MannPassAuf! Wider die Greuel
von Matriarchat und Gynokratie.

20 Tage Erzwingungshaft in Köln. 3-8-2014

Gefängniszelle in der JVA Köln

 

Bild links:

So ähnlich sah es in meiner Zelle aus. Allerdings ohne Fernseher. Auch eine Uhr stand mir nicht zur Verfügung.

 

 

Ich bin meines Wissens der erste deutsche Staatsbürger, der wegen Verunglimpfung des besseren Geschlechts ins Gefängnis gekommen ist. Mit meiner Feminismuskritik habe ich den Anlaß gegeben zur Schaffung eines neuen Rechtstatbestandes: Frauen in Deutschland, mit 51 % Anteil das dominierende (und in den Medien das omnipräsente) Geschlecht, sind in den Rang eines verunglimpfungsfähigen Teiles der Bevölkerung im Sinne des § 130 StGB bzw. des § 4 JMStV (1) 3. erhoben und insoweit mit den Juden gleichgestellt worden.

Es ist höchst seltsam: Ein Gesetz, das ursprünglich dem Schutz von Minderheiten diente, wird nunmehr angewandt zum Schutz einer Mehrheit. Denn Männer, in diesem Falle eine knappe Minderheit, genießen diesen Schutz weiterhin nicht. Sie bilden keinen Teil der Bevölkerung im Sinne dieses Gesetzes. Das erklärt, warum etwa Valerie Solanas' Manifest zur Vernichtung der Männer, eine Haß- und Programmschrift, die Adolf Hitlers Mein Kampf an Konsequenz und Schärfe des Tons bei Weitem übertrifft, bei uns nach wie vor gedruckt und verkauft werden darf, und zwar durch einen deutschen Verlag in deutscher Sprache.

Wie aber verträgt sich das mit der Forderung nach Gleichberechtigung? Nach wie vor haben die Vertreter des angeblich besseren Geschlechts das Recht, gegen Männer in Sport und Spiel zu gewinnen, sie in der Anmeldung von Patenten und in technischen Innovationen sowie im unternehmerischen Leistungswillen zu übertreffen. Doch merkwürdigerweise machen sie von diesem Recht keinen überzeugenden Gebrauch. Und dies trotz eines Zusatzes in Art. 3 GG, der besagt:

Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Doch es scheint, daß eine Politik und Rechtsprechung, welche 51 % der Bevölkerung tatsächlich bevorrechtigt, nicht in der Lage ist, die conditio humana außer Kraft zu setzen. Zwar sind in der Schule die Mädchen jetzt "besser" geworden, doch werden sie im weiteren Lebenslauf meist trotzdem abgehängt, zumindest auf den Feldern, wo Leistung unter Beweis zu stellen ist.

Dies ist eben der Skandal, mit dem der Staatsfeminismus, die Gynokratie, nicht fertig wird. Die Möglichkeit, daß "Benachteiligungen" auch ganz natürliche Gründe haben können und Mann und Frau gerade durch ihre Verschiedenheit zur Ergänzung bestimmt sind, wird gar nicht mehr in Betracht gezogen. Um diese Blindheit zu kaschieren und die falsche Doktrin zu verewigen, wird nunmehr selbst die Meinungsfreiheit noch weiter eingeschränkt, das heißt, der öffentliche Diskurs wird als Volksverhetzung und Jugendgefährdung deklariert.

Die Umstände, die zu meiner Inhaftierung führten, können Sie in vorherigen Artikeln dieser Netzseite sowie hier nachlesen. Im Folgenden will ich nur über die Haftzeit berichten sowie über die Gedanken, die mir dabei gekommen sind.

 

Haftbedingungen und Verlauf.

Am Dienstag, dem 15. Juli 2014, traf ich den Polizisten, der mich freitags zuvor über den Haftbefehl unterrichtet hatte, wie vereinbart vor dem Parkplatz meiner Straße in Bonn. Im Auto nahm ich neben ihm auf der hinteren Sitzbank Platz; meine Tasche mußte ich auf dem Beifahrersitz ablegen. So ist es Brauch. Während der Fahrt konnte ich mich ungezwungen mit ihm unterhalten, unter Anderem über den polizeilichen Arbeitsalltag.

In der JVA gab es ein erstes kurzes Aufnahmegespräch. Ich mußte mich an die Wand stellen, von hinten abtasten lassen und dann meine Tasche sowie den gesamten Inhalt meiner Jacken- und Hosentaschen, auch das Taschentuch (!) zurücklassen, nur meine zwei Lesebrillen nicht. Dann wurde ich eingesperrt in die Zelle 226 in Haus 1.

Diese Zelle ist etwa 4x2 Meter groß und enthält ein Bett, Tisch mit Stuhl, Klo mit beweglichem Sichtschirm, und ein winziges Eckwaschbecken ohne Ablagemöglichkeiten, darüber ein Blechspiegel. An der Wand über dem Tisch ist eine dick überglaste Leuchtstoffröhre angebracht. Zum Lesen ist das ungünstig, weil die Lampe blendet. (Vermutlich ist von einer Anbringung an der Zimmerdecke deswegen abgesehen worden, weil die Gefahr besteht, daß der Insasse sich daran aufhängt. Die Suizidgefahr ist hier sehr hoch.) Neben dem Lichtschalter befindet sich auch eine Geräte- und Antennensteckdose.

Als Erstausstattung, die ich selber hochtragen mußte, erhielt ich Bettwäsche, Handtuch, Eßgeschirr (Tasse, Kanne, Blechnapf), Eßbesteck (Löffel, Gabel; Messer mit verbogener Klinge, nicht zum Schneiden geeignet), sowie Zahnbürste und Zahnpasta. Täglich mit der Ausgabe des Abendessens um 14 Uhr 30 (!) kommt auch ein Wagen mit einigen täglichen Gebrauchsartikeln vorbei: Klopapier, Seife, Rasierseife, Einwegrasierer (nur gegen Rückgabe des alten Rasierers!), Schreibpapier, Briefumschläge, Kugelschreiber, einige gebrauchte Bücher.

Nicht ausgegeben werden Taschentücher, Deodorants, Mittel zum Haare- und Nägelschneiden, Hautcreme, Spülmittel. Zum Naseputzen und zum Auswischen des Blechnapfes muß man das ohnehin schon dünne Klopapier benutzen. Ebenfalls sind Teller hier unbekannt. Brote werden auf der Handfläche gestrichen, Brötchen mit den Händen zerteilt, weil ja das Messer nicht schneidet.

Das Essen ist, abgesehen von den ungewöhnlichen Ausgabezeiten, insgesamt zufriedenstellend. Wunschgemäß bekam ich sogar vegetarische Nahrung zugeteilt. Zum Trinken wird Tee ausgegeben - niemals Kaffee -, in regelmäßigen Abständen auch Tüten mit H-Milch und mit Kakaogetränk.

Wer Geld mitgebracht hat oder es von auswärts erhält, dem steht über Einkaufsscheine ein riesiges Angebot an Nahrungs-, Genuß- und Kosmetikartikeln zur Verfügung. Die Liste enthält etwa 1.400 Artikel, darunter - kurioserweise - 68 verschiedene Backzutaten sowie reine Damenartikel wie Lippenstifte, Lidschatten, Nagellack, Wimperntusche, Frauenzeitschriften, Damenrasierer, kein Vibrator, aber Batterien. In einem Artikel der Gefangenen-Zeitung "Aufschluss" 1/2014 beklagt ein Autor:

Bei der letzten GMV-Sitzung ging es hauptsächlich (LEIDER) um das von Frauen in unserer Gruppe angeregte Thema Kosmetik. Ich selber habe noch nie erlebt, daß man(n), Frau, sich eineinhalb Stunden mit dem Thema Lippenstift und Wimperntusche auseinandersetzen kann.

Apropos Frauen: In derselben Ausgabe beklagt sich eine Autorin, die über den gelungenen Auftritt einer Männer-Band nur für Frauen berichtet, wie folgt:

Die Stimmung war wirklich super, bis zu dem Zeitpunkt, als einige Frauen sich nicht unter Kontrolle hatten und anfingen sich zu prügeln.

Für mich, dem Autor der Netzseite Schlägerinnen-Stopp!, kommt das nicht überraschend.

Täglich gibt es eine Freistunde, d.h. man wird, wenn man dies anmeldet, auf den Innenhof gelassen. Dort kann man mit anderen Häftlingen reden. Die meisten von ihnen laufen, oft paarweise oder zu dritt, im Kreis herum; andere hocken sich auf den Rasen oder lehnen sich an die Mauer. Einmal habe ich - nur aus Neugier - am Hofgang teilgenommen, doch meine Versuche der Kontaktaufnahme erwiesen sich als wenig ergiebig. Es handelte sich um Strafgefangene, die keineswegs abweisend reagierten, aber überwiegend kaum Deutsch verstanden. Andere wirkten stumpf oder resigniert. Ich selber resignierte an meiner Absicht, sie aufzumuntern.

Weitere Abwechslungen gibt es in Haus 1, mit Ausnahme der Gemeinschaftsdusche freitags und montags, nicht. Wer nicht am Hofgang teilnimmt, befindet sich hier in Isolationshaft. Er ist ausgeschlossen von allen Freizeitangeboten, Sport, Besuch der Gemeinschaftsräume, Bibliotheksausleihe, Gottesdiensten. Anträge werden nicht beantwortet. Immerhin brachte mir ein freundlicher Wärter schon am zweiten Tag ein etwas kaputtes Transistorradio. Auf eine Uhr mußte ich verzichten, sodaß ich die Zeit nur über die Nachrichten sowie über den Schattenwurf der Gitterstäbe ermitteln konnte. Eine Bibel erhielt ich gar erst am zehnten Tag!


Und damit komme ich zum kritischen Teil meiner Erzählung. Warum war ich überhaupt untergebracht in Haus 1? Es soll sich um eine Wartestation handeln, wo alle Gefangenen untergebracht werden, für die der vorschriftsmäßige Platz nicht frei ist.

Das wirft zwei Fragen auf.

Erstens: Muß ich, als Erzwingungs-, also Zivilgefangener, überhaupt die Haft antreten, solange ein vorschriftsmäßiger Platz nicht frei ist? Die Angestellten, die ich befragte, bejahten das. Aber ihre Auskünfte waren in anderen Dingen widersprüchlich. Wie ist es denn mit den Abschiebehäftlingen, die jetzt, aufgrund einer BGH-Entscheidung, in vorschriftsmäßige Einrichtungen verlegt worden sind? Vielleicht sollte auch ich einmal den Klage- oder Beschwerdeweg beschreiten!

Zweitens: Stimmt es überhaupt, daß kein vorschriftsmäßiger Platz für mich frei war? Die Erzwingungshaft hat zum Ziel, den Willen zu brechen, mit der Möglichkeit, die Haft jederzeit durch Zahlung zu beenden. Zu diesem Zweck kam sogar, am dritten Tag, ein Mann zu mir, der, wie er sagte, beauftragt ist, meine vorzeitige Entlassung in die Wege zu leiten - natürlich nur, wenn ich mich zur Zahlung verpflichte. Liegt es da nicht nahe, gerade einem Erzwingungshäftling den Aufenthalt so unangenehm wie möglich zu machen?

Und noch etwas Anderes habe ich nachzutragen. Am Morgen des zweiten Tages wurde ich aus meiner Zelle herausgeholt und mit anderen Gefangenen zuerst in einen kahlen Raum, dann in einen Korridor gesperrt. Sechs geöffnete Zellen waren einsehbar; sie enthielten jeweils nichts als eine Klapp-Pritsche, zu kurz, um sich darauf hinzulegen. Dieser Anblick erinnerte mich fatal an einen Besuch des KZ Sachsenhausen, wo ich Ähnliches gesehen hatte. (Mein Vater hat dort 9 Jahre zugebracht.) Der Wärter ließ sich für lange Zeit nicht mehr blicken. Was wäre, wenn Gefangene in Panik geraten und eine Schlägerei auslösen würden?

Irgendwann gab es Bewegung; nach und nach wurden wir in ein Büro gerufen. Hier fand meine zweite und gründlichere Erfassung statt. Wieder mußte ich mich an die Wand stellen, wurde von hinten an allen Stellen abgetastet, vermessen, fotografiert, und gründlich befragt: nach Vorstrafen, Angehörigen, Krankheiten usw. Bei dieser Gelegenheit erklärte ich auch, warum mir das Bußgeld auferlegt worden war, und daß ich aus Gewissensgründen keineswegs bereit sei, es zu bezahlen. Als ich von der Meinungsfreiheit sprach, die es im Rechtsstaat zu verteidigen gelte und wofür auch Opfer zu erbringen seien, schien der Mann sogar ein gewisses Verständnis aufzubringen. Allerdings behauptete er, daß die Erzwingungshaft unbegrenzt wiederholt könne. Das würde meines Wissens aber einen Rechtsbruch darstellen (vgl. § 96 OWiG).

Ich wollte nun wissen, ob das Strafvollzugsgesetz - für Erzwingungshäftlinge gelten die §§ 171-175 StVollzG - eingehalten würde. Das verneinte der Mann. Zwar dürfe ich meine Zivilkleidung tragen, unterliege keiner Arbeitspflicht, und es würden mir auch keine Haftkosten auferlegt. Aber ich würde mit Strafgefangenen zusammengelegt. Ich fragte: Nach welchem Gesetz? Er sagte, dafür gebe es kein Gesetz; die bestehenden Gesetze seien gut und schön, aber hier würden sie nur eingeschränkt gelten.

Damit wollte ich mich nicht zufriedengeben. Nach einer Weile des Disputs sagte er beiläufig, im Haus 1 wäre ich nicht mit Strafgefangenen zusammen. Ich darauf: Ja, warum komme ich dann nicht in Haus 1? Er nickte still, und damit war die Erfassung abgeschlossen. Ich hatte mich zum Warten auf die Bank zu setzen. Von dort sah ich, wie seine Kollegin mit verstohlen-amüsierter Miene bald auf ihn, bald zu mir herüberblickte. Ich fragte mich: Amüsieren die sich über mein Foto, oder weil sie mich gerade hereingelegt haben?

Etwas weiter von diesem Platz fand die Erfassung der mitgebrachten Sachen statt. Allerdings wurde mir nur ein Teil meiner Sachen ausgehändigt. Ich zähle einmal auf, was ich zurücklassen mußte:

Natürlich gab es auch Sachen, von denen ich nicht erwartete, daß sie mir ausgehändigt würden, nämlich Portemonnaie und Schlüsselbund; ebenso aber auch Antitranspirant und Rasierwasser, denn Flüssigkeiten dürfen grundsätzlich nicht eingebracht werden. (Hier hatte ich es darauf ankommen lassen.) Zumindest aber hinsichtlich der Krawatten war die Verweigerung rechtswidrig, denn Kleidung darf laut Gesetz nicht zurückgehalten werden. Und ich lege nun einmal Wert darauf, zu einem bestimmten Hemd auch die dazu passende, und nicht irgendeine, Krawatte zu tragen.

Ganz offensichtlich also herrscht in der JVA Köln ein nicht unerhebliches Maß an Willkür und Desinformation. Erfreulicherweise kam ich wenige Tage vor meiner Entlassung in den Genuß der schon erwähnten Gefangenenzeitung "Aufschluss", in welcher erstaunlich offen diese und andere Mißstände angeprangert werden. Da wird z.B.der renommierte Jura-Professor Dr. F. Dünkel zitiert:

Den Stand der Zivilisation einer Gesellschaft erkennt man beim Blick in ihre Gefängnisse [...] Da hat Deutschland Nachholbedarf.

Und dies gelte in besonderem Maße für Nordrhein-Westfalen. Ich möchte es mit eigenen Worten sagen: Während in Brasilien die Favelas für jeden Interessierten zugänglich sind, existieren sie in Deutschland hinter geschlossenen Toren und heißen Justizvollzugsanstalten. Dabei hat gerade Brasilien seinen Gefangenen etwas Besonderes zu bieten, nämlich Straferlaß durch Lesen. Demnach, so heißt es, können die Insassen von bisher vier Haftanstalten (Stand: 6-7-2012) ihre Strafzeit um jeweils vier Tage verkürzen, wenn sie innerhalb drei bis vier Wochen einen literarischen Klassiker, ein philosophisches oder wissenschaftliches Werk durchgearbeitet und anschließend einen Bericht in korrekter Orthographie und leserlicher Schrift verfaßt haben. Da zwölf Bücher im Jahr erlaubt sind, kann das somit zu sieben Wochen Straferlaß führen. Und Langeweile kommt dann sicher auch nicht mehr auf.

So besehen ist nicht Brasilien, sondern eher Deutschland, im Besonderen NRW, ein Schwellenland. Und es wird immer schlimmer. Während in den VSA derzeit jeder 120. Einwohner in Haft sitzt, die Tendenz dort aber fällt, steigt sie hier bei uns. Denn mangels bewilligter Mittel degenerieren unsere Gefängnisse immer mehr zu bloßen Verwahr- und Isolieranstalten vom Typ "Haus 1" der JVA Köln. Kein Wunder, daß das Justizministerium schon seit Jahren keine Zahlen mehr zu den Suiziden in deutschen Gefängnissen veröffentlicht. Sie liegen laut dem "Komitee für Grundrechte und Demokratie" zehnmal höher als in Freiheit.

Abhilfe wäre möglich u.A. durch Gewährung eines Internetzugangs. In Norwegen, um nur ein Beispiel zu nennen, ist der Internetzugang für Gefangene, wenn auch gefiltert, der Standard schon seit 2010. In Köln aber ist selbst das Telefonieren mit dem Anwalt "nur in dringenden Ausnahmefällen möglich", wie die Anstaltsleitung erklärt.

Was können wir tun? In einem bekannten Kirchenlied von Paul Gerhardt (1607-1676), das in meiner Schulzeit oft gesungen wurde, heißt es:

Mit Sorgen und mit Grämen
und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen,
es muss erbeten sein.

Das gilt auch für den demokratischen Rechtsstaat. Der lebt nicht von der passiven Unzufriedenheit, sondern von den klar formulierten Anliegen und Anstößen seiner Bürger. Bloße Vorwürfe werden von den derzeit Verantwortlichen, die selbst oft resignieren, nur müde lächelnd zur Kenntnis genommen. Im Übrigen ist zuviel Staat auch nicht gut. Wir sollten daher eigenverantwortliche Initiativen unterstützen, so etwa das "Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V.", welches Gefangene u.A. mit Wunschbüchern, Zeitungsabonnements, ja sogar mit Schreibmaschinen versorgt, sofern die Spendenmittel reichen.

 

Und das Licht scheint in der Finsternis.

Ich muß zugeben, daß zumindest die ersten Tage für mich weniger angenehm waren als erhofft. Ein wirklich aufklärendes Einführungsgespräch hatte es nicht gegeben, eine Hausordnung war mir nicht ausgestellt worden. Zudem war der Ton einiger Vollzugsangestellter barsch und unfreundlich gewesen. Nachdem ich gegen Mittag eingeschlossen worden war, mangels Uhr und klarem Himmel auch nicht die Zeit bestimmen konnte, beschlich mich während des langen Wartens auf die Dunkelheit gelegentlich die Vorstellung, daß vielleicht ein Rollkommando auf mich zukomme. Vor Allem das plötzliche, unerwartete Öffnen der Tür, verbunden mit lauten metallischen Geräuschen, schreckte mich anfangs auf.

Aber ich will nicht übertreiben. Ein Klaustrophobiker, der nach Einschluß in Panik gerät, bin ich glücklicherweise nicht. Auch unterscheidet sich mein normales Leben nicht allzusehr von dem in der Zelle. Ich lebe in einer Einzimmerwohnung ohne Angehörige und ohne Freundin, und ich gehe bei schlechtem Wetter oft auch nicht raus. Von Natur bin ich Einzelgänger. Meine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben mir keine großen Reisen oder Unternehmungen. Lediglich meine Fahrradfahrten und die Tätigkeit in der Gemeinde bieten mir äußere Abwechslung. Nach etwa einer Woche hatte ich mich in meiner Zelle eingelebt und zählte zwar noch die Tage, aber nicht mehr die Stunden. Mit Radiohören, Lesen und Schreiben konnte ich mich ausreichend beschäftigen.

Doch eine Frage stellt sich: Wie wirkt ein längerer Aufenthalt, also eine Straf- oder Untersuchungshaft, auf das Gemüt? Angesichts der zunehmenden Einschränkung der Meinungsfreiheit und der sich abzeichnenden Verfolgung konsequenter Christen auch in Deutschland muß ich - und sollten viele andere Menschen - mit dieser Möglichkeit rechnen. Die Zahl der Gefangenen nimmt stetig zu!

Hierzu will ich eine andere Überlegung einflechten. Ich habe mich gefragt, warum Jesus in der Gethsemane-Nacht, vor seiner Hinrichtung, Todesangst durchlitt und darum bat, der Kelch möge an ihm vorübergehen. Es gibt doch viele Menschen, Gläubige wie Ungläubige, welche dem Tod, auch dem durch Hinrichtung, gelassen entgegensehen. Ein gutes Beispiel hierfür war Sokrates. Und gerade Jesus hätte als Gottessohn doch nichts zu befürchten gehabt.

Die Ursache scheint mir nicht in der Kreuzigung zu liegen, sondern in der anschließenden sogenannten Höllenfahrt. Dort nämlich begegnete der Gottessohn dem einzigen ihm ebenbürtigen Gegner, dem Satan. Kein Mensch könnte eine solche Begegnung überstehen. Wie ich den Mitteilungen von Steiner und Tomberg entnehme, und wie auch ohnedies leicht einzusehen ist, war es nicht von Vornherein ausgemacht, daß Christus diese Begegnung überstehen würde; die himmlische Welt, so heißt es, hielt den Atem an. Erst der Sieg ermöglichte die Auferstehung, die wir zu Ostern feiern.

Was aber geschah damals wirklich? Eine endgültige Überwindung des Satans war es noch nicht, vielmehr seine Relativierung: Es wurde hell in der Unterwelt! Diese ist seitdem nicht mehr der Hades, angesichts dessen die alten Griechen sagten: "Lieber ein Bettler im Diesseits, als ein König in der Unterwelt", sondern ein Ort, wo es hell geworden ist, oder, je nach Haltung, hell werden kann.

Ich habe mehre Berichte gelesen, denen zufolge dieses Licht auch im Gefängnis aufgetreten ist - zunächst in der Seele eines Gefangenen, dann aber auch von ihm ausstrahlend, den Raum gewissermaßen erleuchtend, und auf Mitgefangene Frieden stiftend. So bin ich froh, im täglichen Austattungswagen ein Buch gefunden zu haben (Wilhelm Busch: Jesus unser Schicksal), das unter Anderen diese Beschreibung enthält:

Ich saß im Dritten Reich mal wieder im Gefängnis - um meines Glaubens willen. Der Anstaltspfarrer hatte mich besucht und gesagt: "Ihre Aussichten sind schrecklich dunkel." Dann war er gegangen. Und ich blieb allein zurück in dieser Zelle. Sie war sehr eng. Ganz oben war ein kleiner Lichtspalt. Es war kalt, und ich fror. Ach, die ganze Atmosphäre, in die ich geraten war, war so grauenvoll kalt. Ich hatte Heimweh nach meiner Frau, nach meinen Kindern, nach meinem Amt, nach meinen Jungen, ich war Jugendpfarrer. Und da saß ich - ohne jede Hoffnung, von diesem Weg runterzukommen.

Als der Abend hereinbrach, überfiel mich eine grenzenlose Verzweiflung. Ich weiß nicht, ob Sie in Ihrem Leben mal an irgendeiner Stelle in wirkliche Verzweiflung geführt worden sind. Das aber war der Augenblick - ich kann es Ihnen nur so bezeugen -, wo der Herr Jesus in meine Zelle trat! Er lebt! Er kann durch verschlossene Türen gehen. Und er tat es und stellte mir sein Sterben am Kreuz vor Augen, wo er für mich als Sünder gestorben ist. Und ich hörte sein Wort im Ohr: "Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe." In dieser Stunde ging ein solcher Strom göttlicher Liebe aus den Händen Jesu über mich hin, daß ich's fast nicht mehr ertrug, daß es fast zu viel war für mein Herz. Und ich begriff: Das ist eine Liebe, die wir nicht verdient haben, auf die wir kein Recht haben, die uns geschenkt wird.

Das entscheidende Moment hierbei ist, daß kein gewaltsamer Akt stattgefunden hat, etwa das Gefängnis gesprengt und die Wärter in die Flucht geschlagen worden wären, sondern daß es von innen erhellt, also umgewandelt worden ist, und damit seine bedrückende Gewalt verloren hat. Man kann einwenden, eine Droge täte das auch. Aber diese verlagert die Gefangenschaft nur auf eine andere, zunächst unerkannte Ebene, wo sie neue, größere Probleme schafft und irgendwann ihren letzten Tribut fordert. Sie ist eine Truglösung, eine Karikatur dessen, was uns der Gottessohn aufgrund seines Opfers zu bieten hat.

Es gab und gibt Menschen, die durch das innere Licht, das sie empfangen haben, auch Licht in Gefängnisse gebracht haben. Und wiederum muß ich zugeben, daß ich zu ihnen bis jetzt nicht gehöre. Was ich tun konnte, war, den wenigen Menschen, denen ich im Gefängnis begegnete, mit Freundlichkeit gegenüberzutreten, zumindest nicht noch durch Nörgelei zusätzlichen Unfrieden zu verbreiten.

Einer der mich beeindruckendsten Berichte handelt von einer Mißhandlung politischer Gefangener. Ein Aufseher verlangte die Aufklärung irgendeines Vorfalls. Nachdem er die Aufklärung nicht erhielt, ließ er die Gefangenen der Reihe nach antreten, um sie durchzuprügeln. Nun aber kehrte einer von ihnen, der soeben geschlagen worden war, gleich wieder zurück, um anstelle des nächsten, der jetzt an der Reihe gewesen wäre, nochmal die Schläge zu empfangen. Das brachte den Aufseher aus dem Tritt. Er brach die Mißhandlung ab.

Einer trage des Anderen Last. Anscheinend kann diese Haltung Wunder bewirken.

 

Das Ende der Schande.

So wenig ich die Frauenbewegung in ihren Zielen billigen kann, so sehr bewundere ich den Mut und die Opferbereitschaft mancher ihrer frühen Vertreter, etwa der Souffragetten. Sie haben das Gefängnis nicht gescheut, und sie sind sogar in den Hungerstreik getreten, ungeachtet bleibender Gesundheitsschäden. Und selbst die Feministin Alice Schwarzer hat einigen Mut bewiesen, als sie, im Anschluß an die Tat einer Penis-Abschneiderin, in ihrer Zeitschrift "Emma" zu schwerer Körperverletzung an Männern aufrief. Das war, da sie damals bereits über politischen Einfluß verfügte, echte Volksverhetzung. Es war riskant. Aber sie ist damit durchgekommen.

Nichts dergleichen finde ich auf der Seite der Feminismuskritiker, Antifeministen und Männerrechtler. Gewiß, mit einem Aufruf zu schwerer Körperverletzung an Frauen hätten wir nicht die geringste Chance. Wer das wagt, den würde der gynokratische Machtapparat umgehend ausschalten. Gleichberechtigung ist eben immer noch identisch mit Frauen-Bevorrechtigung. Wo Männer aber tatsächlich eingesperrt wurden zufolge ihrer Verteidigung berechtigter Anliegen, da liegt diesen Vorgängen, soviel ich weiß, eher ein allzu riskantes oder ungeschicktes Verhalten zugrunde, bisweilen auch einfach ein Verlust der Selbstbeherrschung. Jedenfalls hatten sie wohl nicht vor, in freier Wahl ein Opfer zu erbringen.

Ich habe diese Verzagtheit immer als eine Schande für unsere Bewegung empfunden, und mich nicht damit abfinden wollen. Als dann die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen (LfM) zunächst die Löschung von Einträgen in meinem Reserveforum verlangte, habe ich, wie dort dokumentiert, dem Angriff widerstanden. Ich schrieb damals, daß jedes Nachgeben weitergehende Forderungen nach sich ziehen würde. Ich handelte nach dem Prinzip: "Wehret den Anfängen!" Tatsächlich blieb der Angriff bis jetzt folgenlos.

Auch wegen meiner Hauptseite MannPassAuf!, in der Sie gerade lesen, wurde ich zweimal angegriffen, einmal durch einen Verein, das andere Mal durch die FSM-Beschwerdestelle (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e. V.), beidemale folgenlos.

Nicht so beim entscheidenden Vorstoß der bereits erwähnten Landesmedienanstalt gegen mein Forum Weiberplage. Dieser Vorgang zog sich über zwei Jahre hin; siehe die entsprechenden Artikel auf dieser Netzseite und im Forum "Weiberplage". Immerhin konnte ich die ursprüngliche Forderung von 5.500 Euro + Nebenkosten über dem Rechtsweg auf 1.000 Euro herabdrücken und auch die zusätzlich geforderten Verwaltungskosten zurückweisen. Durch Angabe meiner Vermögensverhältnisse, notfalls durch Kompromisse hätte ich auch die Erzwingungshaft abwenden können. Man hat mir reichlich Zeit gelassen.

Aber auch damit wollte ich mich nicht zufriedengeben. Ich wollte ein Zeichen setzen. Und so ließ ich es ankommen auf die Erzwingungshaft. Sie wurde mir zu keinem angenehmen Erlebnis, und doch - oder gerade darum - habe ich das Gefühl, an ihr gewachsen zu sein und auch für die Bewegung etwas erreicht zu haben: nicht wirklich ein "Ende der Schande", aber ein Signal an die Gegner: Ihr kriegt immer mehr Gegenwind!


Lesen Sie zum Thema auch:

Landesmedienanstalt von NRW verschärft ihre Unterdrückung von Feminismuskritik.

Kommentare:
Samstag, den 23. August 2014 um 22.46 Uhr
T.R.E.Lentze
In diesem Zusammenhang möchte ich erinnern an das Buch von Jörg Kachelmann: "Recht und Gerechtigkeit" (2012), worin er ausführlich seine Verhaftung und seine Erfahrungen als Untersuchungshäftling in der JVA Mannheim beschreibt.

Ebenfalls gewinnbringend war für mich die Lektüre des Buches von Joe Bausch: "Knast" (2012/2013). Der Mann ist Gefängnisarzt und verfügt als solcher über sehr intime Einblicke. Stellenweise ist es autobiografisch, ansonsten aber handelt es sich um eine sehr detaillierte, gleichwohl niemals langweilige Zustandsbeschreibung, geschrieben mit großem Feingefühl. Ich möchte die Lektüre unbedingt empfehlen!
Montag, den 04. August 2014 um 13.53 Uhr
T.R.E.Lentze
@ Rainer Guldemer:

Nein, die Menschen, mit denen ich zusammenkomme, reden nur höflich mit mir. Aber ich kann mir vorstellen, daß in der Landesmedienanstalt NRW und in der KJM Leute sitzen, die mich hassen.
Montag, den 04. August 2014 um 10.16 Uhr
Rainer Guldemer
Ich möchte dir mal eine Frage stellen, wenn es gestattet ist.
Hier meine Frage:
Hat dir schon mal jemand gesagt, daß du ein vollkommen bescheuertes Arschgesicht bist?
Sonntag, den 03. August 2014 um 23.28 Uhr
Ausschussquotenmann
Kritisch zum Knast stehen die hier:
http://www.abc-berlin.net/
Dort findest Du bestimmt weitere Informationen welche sonst öffentlich so nicht zugänglich sind.
Sonntag, den 03. August 2014 um 21.59 Uhr
T.R.E.Lentze
@ Nur Nur:

Nichts Besonderes. Kein Rollkommando. ;-)
Ich habe mehrfach Post bekommen, und zwar ausschließlich von überzeugten Christen. Ein Brief wurde mir ungeöffnet überreicht; ein anderer wurde in meiner Gegenwart geöffnet. Eine Gefängnis-Sozialarbeiterin, die mich einmal besuchte, sagte, daß die Post von Erzwingungshäftlingen grundsätzlich nicht geöffnet werde, aber wie die o.g. Erfahrung zeigt, herrscht da kein klares Konzept. Ob ein von mir abgesandter Brief ungeöffnet angekommen ist, muß ich noch erfragen. Karten sollten keine Probleme machen.

Nachtrag: Die Neuankömmlinge wurden auch immer - gruppenweise - zum Anstaltsarzt geführt. Der war recht freundlich zu mir.

Ansonsten habe ich viel gelesen, was gerade da war, so etwa Doris Lessing: Der Sommer vor der Dunkelheit; Peter Handke: Wunschloses Unglück.
Sonntag, den 03. August 2014 um 21.45 Uhr
Nur Nur
Danke für den Bericht. Habe schon darauf gewartet. Ist sonst etwas passiert/in dir vorgegangen während der vielen Tage?
Sonntag, den 03. August 2014 um 21.13 Uhr
WWW
"... nicht wirklich ein "Ende der Schande", aber ein Signal an die Gegner: Ihr kriegt immer mehr Gegenwind!"

Das ist auch notwendig.
Männer haben im Wohlstand viel verschlafen und geglaubt es würde genügen, wenn sie sich voll und ganz auf eine Berufstätigkeit konzentrieren.
Nun wird dieser Wohlstand verbraten und die historische Chance nicht gesehen, dass wir etwas tun könnten bevor uns der Hunger, im wahrsten Sinne gemeint, schwächt.

Willkommensgrüße
Sonntag, den 03. August 2014 um 18.32 Uhr
T.R.E.Lentze
Obiger Artikel wird weiterhin auf Rechtschreibe- und sonstige Fehler korrigiert.
MannPassAuf! Wider die Greuel
von Matriarchat und Gynokratie.