MannPassAuf! Wider die Gräuel
von Matriarchat und Gynokratie.

Vom Vater über den Großen Bruder zum "warmen Bruder". 21-11-2010

Bild rechts:

Vatermord und inzestuöse Erhöhung der Mutter als "Befreierin" in Eugène Delacrois' "Die Freiheit führt das Volk".

Die Ordnung des Vaters, das Patriarchat, war eine vertikale Ordnung. Ihr Sturz schuf die horizontale Ordnung der Brüder.

Das Ideal der Brüderlichkeit, wie es hervortrat mit der Französischen Revolution, war gekoppelt mit dem Ideal der Gleichheit und mit dem Ideal der Freiheit - vom Vater. Doch diese Revolution führte in den Bürgerkrieg, einer der grausamsten Schlächtereien auf Gegenseitigkeit, die es im Okzident bis dahin gegeben hatte.

Schon der biblische Brudermord von Kain an Abel weist den Ursprung aller Kriege aus als die Folge einer verlorenen Hierarchie. Das behauptet jedenfalls Valentin Tomberg in seinen "Großen Arcana des Tarot":

Es ist dies auch die allererste Revolte, die es in der Welt gab, der Archetyp (das "Urphänomen" Goethes) von allen späteren Revolutionen, die stattgefunden haben und die in der Menschheitszukunft stattfinden werden. Denn die eigentliche Ursache aller Kriege, aller Revolutionen - kurz: jeglicher Gewalttätigkeit - ist immer die gleiche: die Verneinung der Hierarchie. (S.14f.)

Wenn dies wahr ist, dann beweist es, daß Brüderlichkeit - in der Folge des Vatersturzes - ein falsches Ideal darstellt, nämlich ein Idol. Bestes Beispiel ist der Große Bruder in George Orwells Roman "1984", einer Vision des Stalinismus. Dieser "Große Bruder" ist seiner Vorbildlichkeit nach ein Vater, aber ein konstruierter Vater, den niemand gesehen hat, und der, als Element einer Gleichheits- oder Brüderlichkeits-Ideologie, ein schlechthin unmenschliches, liebloses und lügenhaftes Regime errichtet. Schwerlich kann ein Vater dermaßen lieblos sein wie rivalisierende Brüder es sein können!

Nicht zufällig aber tritt mit der französischen Revolution und ihrem Idol der Brüderlichkeit auch die Freiheit in Weibsgestalt auf. So hat sie Eugène Delacroix in seinem bekannten Bild von der "Freiheit, die das Volk anführt", dargestellt - mit nackten Brüsten! Das ist nun nicht mehr die Freiheit des Christenmenschen, der in Einsamkeit dem Ruf des Vaters folgt, oder auch nicht. Das ist eine Mutter-Gottheit des kollektiven Blutrausches und der sexualisierten Mordlust, die heute, mit kälterem Atem, weiterlebt als Inspiratorin des Massenmordes an Ungeborenen.

Mag sein, daß Delacroix seinerseits an die Bauerstochter Jeanne d'Arc gedacht hat, welche den Befreiungskrieg gegen die Engländer zum siegreichen Ende geführt hatte. Die war allerdings gottgläubig und keineswegs vatermörderisch; und sie erbrachte ein Opfer, nämlich sich selbst, anstatt, wie die "Freiheit" in der Französischen Revolution, unzählige Opfer des Hasses zu fordern, und diese auch noch in den eigenen Reihen!


Nun also ist die vertikale Ordnung zwischen Vater und Sohn ersetzt durch eine horizontale (Un-)Ordnung, nämlich der Verbund unter Gleichen, insofern von Brüdern. Von daher kommt der Gleichheits-Fetisch, der fortan den Sozialismus bis in seiner feministischen Variante, ja in seiner animal-liberation-Bewegung bestimmt. Ungleichheit ist jetzt Unterdrückung; ist Kollektivschuld der Väter, die als künstliche Dämonen weiterleben und ingestalt alles Männlichen unterdrückt werden müssen.

Doch was ist mit der Mutter? Ist die nicht auch vertikal zu ihren Söhnen positioniert? Vertikal schon, aber nicht oben, sondern unten. Während der Vater das Gewissen öffnete und seine Söhne in ihrer geistig-schöpferischen Potenz befreite, "befreit" - besser: entfesselt - die Mutter die Zone unter der Gürtellinie. Das ist zunächst sehr angenehm, später schmerzhaft, ja tödlich. Umgekehrt ist die Initiation durch den Vater anfangs schmerzhaft, später bereichernd, und gewährt - was allerdings noch zu erläutern wäre - Unsterblichkeit.

Somit sind wir angehalten, zwei völlig verschiedene Freiheitsbegriffe zu unterscheiden. Vom matriarchalen und sozialistischen Standpunkt aus ist das Verhältnis des Menschen zum Vater bzw. zu Gott ein solches der reinsten Sklaverei. - Vom patriarchalen Standpunkt dagegen ist vielmehr sein Verhältnis zur Muttergottheit ein solches der zerstörerischen Rausches, des Triebzwanges, der Sucht, ganz allgemein gesagt: der "Abhängigkeit", also ebenfalls der Sklaverei, aus der einen zuletzt nur noch, wenn überhaupt, der Arzt, der Psychotherapeut oder der Priester befreien kann. Es ist eine Krankheit zum Tode, anfangs lustbringend, letztlich zerstörend.


Mit der Befreiung durch die Mutter, diesem Vorgang, den Delacroix in seinem Revolutionsbild so aufreizend dargestellt hat, verändert sich auch die Sexualität. Sogar die Homosexualität wird eine völlig andere: Der warme Bruder wird gesellschaftsfähig. Bedenken wir: Der "Große Bruder" in Orwells Stalinismus-Vision war ja noch fast wie ein Vater, zwar nur als Bild real, aber als solches immerhin "vorbildlich". Der ist gewissermaßen eine Übergangserscheinung. Hingegen der "warme Bruder" - soll ich "warme" groß schreiben? -, also der Warme Bruder ist ein reines Mutterprodukt. Er ist weibisch.

Es sollte aber vielmehr beachtet werden, daß die (männliche) Homosexualität zwei völlig verschiedene Gesichter hat, je nachdem, welchen Ursprungs sie ist. Bei den Spartanern war sie eigentlich übersteigerte Männlichkeit. Es hieß, man müsse die Krieger paarweise aufstellen, in Liebespaaren. Das würde ihre Kampfkraft erhöhen, denn der eine würde sich unmöglich vor dem anderen blamieren wollen. Ähnlich müssen die Athener die Homosexualität bewertet haben. In Platons "Gastmahl" lesen wir nämlich, wie der schöne Alkibiades mit den Worten höchster Bewunderung die soldatischen Tugenden des Sokrates preist, und wie diese Bewunderung ihn veranlaßt habe, sich zu dem nunmehr alten, häßlichen Mann aufs Bett zu legen und um seine Gunst zu werben. Vergeblich übrigens: Sokrates war ein Meister der Selbstbeherrschung.

Wenn wir dagegen das heutige, krass konträre Ideal der Homosexualität kennenlernen wollen, dann sollten wir zum Beispiel Dieter Otten lesen. Im folgenden Abschnitt zitiere ich der Einfachheit halber eine Pasage aus meiner Rezension seines Buches "MännerVersagen". Otten meint, daß wir von (verweiberten) Homosexuellen viel zu lernen hätten:

Man muß einfach die Chance sehen, die sich eröffnet, wenn man weibliche Verhaltenselemente innovativ in die Männerrolle integriert und Männern so die Möglichkeit gibt, ihr eigenes Verhalten im Wege der Normübernahme, der Verinnerlichung und der Verhaltensadaption zu verändern. (S.318)

Denn der Versuch, Jungen zu Sitzpinklern zu erziehen, ist, wie Otten richtig feststellt, gescheitert. Die Jungen haben einfach nicht einsehen wollen, daß das Sitzpinkeln für sie gut sei. Was hilft? Das Vorbild einer "nennenswerten Referenzgruppe", wie Otten sich ganz soziologisch ausdrückt, nämlich die der Homosexuellen.

Es gibt eine Reihe von Männern, die zeigen, daß es auch anders geht. Sie sind damit ein alltägliches Vorbild und Innovationsträger. (S.319)

Der Missionseifer, den Otten hier an den Tag legt, ist beinahe erschreckend:

Diese Emanzipation geht sicher nicht ohne eine proaktive Bekämpfung der Vorurteile gegenüber Homosexuellen vonstatten, insbesondere nicht bei jungen Männern. (S.326)

Grenzüberschreitungen sind notwendig, wenn wir etwas für die evolutionäre Innovation des Männlichen tun wollen. Männer müssen akzeptieren, daß man auf verschiedene Weise Mann sein kann.

So etwas zu akzeptieren verlangt auch, es zu propagieren. (S.327)

Dabei beruft Otten sich u.a. auf die Autorinnen Faith Popcorn und Lys Marigold, welche diesen Innovationstrend mancipation nennen. Damit ist gemeint,

daß sich nach den Frauen nun auch die Männer zu emanzipieren begännen. Natürlich nicht von der Macht oder Vorherrschaft der Frauen (was die Analogie zur Frauenemanzipation wäre), sondern von ihrem eigenen Männlichkeitsbild [...] (S.320)

Ist Ihnen, lieber Leser, die Ungeheuerlichkeit dieses Anspruches bewußt? Stellen Sie sich vor, wir Männer würden uns von den Frauen emanzipieren und dann, um das Werk komplett zu machen, auch noch eine Emanzipation der Frauen fordern - von sich selbst. Und das mittels proaktiver Bekämpfung der Vorurteile und mittels Grenzüberschreitungen. Da wäre aber der Teufel los!


Soweit das Zitat aus meiner Rezension.

Vergleichen wir die beiden Arten der Homosexualität, nämlich die der Antike, und die nach der Vorstellung Ottens, so stellen wir fest, daß jene zum Vorbild die Männlichkeit hat, diese aber die Weiblichkeit. Die Griechen wollten die Männer auf diese Weise mannhaft, das heißt kriegstüchtig, ehrbar und lebenstüchtig machen. Entscheidend war der Vorbehalt gegenüber dem Weiblichen.

Otten hingegen - ich nehme ihn hier nur als Sprachrohr des Zeitgeistes - will die Männer verweibern. Das "MännerVersagen", wie er sein Buch überschreibt, ist ihm ein Ereignis, dem er nach Möglichkeit zum Endsieg verhelfen will. Sein Ideal ist der Geist-Kastrat, dessen Körper in Widerspruch zu seinem Bewußtsein steht.

Ein zweiter Unterschied fällt auf. Bei den Griechen stand die Päderastie in höherem Ansehen als die Homosexualität zwischen Männern - wenn wir von der Paarliebe der jungen Krieger einmal absehen. Allein die Päderastie galt als kulturförderlich, weil als selbstverständlich angenommen wurde, daß die Liebe des alten Mannes zum Knaben seinen "pädagogischen Eros" beflügelte. Die Knabenliebe aber steht in der vertikalen Ordnung.

Heute hingegen gilt die Päderastie als extrem schädlich und bestrafungswürdig; dafür gilt die Homosexualität zwischen Erwachsenen als Zukunftsmodell männlicher Sexualität überhaupt. Letztere aber ist horizontal - also weiblich - orientiert.

Wie ist eine so verschieden, ja konträre Bewertung möglich? Können beide Auffassungen zugleich "richtig" sein? Die Antwort hängt davon ab, welche Kulturform man bevorzugt. Wer sich die altgriechische Hochkultur, wohl der Gipfel in der Kulturgeschichte überhaupt, zum Vorbild nimmt, wird es auch so handhaben müssen, wie die Griechen es taten - sofern dafür heute überhaupt noch die Voraussetzungen bestehen. Wer letzteres bezweifelt, oder wer die Verweiberung des Mannes für erstrebenswert hält, der wird jede Vertikalität, jede Hierarchie, jede natürliche Unterschiedlichkeit zwischen Menschen verteufeln und bekämpfen.


Zum Schluß sei die Frage aufgeworfen, ob die Verweiberung des Mannes Schicksal sei. Ich sage: Nein! Denn Gott hat es gewiß nicht so gewollt. Der Sturz der hierarchischen Ordnung kommt nicht von Ihm. Das ist Menschenwerk. Wir können zwar resignieren, aber wir müssen es nicht. Damit will ich nicht sagen, daß wir nun ausgerechnet die altgriechische Päderastie wieder institutionalisieren müßten. Vielmehr gilt es, jede Form der "Horizontalisierung", der Ent-Hierarchisierung, entschieden Widerstand entgegenzusetzen, also auch die Institutionalisierung der verweibernden Homosexualität zu ächten.

Denn die "Homo-Ehe" dient ja nicht wirklich der "Befreiung" unterdrückter Begierden. Das allein wäre zwar schon schlimm genug. Sie dient vielmehr der Verhöhnung der wahren Ehe und der Entfremdung des Menschen von seinem göttlichen Urbild; seiner Vertierung, die er, anders als das natürliche Tier, nicht dauerhaft überleben kann. Es würden Katastrophen eintreten, die alles Bisherige in den Schatten stellen, sozusagen Französische Revolution permanent und global.

Soweit müssen wir es nicht kommen lassen. Die Apokalypse ist nicht Schicksal, zumindest nicht für uns Alle.


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