun. Und außerdem würden Sie damit unsere Gynokratie infrage stellen.

Gleichwohl will ich jetzt einmal meinen ganzen Mut zusammennehmen und fragen: Könnte es sein, daß der zitierte Autor unrecht hat? Könnte es vielleicht sogar sein, daß das Gegenteil zutrifft: daß nämlich der Mann der wahre Mensch sei und auch das Bild des zukünftigen Menschen biete? (Ob Herr Brautmeier dann mitgemeint ist, bleibe zunächst außer Betracht.)

Eigentlich aber verdient der Gegenstand eine differenziertere Untersuchung. Die will ich hiermit vorlegen. Und um es nicht unnötig spannend zu machen, nehme ich mein Ergebnis gleich vorweg: Beide Auffassungen haben etwas für sich, abhängig vom weltanschaulichen Hintergrund.

2. Am Anfang war das Weib - äußerlich.

Der Genesis zufolge ist das Weib ein Spätwerk Gottes, nämlich eine Art Abspaltung des zunächst hermaphroditisch angelegten Menschen. Hier widerspricht Knußmann unter Berufung auf die Ergebnisse der Molekularbiologie und resümiert:

Das weibliche Bild stellt [...] den unmittelbar im Erbgut festgelegten Bauplan des Menschen dar. Der Mann dagegen ist eine Spezialform, die irgendwann in der langen tierischen Stammesgeschichte als Abwandlung des weiblichen Bauplans entstanden ist. [S. 22]

[Die Frau] bleibt dennoch die Quelle des Lebens und von Generation zu Generation der eigentliche, der wahre Mensch. Der Mann ist das sekundäre Geschlecht, aus der "Rippe" der Frau gemacht - genau umgekehrt, als es die Bibel meint! [S. 30]

Inbezug auf die weibliche Urform vermag ich dem Autor teilweise zuzustimmen. Wie nämlich schon R.Steiner vor über hundert Jahren mit den Mitteln geistig-empirischer Forschung gefunden hatte (oder gefunden zu haben vorgab), hat es eine androgyne Urform des Menschen gegeben, die äußerlich weiblich gestaltet war und durch ein inneres männliches Element sich selbst befruchtete. Ein Geschlechter-Dimorphismus trat erst zur Mitte der lemurischen Erdperiode auf. (Für Belege und Zitate siehe Die Zukunft ist männlich. Vom Karma des Feminismus.)

Dem Weibe also gebührt die zeitliche Priorität, allerdings nur, sofern man den Menschen über die äußere Erscheinung definiert. Knußmann geht aber weiter, indem er dem Weibe zusätzlich noch die höhere Wahrheit zuspricht. Er sollte so konsequent sein und sie der Urpflanze oder dem Mineral zusprechen. Warum sie nicht gleich Gott zuweisen? Da würde es dann wieder stimmen. Der Fehler tritt immer erst auf, wenn Atheisten die Theologie auf ihre Ebene herabziehen.

3. Argumente für und gegen eine weibliche Zukunft.

Soviel zur weiblichen Vergangenheit. Wie aber sieht es mit der Zukunft aus? Knußmann argumentiert auch hier in der Hauptsache biologisch. Ausgehend von dem Zugeständnis, daß Weiber und Kinder sich äußerlich und innerlich ähnlich sind - entschieden ähnlicher jedenfalls als Männer und Kinder -, stellt er richtig die ontogenetische Primitivität des Weibes fest. Sodann nimmt er folgende Wertung vor:

Was [...] die Frau tatsächlich an kindhaften Zügen aufweist, beeinträchtigt ihre Lebenstüchtigkeit in keiner Weise - im Gegenteil. Ontogenetische Primitivität heißt Bewahrung aller Entwicklungs-, aller Anpassungsmöglichkeiten, heißt Offenheit. Gleichsam symbolisch zeigt sich die Offenheit schon an ihrem Körper. Ihre Geschlechtsteile bleiben offen, während der Hodensack des Mannes aus der Verwachsung der weiblichen Schamlippen entsteht. Männlich bedeutet Verschluß, geschlossen, abgeschlossen - Unfähigkeit zur Weiterentwicklung. [S.127; Hervorhebung durch mich.]

[...] Offenheit ist nicht nur Grundlage der kulturellen, sondern auch der biologischen Evolution, der stammesgeschichtlichen Höherentwicklung. Dies besagt, daß ontogenetische Primitivität gleichbedeutend ist mit stammesgeschichtlicher Fortschrittlichkeit. Das Kind bietet das Bild der nächsthöheren Form. [S. 130]

Es ähnelt das Kind des Menschenaffen dem erwachsenen Vormenschen und dessen Kind dem erwachsenen heutigen Menschen. Und somit weist das weibliche Bild mit seinen kindhaften Merkmalen in die Zukunft der Art. [S. 131]

Hier ist wieder ein theologischer Ansatz mit einem biologischen Modell verkuppelt. Als Jesus Christus sagte: "Wenn ihr nicht kindlich werdet, so wird euch die höhere Entwicklung (das Himmelreich) verschlossen bleiben" - und er sagte das mit Hinblick auf die alten, in ihren Denkmustern festgefahrenen jüdischen Theokraten -, da sagte er selbstverständlich etwas Richtiges. Alle lernfähigen und schöpferischen Menschen haben auch etwas Kindliches an sich.

Ebenso habe ich nichts gegen die Vorstellung einzuwenden, daß der Mensch der Zukunft kindlicher, insofern auch weiblicher aussehen wird. Es könnte sein, daß sein Hirnschädel im Verhältnis zum Gesichtsschädel relativ groß ist, so wie das auch bei Kindern der Fall ist. Nur eines läßt sich daraus nicht sinnvoll schließen: daß unsere heutigen Männer dem Affenreich näherstünden als unsere heutigen Weiber. Jeder von uns weiß, daß die Logik nicht von den Affen, aber auch nicht von den Weibern erfunden worden ist.

Davon abgesehen vermag mich Knußmanns Beweis mit den anatomischen Unterschieden nicht zu überzeugen. Sicher ist die Vulva offen und der Hodensack geschlossen - wie sollte es anders sein -, aber die Tatsache, daß die weiblichen Genitalien im Leibesinnern verborgen sind, während die männlichen sich außen befinden, berechtigt genauso gut (oder viel eher) zur Folgerung, daß Verschlossenheit ein Merkmal des Weibes und Offenheit ein Merkmal des Mannes sei.

Vor Allem aber ist die logische Verknüpfung von Geschlechter-Dimorphismus und Stammesentwicklung, wie sie hier vorgenommen wird, eklatant unsachgemäß, und zwar selbst unter der Voraussetzung (die ich nicht teile), daß der Mensch sich aus dem Affen hochentwickelt habe. (Meiner Auffassung nach handelt es sich - umgekehrt - bei den Menschenaffen um degenerierte Menschenstämme.) - Noch kindlicher als gesunde Weiber wirken Menschen mit dem Down-Syndrom, und übrigens auch die Angehörigen mancher sehr wenig entwickelter Volksstämme. Sollten sie das Bild unserer Zukunft prägen?

Da ich mich nicht allein an der Biologie orientiere, sondern - kindlich und offen wie ich bin - den Methoden und Ergebnissen einer neuen, nämlich der anthroposophischen Erkenntnismethode zugewandt habe, erscheint mir das, was R.Steiner dazu mitteilte, sehr plausibel. Kurz gesagt: Der zukünftige Mensch wird äußerlich männlich sein, so wie der frühere Mensch einmal äußerlich weiblich war. Der zukünftige Mensch wird sich nicht durch den Uterus fortpflanzen, sondern er wird sich über den Larynx, den Kehlkopf - anders gesagt: durch das schöpferische Wort - ins Leben rufen lassen, etwa vergleichbar der Auferweckung des Lazarus. Näheres habe ich dort ausgeführt: Die Zukunft ist männlich. Vom Karma des Feminismus.

4. Der "wahre" Mensch - männlich oder weiblich?

Knußmann zufolge ist der Mann nichts als ein - so schreibt er - "Ableger der Frau", ein "Befruchtungsspezialist", entartet zu einem "Testosteron-Sklaven", "den die Frau sich als Luxus leistete." (S. 30) Das ist eine offenbar sehr begrenzte Sichtweise, über deren Problematik der Autor sich selbst im Klaren ist:

Der biologische Nutzen der geschlechtlichen Fortpflanzung wäre aber auch voll und ganz zu erreichen, wenn es keine Geschlechter gäbe oder - genauer gesagt - keine Männer. Denn statt die Sonderform des männlichen Geschlechts zu erfinden, hätte es die Natur auch so einrichten können, daß zwei beliebige Individuen je eine Keimzelle mit halber Chromosomenzahl (23) ausstoßen und sich diese miteinander zum Grundstein eines neuen Individuums vereinigen. Es gibt ohnehin Tiere, bei denen die Verschmelzung von Eizelle und Samenfaden nicht im weiblichen Körper geschieht, sondern außerhalb. [S. 29]

Seien wir nun einmal so kindlich und offen und ziehen zum Vergleich die anthroposophische Sicht der Dinge heran. Nur versuchsweise!

Demnach hatte die Geschlechtertrennung gar nicht den Zweck der Arten-Vielfalt. Die entsteht ja, wie wir wissen, sowieso. Vielmehr ging es um die Umwandlung von Fortpflanzungskräften in Denkkräfte. Wenn nämlich der Mensch auf eines der beiden Geschlechter reduziert, gewissermaßen also halbiert wird - vorher beinhaltete er ja zwei Geschlechter gleichzeitig! -, so wird jeweils die eine Hälfte der Kräfte, welche bis dahin die Fortpflanzungs-Organisation aufgebaut haben, frei. Diese frei gewordenen Kräfte werden seitdem für den Aufbau eines denkfähigen Gehirns angelegt. Und seitdem auch geht der Mensch aufrecht.

Dies einmal angenommen, wird auch klar, daß der Mann ein wenig mehr als das Weib von diesen neuen Aufbaukräften mitbekommen hat. Er ist ja mit deutlicher weniger Reproduktivität belastet, körperlich und seelisch. Er kennt keinen Eisprung, keine Menopause, keine Schwangerschaft und keine Wochenbett-Depression. Er ist etwas weniger Geschlechtswesen geblieben als das Weib. Und es ist kein Widerspruch, daß von diesem Mehr an freigewordenen Kräften sowohl sein Gehirn als auch sein übriger auf Selbsterhaltung angelegter Körper profitiert.

Daraus folgt zwanglos, daß der Mann, mehr als das Weib, sowohl hoch ins Geistige streben als auch tiefgehend die Erde beackern kann. Das Weib ist sozusagen mehr Mittelmaß. Als es in der Genesis hieß: "Macht euch die Erde untertan!", da war in erster Linie der Mann gemeint.

Und das ist ebenso der Grund dafür, daß Gott, da er Mensch wurde, als Mann in Erscheinung trat. Er kam aus höchsten Höhen und er stieg - zwischen Kreuzigung und Auferstehung - in tiefste Abgründe. Bevor er seine Mission antrat, arbeitete er als Zimmermann. Das ist ein typisch männlicher Beruf und eigentlich nichts für die Weiber. Es sind schwere Balken zu befördern, und es sind größere Werkzeuge zu benutzen als etwa in der Möbeltischlerei. Es ist sinnvoll, daß Jesus Christus solcherart eingebunden wurde in die Erdenschwere.

Dem anthroposophisch Gebildeten erscheinen diese Annahmen - für ihn sind es Gewißheiten - als keineswegs ungerecht. Darin hindert ihn schon die Annahme bzw. Gewißheit der Wiederverkörperung, denn der Mann ist das Karma des Weibes, und umgekehrt. Das heißt: Mann und Weib wechseln in der Folge der Verkörperungen ab, in der Regel jedenfalls. Und so wie es Tage gibt, da man weniger wach und eher schläfrig ist, weil man unbewußt mit der Regeneration seines Leibes beschäftigt ist, so gibt es Verkörperungen, wo man als Weib zur Welt kommt und die Voraussetzungen zur physischen Reproduktion mitbringt, also mehr mit sich selbst beschäftigt ist.

Ich resümiere: Der wahre Mensch ist männlich. Das wird sich auch nicht ändern lassen, solange der Geschlechter-Dimorphismus besteht.

Für die Tiere gelten bekanntlich nicht unbedingt die gleichen Gesetze. Wir wissen, daß bei den niederen Tieren, darunter den Parasiten, regelmäßig die Weibchen größer sind als die Männchen - insofern also die "wahren" Exemplaren ihrer Gattung darstellen -, während es bei den höheren (und meist schöneren) Tieren regelmäßig umgekehrt ist. Was das zu bedeuten habe, das muß uns jetzt nicht beschäftigen.

5. Der Feminismus ist ein Angriff nicht auf den Mann allein, sondern auf den Menschen.

Unsere Gynokratie ist darauf angelegt, den Menschen zu bekämpfen. Wer aber den Menschen bekämpfen will, der muß den Mann bekämpfen. Der von Erhard Eppler verantwortete Grundsatz "Wer die menschliche Gesellschaft will, muß die männliche überwinden", ist ein zutiefst unmenschlicher und zynischer Satz. Er ist von abgründigerer Dämonie als alles, was im Nationalsozialismus gesprochen und gewollt wurde.

Tiefer Denkende werden sich fragen, warum ein solcher Angriff auf den Menschen ausgerechnet unserer Gegenwart vorbehalten blieb. Eine Erklärung bietet sich an in der Idee des Antichristen. Darüber konnte im Mittelalter noch gesprochen werden; je näher der Antichrist herankam, desto mehr verstummte das Reden über ihn. Noch um 1900 hat es einer gewagt: Wladimir Solowjew ("Kurze Erzählung vom Antichrist", 1900).

Solowjew rechnete mit seinem Erscheinen auf hundert Jahre später, das heißt auf unsere Gegenwart. R.Steiner hat dies bestätigt und die Erscheinung des Antichristen als notwendiges Gegen-Ereignis zur etwa gleichzeitigen Wiederkunft des Christus im Umkreis der Erde bezeichnet. Das bedeutet, daß wir nicht nur eine Bedrohung, sondern auch eine Chance erleben. Darum gilt der Ruf nach menschlicher Bewährung heute mehr als jemals zuvor. Frage ein Jeder nicht: Was tun die Anderen? sondern: Was tue ich selbst?

Aus besagten Gründen wird heute mehr gelogen als je zuvor. Lügen sind nicht einfach nur Unrichtigkeiten, sondern vielmehr Verzerrungen von Wahrheiten: Höheres wird herabgedrückt, gegeißelt und dornengekrönt; Niederem wird das Priestergewand umgelegt, um das Geheiligte zu entweihen. So geschehen mit der Zulassung der Ehe für Homosexuelle.

In unserer Gynokratie geht es nicht darum, unrechtmäßig Unterdrückte zu befreien und Leidende zu entlasten. Das sind die falschen Priestergewänder. Es geht um die Zerstörung des Menschen, und damit - zunächst "nur" - des Mannes. Dann aber wird die Zerstörung des Menschen weiterschreiten und tendenziell auch alle diejenigen erfassen, die von der Zerstörung des Mannes eine Zeitlang profitieren konnten.

6. Nicht verzagen!

Lassen wir uns, aller düsteren Wolken zum Trotz, die Heiterkeit nicht nehmen. Ich habe für Sie, lieber Leser, noch etwas Lustiges reserviert, das sind zwei Sätzen aus dem hier besprochenen Buch. Zunächst der erste Satz:

Während der Mann selbst heute noch auf körperliche Schönheit der Frau achtet, wertet die Frau jene Eigenschaften viel höher, die im Zuge der Menschwerdung entstanden sind: Intelligenz und Wille. [S. 115]

Ja klar, macht sucht eben immer das, was einem fehlt. Beim Weibe sind das demnach die inneren Werte. - Aber mit dem zweiten Satz verwandelt unser Autor das Manko geschickt in eine Trumpfkarte:

Ihr Partnerbild vom Mann hat eine viel höhere Entwicklungsstufe erreicht als das primitiv gebliebene Partnerleitbild des Mannes von der Frau.

Das ist doch wohl eine Lektion in verweiblichter Logik! Aber das Buch hat noch mehr davon. Lesen Sie doch einmal selber darin. Antiquarisch ist es spottbillig zu erwerben.

7. Resümee: Ob das Weib ein entarteter Mann sei, oder umgekehrt.

Für Knußmann gilt, wie wir jetzt sicher wissen, das Zweite. Und das wiederum läßt sich zweifach interpretieren:

Wie dem sei, unser Autor hat seine Thesen biologisch begründet. Es ist ein bemerkenswertes Zusammentreffen, daß genau im selben Jahre, nämlich 1982, der Essai The Future - If There Is One - Is Female von Sally Miller Gearhart erschien, in welchem die Autorin die Reduktion des männlichen Anteils auf 10 % der "menschlichen Rasse" fordert. Und zwar in vollem Ernst. Für Knußmann gilt diese Ernsthaftigkeit, wie er selbst erkennen läßt, nicht in dem Maße:

Mit meinem Buch möchte ich keineswegs in einen fanatischen Geschlechterkampf eintreten. [...] Aber es schadet in unserer immer noch männlich bestimmten Gesellschaft nicht, wenn "der Mann" einmal einen Dämpfer bekommt.

[...] Ich habe dazu bewußt eine provokative Form gewählt - eine nicht auf Fachbiologen, sondern auf weite Laienkreise zugeschnittene Verpackung wissenschaftlich gut fundierter Grundaussagen, gewürzt mit der einen oder anderen sprachlichen Spielerei und nicht in jedem Satz als reine Naturwissenschaft zu nehmen.

Nun aber gibt es heute Menschengruppen, die gar nicht erst als "Fehlgriffe der Natur" bezeichnet werden müssen, um ihrer Zuschreibungen wegen heftige Proteste auszulösen. Knußmann bekam das selbst zu spüren, nachdem er - in einer seinerzeit durchaus noch üblichen Weise - Juden und Negern gewisse Merkmale, und dabei keineswegs eindeutig nachteilige, zugeordnet hatte. In einem Spiegel-Artikel vom 12.05.1997 schrieb die Autorin Renate Nimtz-Köster hierzu:

Betrübt und verständnislos sitzt der Professor indessen vor den Stapeln von Protestschriften, Zeitungsberichten und Anfragen an den Senat, die sich mittlerweile angesammelt haben: "Es tut weh, in die rechte Ecke gestellt zu werden, wenn man sich selbst immer eher links gesehen hat."

Ich kann mir gut vorstellen, daß in nicht zu ferner Zeit auch die - ernsthaften oder auch weniger ernsthaften - Männerhasser in die Schußlinien geraten, die weiblichen wie die männlichen. Das möchte ich zu bedenken geben. Ob eine späte Verfolgung wünschenswert sei, ist eine andere Frage.

Noch aber sieht es nicht danach aus. Brautmeiers Rechtsanwälte äußerten sich in ihrem Plädoyer vom 3-5-2013 wie folgt:

Es ist hingegen nicht gesetzliche Aufgabe der Beklagten, irgendwann in der Vergangenheit getätigte Äußerungen, die aktuell nicht allgemein zugänglich sind, repressiv zu untersagen.

Nun, diese "in der Vergangenheit getätigten Äußerungen" sind sehr wohl allgemein zugänglich. Gerade das wüsteste aller misandrischen Pamphlete, das SCUM-Manifest der Valerie Solanas, erlebt ständig neue Auflagen, auch in deutscher Sprache. Und auch Bücher wie das von Knußmann sind zumindest noch antiquarisch jederzeit erhältlich. Die Rede vom Jugendschutz ist eine der zynischsten aller Lügen.


MannPassAuf! Wider die Greuel
von Matriarchat und Gynokratie.